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OZ Hansa Rostock gegen Jena: Mannschaft der Stunde trifft Pleitenteam
Hansa Rostock gegen Jena: Mannschaft der Stunde trifft Pleitenteam
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15:58 01.11.2019
Glänzte in den zurückliegenden Spielen als Vorbereiter und Torschütze beim FC Hansa: Nik Omladic – hier während des Auswärtsspiels beim 1. FC Magdeburg vor zwei Wochen, das die Rostocker mit 1:0 für sich entschieden. Quelle: Lutz Bongarts
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Rostock/Jena

Die einen sind seit Wochen im Aufwind. Die anderen bewegen sich seit Saisonbeginn in einer endlosen Abwärtsspirale. Die Unterschiede im sportlichen Bereich könnten größer wohl nicht sein, als es zwischen dem FC Hansa Rostock und dem FC Carl Zeiss Jena aktuell der Fall ist.

Die Ausgangssituation vor dem Aufeinandertreffer beider Klubs am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) ist unmissverständlich: „Die Favoritenbürde liegt bei uns“, formuliert Hansa-Trainer Jens Härtel. Nach der Serie von fünf Siegen und drei Unentschieden in den zurückliegenden acht Spielen sind die Rostocker in der Tabelle bis auf den sechsten Platz vorgestoßen. Alle rechnen am Sonntag mit einem Hansa-Sieg. Ein Jenaer Erfolg – er wäre eine Blamage für den FCH.

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Denn die Thüringer haben es in der 3. Liga bislang 13-mal probiert. Und 13-mal ist fast nichts passiert: zwei Unentschieden, ansonsten nur Niederlagen – mehr war nicht drin. Mit neun Treffern stellt Jena die schlechteste Offensive der Liga. Nach dem ersten Drittel der Spielzeit steht der Klub so schlecht wie nie zuvor in der Historie da. Ende September wurde Trainer Lukas Kwasniok beurlaubt und am 8. Oktober durch Rico Schmitt ersetzt. Dessen bisherige Bilanz als Chefcoach: ein Remis, eine Niederlage. Kein Wunder, dass bei den Fans seit Wochen Untergangsstimmung herrscht.

Hansa-Coach Härtel warnt dennoch eindringlich davor, den Gegner zu unterschätzen. „Wir werden Jena ganz sicher nicht an die Wand spielen. Sie werden versuchen, uns das Leben schwer zu machen.“

Die Thüringer sind allerdings sehr mit sich selbst beschäftigt: „Bisher hat die Mannschaft ihre Drittliga-Tauglichkeit noch nicht nachgewiesen. Dennoch haben viele der Jungs hohes Potenzial. Das haben sie in ihren ehemaligen Vereinen schon gezeigt, im Laufe dieser Saison aber noch nicht abgerufen“, kritisierte Geschäftsführer Chris Förster in dieser Woche im Mitteldeutschen Rundfunk. Vom Abstieg in die Regionalliga will er trotz desaströser Ausbeute (noch) nicht sprechen. „Unser Ziel ist es, näher an die Nichtabstiegsränge heranzukommen, idealerweise bis auf acht Punkte. Das haben wir in der vergangenen Saison in den letzten Spielen geschafft aufzuholen. Nur müssen wir dazu mal Siege einfahren.“

Die Rostocker wollen ihren positiven Trend am Sonntag mit allen Mitteln bestätigen und in der Tabelle weiter nach oben rücken. „Wir dürfen nicht bequem werden, wenn wir unsere Serie fortsetzen wollen“, fordert Härtel. Bis auf Mittelfeldspieler Mirnes Pepic, der vor einer Woche beim 2:1-Heimsieg gegen 1860 München seine fünfte Gelbe Karte kassiert hatte und für ein Spiel gesperrt ist, hat der 50-Jährige personell viele Alternativen.

So könnten sie spielen:Carl Zeiss Jena: Coppens – Bock, Volkmer, Hammann, Maranda – Käuper, Rohr, Eckardt, Obermair – Pagliuca, GabrieleHansa Rostock:Kolke – Ahlschwede, Sonnenberg, Reinthaler, Neidhart – Bülow, Vollmann – Omladic, Nartey, Opoku – Breier.Liveticker: sportbuzzer.de/mv

Von Christian Lüsch