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OZ Hansa Rostock besiegt Doberaner FC mit 8:0
Hansa Rostock besiegt Doberaner FC mit 8:0
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19:53 06.09.2019
Pascal Breier erzielte vier der insgesamt acht Rostocker Treffer im Duell mit dem Bad Doberaner FC. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Bad Doberan

Die Sensation beim Fußball-Volksfest in Bad Doberan blieb den Gastgebern versagt. In der zweiten Runde um den Fußball-Landespokal von Mecklenburg-Vorpommern siegte der FC Hansa Rostock am Freitagabend beim Bad Doberaner FC standes- und erwartrungsgemäß mit 8:0 (5:0). Die Treffer für das Team von Trainer Jens Härtel erzielten Pascal Breier (4), John Verhoek (2) sowie Dänemark-Neuzugang Rasmus Thellufsen Pedersen.

„Wir haben das gut gemacht. Das schnelle Tor war wichtig für uns“, sagte Hansas Maximilian Ahlschwede, der Spaß hatte. Der Matchplan, den sich der Landesligist zurecht gelegt hatte, platzte bereits nach zwei Minuten. Pedersen hatte keine Mühe, nachdem Korbinian Vollmann den Doberaner Torhüter Sven Scheibner abgeschüttelt und den Ball dem 22-jährigen Dänen zugeschoben hatte.

Eigentlich wollten die Amateure aus der Münsterstadt, die allesamt einen Arbeitstag hinter sich hatten, die Profis mehr stören, mehr ärgern, gerne auch ein Tor erzielen. Ihre Hoffnung, Heim- und Platzvorteil zu nutzen, ging nicht auf. Im ersten Pflichtspiel, das die Rostocker in ihrer langen Vereinsgeschichte auf Kunstrasen bestritten, blieb eine Überraschung aus.

Die Sympathien der 2570 Zuschauer im ausverkauften Stadion am Bad Doberaner Busbahnhof lagen von Beginn an klar auf der Seite des krassen Außenseiters, der normalerweise vier Ligen unterhalb von Hansa gegen Teams aus Bentwisch, Carlow, Plate oder Graal-Müritz auf Punktejagd geht. Jeder gelungene Pass, jeder gewonnene Zweikampf wurde von den Besuchern und den DFC-Betreuern mit Applaus bedacht. Nicht auszudenken, was los gewesen wäre, wenn der Fernschuss von Felix Engert in der 14.  Minute im Kasten der Hanseaten eingeschlagen hätte. So lief alles wie erwartet.

Nach einem Hattrick von Pascal Breier war bereits nach einer halben Stunde die frühe Vorentscheidung gefallen. Von der Bank des DFC hallten zwar weiterhin taktische Anweisungen über den Platz. Doch Hansa-Stürmer Breier und seine Kollegen machten munter weiter, auch mit dem Toreschießen.

Spannend wurde es nicht mehr – dafür emotional. Unmittelbar vor dem Spielende schickte DFC-Trainer Ronny Susa Tino Capito aufs Feld. Eigentlich war der 40-Jährige, viele Jahre Kapitän der Münsterstädter, nicht einsatzfähig – Kreuzbandriss. „So bitter, dass ich mich vor diesem grandiosen Spiel verletzt habe“, haderte Capito, der seit seiner Kindheit das Trikot der Molli-städter trägt.

Bei seiner Einwechslung hatte er Tränen in den Augen. Seine Mannschaftskameraden nahmen ihn in den Arm, die Zuschauer waren gerührt – Gänsehaut-Atmosphäre. „Ich wollte ihm dieses besondere Karriereende unbedingt ermöglichen. Er hat es sich so sehr verdient“, meinte Trainer Susa. Zum Spiel konstatierte Capito: „Doof gelaufen. Unsere Brust ist eingefallen, nachdem wir uns den frühen Gegentreffer gefangen hatten.“

Am Ende hatten trotzdem alle Spaß und gewannen der Niederlage das Positive ab. „Wir haben nicht zweistellig verloren und uns wenigstens eine Ecke erarbeitet“, sagte Susa mit einem breiten Lächeln

ScheibnerHarting (56. Koslowski), Baor, Dowe, Garske (75. Wähnke) – Reinisch, Wiencke, Eulner, LauensteinEngert (89.Engert, Grenz.FC Hansa Rostock: Sebald – Ahlschwede, Sonnenberg, Reinthaler, Neidhart – Öztürk, Hildebrandt – Omladic, Vollmann (46. Verhoek), Pedersen (70. Ramaj) – Breier (46. Königs).

Tore:0:1 Pedersen (2.), 0:2, 0:3, 0:4, 0:5 Breier (11., 20., 27., 37.), 0:6, 0:7 Verhoek (48., 60.), 0:8 Reinthaler (76.). Schiedsrichter: Dominic Koch (Wismar). Zuschauer: 2570 (ausverkauft). Gelbe Karten: -/Reinthaler

Von Christian Lüsch