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FC Schönberg schaut Sonntag nach Wismar
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15:53 30.05.2019
Kann Schönbergs Trainer Thomas Manthey am Sonntag nach dem Spiel beim FC Mecklenburg Schwerin II auch den Daumen heben? Quelle: Foto: Jens Upahl
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Schwerin/Schönberg

Es ist das spannendste Saisonfinale in der Geschichte der Landesliga-West. Sowohl Tabellenführer SV Warnemünde als auch Verfolger FC Schönberg haben 71 Punkte. Beide Teams haben auch jeweils 22 Gegentreffer kassiert. Nur bei den erzielten Treffern liegt Warnemünde vorn. In den bisherigen 29 Spielen der Saison haben die Rostocker 95 Tore erzielt und damit zwei mehr als die Nordwestmecklenburger (93). Schönbergs Trainer Thomas Manthey freut sich auf das Herzschlagfinale. „Wir freuen uns wahnsinnig auf das Spiel. Mit uns und Warnemünde stehen zwei gleichstarke Mannschaften an der Tabellenspitze. Uns unterscheiden nur zwei Tore. Was will das Fußballherz noch mehr“, fragt er. Schönberg ist der Jäger, will die Herausforderung annehmen und geht positiv ins Spiel beim FC Mecklenburg Schwerin II (Sonnabend um 14 Uhr). Der SV Warnemünde empfängt zeitgleich zu Hause den PSV Wismar.

„Wir haben ein gutes Verhältnis zum PSV, hoffen deshalb, dass sie uns tatkräftig unterstützen werden und vielleicht für eine Überraschung sorgen“, sagt Thomas Manthey: „Darüber würden wir uns sehr freuen, aber nichtsdestotrotz müssen wir natürlich unsere Hausaufgaben machen.“

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Schönbergs Vorsitzender Wilfried Rohloff hofft am Sonnabend auf die Unterstützung seines Bruders Jürgen, seines Cousins Marco, der Spieler sowie den vielen Bekannten und Fans beim PSV. Jürgen Rohloff ist sportlicher Leiter bei den Wismarern, Marco Rohloff Trainer des Tabellenachten der Landesliga-West. Wilfried Rohloff war selbst lange Mitglied des Vereins, der zu DDR-Zeiten Dynamo Wismar hieß. Wenn der 64-Jährige über seine Zeit bei Dynamo spricht, gerät er ins Schwärmen. „Da habe ich zehn glanzvolle Jahre verbracht, deshalb sehr schöne Erinnerungen an die Zeit.“ Mit 18 Jahren hat Schönbergs heutiger Vorsitzender bei Dynamo Wismar als Torhüter seinen Einstand im Männerbereich gegeben, zwei Meistertitel und zwei Aufstiege (von der Kreisliga in die Bezirksliga) gefeiert. „Das hat jetzt nichts mit der Verwandtschaft zu tun“, sagt Rohloff, aber ich gehe davon aus, dass Spieler und Trainer des PSV ihre Füße nicht hochnehmen und bis zum letzten Spieltag ihre Leistungen abrufen. So gut kenne ich die Leute, dass sie nicht gerne verlieren und sich gegen Warnemünde nicht abschießen lassen wollen.“

Rohloffs jüngerer Bruder Jürgen (61) kennt den FC Schönbergs bestens, ist ehemaliger Grün-Weißer. Von 2010 bis 2017 war er Co-Trainer bei den Nordwestmecklenburgern. „Ich gehe deshalb davon aus, dass er uns schon deshalb im Aufstiegsrennen die Daumen drückt“, sagt Bruder Wilfried Rohloff.

Übrigens: Sollte Schönberg am Sonnabend den Zwei-Tore-Rückstand aufholen und beim FC Mecklenburg Schwerin II zwei Tore mehr schießen als der SV Warnemünde bei einem möglichen Sieg zu Hause gegen den PSV Wismar, könnte es im Kampf um den Aufstieg in die Verbandsliga zu zwei noch nie dagewesenen Entscheidungsspielen zwischen Warnemünde und Schönberg kommen. „Wir haben vom Landesfußballverband die Info erhalten, dass diese Partien dann am 8. und 15. Juni ausgetragen werden“, sagt Wilfried Rohloff. Wer zuerst zu Hause spielen würde, ist noch unklar. Allerdings, so Rohloff weiter, gebe es diese beiden Entscheidungsspiele „wie im Europacup“ nur, falls beide Teams tatsächlich punktgleich sind und das exakt gleiche Torverhältnis haben. „Ansonsten zählt die Anzahl der mehr geschossenen Tore“, betont Rohloff. Und da liegt im spannendsten Saisonfinale in der Geschichte der Landesliga-West noch der SV Warnemünde vorn.

Steffen Oldörp