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OZ FC Hansa Rostock: Gut gekämpft, Punkt verdient
FC Hansa Rostock: Gut gekämpft, Punkt verdient
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16:38 29.09.2019
Hansa-Stürmer Pascal Breier (M.) hat getroffen. Mirnes Pepic (l.) und Aaron Opoku beglückwünschen ihn. Quelle: Lutz Bongarts
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Mannheim

Die Anspannung von Hansa-Trainer Jens Härtel war während der Nachspielzeit bis auf die Tribüne greifbar. Er ballte beide Fäuste, sprang am Spielfeldrand auf und ab, schrie in Richtung seiner Spieler – bangend, aufrüttelnd, motivierend. Als der Schlusspfiff dann nach drei zusätzlichen Minuten endlich ertönte, war der 50-Jährige sichtlich erleichtert.

Das 1:1 (0:0)-Unentschieden und der damit verbundene Punktgewinn war das Minimum, was der FC Hansa Rostock am Sonntag bei Aufsteiger SV Waldhof Mannheim mitnehmen wollte. „Auch wenn ich nicht ganz zufrieden bin: Wir müssen und können mit dem Punkt leben“, erklärte Härtel nach einem mitreißenden und spannenden Drittliga-Duell, dass mit einem gerechtem Remis endete. Pascal Breier hatte die Norddeutschen in Führung gebracht (48. Minute). Max Christiansen traf zum Ausgleich (60.).

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Der stark in die Saison gestartete Aufsteiger aus Mannheim hatte in der ersten Halbzeit ein halbes Dutzend hochkarätiger Möglichkeiten in Führung zu gehen. Die Hanseaten verdankten es Markus Kolke, dass das torlose Unentschieden bis zur Pause Bestand hatte. Der Hansa-Keeper rettete drei Mal bravourös. Außerdem verfehlten Jean Koffi und Dorian Diring das Tor. Einmal versperrte das Lattenkreuz den Weg zur Mannheimer Führung.

„Das Ergebnis ist insgesamt leistungsgerecht“, schätzte Kolke ein. „Wir sind jetzt seit fünf Spielen in Folge ungeschlagen. Darauf können wir aufbauen. Wir müssen aber wieder Spiele gewinnen“, fügte der Keeper hinzu.

Kolkes Vorderleute machten ihre Sache vor allem in der zweiten Halbzeit nicht schlecht. Sie versuchten das Spiel der selbstbewusst anrennenden Gastgeber zu unterbinden und sich selbst Chancen zu erarbeiten – Einsatz und Einstellung stimmten.

Nach einem weiten Abschlag von Kolke kam Breier zwar in aussichtsreicher Position zum Schuss, verfehlte den Kasten der Mannheimer aber deutlich (40.). Kurz nach Wiederanpfiff nutzte der Hansa-Stürmer dann seine Chance. Nach guter Vorarbeit und Flanke von Nik Omladic vollstreckte er aus Nahdistanz. „Das war ein hart umkämpftes Spiel. Wir haben uns einen Punkt verdient“, freute sich der 27-Jährige, der seinen fünften Saisontreffer erzielte.

Ein Achtungszeichen hatte Trainer Härtel bereits mit seiner Mannschaftsaufstellung gesetzt: Nico Rieble, bislang Dauerbrenner in der Hansa Startelf, bekam nach seiner enttäuschenden Leistung im Heimspiel gegen Zwickau (1:1) nicht mal einen Platz im Kader. Während der 24-Jährige auf der Tribüne Platz nahm, rückte Max Reinthaler in die Startformation. Die Entscheidung hatte Leistungs- und gesundheitliche Gründe: Innenverteidiger Rieble, so Härtel, habe eine Verhärtung der Oberschenkelmuskulatur.

Trotz Rückstands blieben die Kurpfälzer aggressiv und druckvoll. Nachdem die Rostocker den Ball im eigenen Strafraum nicht konsequent abgewehrt hatten, traf Max Christiansen aus der Distanz. Kolke hatte gegen den platzierten Schuss ins linke untere Eck keine Abwehrmöglichkeit.

Vor 13 025 Zuschauern im Carl-Benz-Stadion, darunter 2500 Rostocker Anhänger, hatten zunächst beide Ultra-Fanlager ein Feuerwerk gezündet. Die Partie musste bereits nach 45 Sekunden unterbrochen werden, nachdem in den Fanblöcken beider Drittliga-Klubs Nebelbomben und andere Pyrotechnik gezündet worden war.

Von Christian Lüsch