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OZ FC Hansa Rostock: „Ossi“ Atilgan möchte gern schnell helfen
FC Hansa Rostock: „Ossi“ Atilgan möchte gern schnell helfen
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18:42 26.08.2019
Stand am Montag zum ersten Mal auf dem Trainingsplatz des FC Hansa: Osman Atilgan, hier mit Adam Straith (l.) und Frederik Lach. Quelle: Lutz Bongarts
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Rostock

Schöner hätte sich Osman Atilgan seinen ersten Arbeitstag beim FC Hansa Rostock wohl kaum vorstellen können. Als der 20-Jährige am Montag mit seinen neuen Mannschaftskollegen zum ersten Mal zum Training auflief, schien die Sonne vom blauen Sommerhimmel.

„Ich fühle mich hier heimisch und wurde von der Mannschaft sehr gut aufgenommen“, berichtete der Spieler, der nahe der Nordseeküste aufwuchs und so lange in der Nähe des Stadions untergekommen ist, bis er eine Wohnung gefunden hat.

Wenn es nach dem Willen von Neu-Hanseat Atilgan und den Hanseaten geht, sollen sich bald die dunklen Wolken verziehen, die seit Saisonbeginn Schatten auf den Koggenklub werfen. „Mit dem Kader, den wir haben, können wir oben mitspielen – um den Aufstieg“, ist Atilgan, der aus Oldenburg stammt und seit seinem fünften Lebensjahr Fußball spielt, überzeugt.

Ein Blick ins Wörterbuch verrät: Der Nachname des Deutsch-Türken steht für „aktiv, kontaktfreudig, unternehmungslustig und tatkräftig – Oberbegriff „Draufgänger“. „Ich kann damit nichts anfangen“, meint der Stürmer mit einem schüchternen Lächeln, das nicht aufgesetzt wirkt.

„Ich freue mich, jetzt bei Hansa zu sein. Ich werde sicher viel lernen“, sagt Atilgan, den die Rostocker bis zum Saisonende bei Dynamo Dresden ausgeliehen haben. Dort stand der 1,80 Meter große Jungprofi in dieser Saison zweimal im Kader. Und in engem Kontakt zu Kevin Ehlers. „Wir waren bei Dynamo zusammen auf dem Internat und haben in der Kabine nebeneinandergesessen. Er hat mir über Hansa, das Umfeld und die Stadt nur Gutes berichtet“, erzählt Atilgan über den Sohn von Hansas Co-Trainer Uwe Ehlers. Kevin spielte acht Jahre im FCH-Nachwuchs und ist nun beim Zweitligisten aus Sachsen eine feste Größe in der Abwehr.

Osman ist ein schneller und beweglicher Spieler und bringt mit, was wir gebraucht haben“, lautete die Einschätzung von Hansa-Trainer Jens Härtel nach dem ersten Training mit Atilgan.

Der 50-Jährige, der weitere Verpflichtungen in dieser Woche nicht ausschließt, sieht den Neuzugang zuallererst auf der linken Außenbahn. Dort könnte er die Lücke schließen, die sich nach dem Wechsel von Merveille Biankadi zum 1. FC Heidenheim aufgetan hat.

Atilgan will „Gas geben und gern spielen. Es wäre eine tolle Sache, wenn mich der Trainer am Wochenende aufstellen würde“, erhofft sich Hansas Neuverpflichtung ein schnelles Drittliga-Debüt, möglich schon beim Heimspiel gegen Münster.

Seinen Spitznamen „Ossi“ trägt der älteste unter fünf Brüdern – allesamt Kicker im Oldenburger Umland – übrigens seit vielen Jahren mit sich herum. Die Hanseaten haben das sofort übernommen. Kein Problem, sagt der Spieler: „Ich werde schon seit der U 14 so genannt.“

Von Christian Lüsch