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OZ Hansa Rostock: Mit Gier und Geschick zum Erfolg

FC Hansa Rostock: Mit Gier und Geschick zum Erfolg

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21:11 14.06.2020
Hansa-Kapitän Julian Riedel und Kai Bülow beglückwünschen Torschützen Pascal Breier nach dem Sieg in München.
Hansa-Kapitän Julian Riedel und Kai Bülow beglückwünschen Torschützen Pascal Breier nach dem Sieg in München. Quelle: Lutz Bongarts
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München

Hansa-Trainer Jens Härtel ballte beide Fäuste und ließ seiner Freude und Erleichterung freien Lauf. Als der Schlusspfiff ertönte und Hansa der 1:0-Erfolg gegen den TSV 1860 München nicht mehr zu nehmen war, löste sich die Anspannung des Rostocker Trainers.

„Wir sind sehr erleichtert, dass wir so ein extrem wichtiges Spiel für uns entscheiden konnten. Wir sind schwer reingekommen, haben das aber gut gemacht, leidenschaftlich verteidigt und unterm Strich verdient gewonnen“, fasste Jens Härtel die Begegnung zusammen. Drei Siege und neun Punkte in Serie mit 7:1-Toren brachten Hansa in der Tabelle auf Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen.

Wieder mal bewies der 51-Jährige mit seiner Aufstellung und den Wechseln feines Gespür. Pascal Breier, der schon am Dienstag beim Spiel gegen Magdeburg als Joker gestochen und zum 3:1-Endstand getroffen hatte, kam in München erneut von der Bank. Und wieder war er Hansas Mann des Tages.

Nach einer Flanke von Riedel hatte sich nach einer Stunde Spielzeit Nico Granatowski zum Sturmlauf in die Löwen-Hälfte aufgemacht. Das präzise Zuspiel veredelte Breier aus Nahdistanz zum Siegtreffer für den FCH – es war der zwölfte Torerfolg des 28-Jährigen in dieser Spielzeit und der 50. in seiner Drittliga-Karriere.

„Es kommen noch viele Spiele. Von daher ist es wichtig, dass wir von der Bank nachlegen können“, sagte der Top-Torschütze im Team und verdeutlichte: „Wir haben ein großes Ziel. Von daher kann man nicht beleidigt sein, wenn man eingewechselt wird.“

Im Duell der beiden ehemaligen Bundesligisten untermauerte Hansa seinen Anspruch, das Rennen um den Aufstieg mitbestimmen zu wollen.

Die Defensive um Torhüter Markus Kolke, der in München nur einmal ernsthaft auf die Probe gestellt wurde, steht so stabil wie keine andere in der 3: Liga. 37 Gegentreffer in 32 Saisonspielen sind Liga-Bestwert.

„Wir haben alles sauber weg verteidigt. Richtig klare Chance hatten sie nicht“, fasste Härtel das Spiel gegen die Münchener Löwen ohne richtigen Biss zufrieden zusammen. „Die Mannschaft ist gierig auf den Erfolg. Ich wünsche mir, dass das so weitergeht“, sagte der FCH-Coach vor dem Rückflug in den Norden.

Breier hätte zehn Minuten nach seinem Führungstreffer sogar nachlegen und damit die Vorentscheidung erzwingen können. Doch der Stürmer scheiterte mit seinem straffen Schuss aus spitzem Winkel an 1860-Torhüter Marco Hiller.

Die Tatsache, dass die Hanseaten den Ball geschickt in den eigenen Reihen sicherten, leidenschaftlich verteidigten und auf Kontermöglichkeiten lauerten, änderte nichts daran, dass Härtel bis zum Schlusspfiff angespannt blieb. „Wenn ein hoher Ball in den Strafraum fliegt, kann immer mal was passieren“ begründete er nach dem Spiel, das „Körner gekostet“ habe. Aktuell sind die Hanseaten Tabellenvierter, würden aber dennoch in der Aufstiegsrelegation spielen, da die Bayern-Reserve nicht aufsteigen darf. Alle dahinter positionierten Teams – derzeit Braunschweig und der FCH – würden einen Platz vorrücken.

Der Weg der Kogge zum Ziel sei noch weit und bleibe beschwerlich, betonte der Trainer – stets bemüht, das wohlklingende Wort „Aufstieg“ zu umschiffen.

Hansas Gegner bis zum Saisonfinale:

– Jena (Mi., 20.30 Uhr/Heimspiel)

– Duisburg (Sa., 14 Uhr/Auswärtsspiel)

– Kaiserslautern (23.6., 20.30/H)

– Würzburg (27.6., 14 Uhr/A)

– Uerdingen (1.7., 19 Uhr/H)

– Chemnitz (4.7., 14 Uhr/A)

Von Christian Lüsch und Dirk Harten