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Fussball local Hero Die Heimmisere geht weiter
Fussball local Hero Die Heimmisere geht weiter
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00:00 18.09.2017
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Rostock

Der Start in die englische Woche ist für den FC Hansa ernüchternd verlaufen. Statt eines Signals in Richtung Aufstiegsplätze brachten die Rostocker im ersten von drei Spielen innerhalb einer Woche am Sonnabend gegen die Bundesliga-Reserve von Werder Bremen nur eine dürftige Nullnummer zustande. Damit ist ihre Sieglos-Serie im eigenen Stadion saisonübergreifend auf acht Pflichtspiele angewachsen. Den letzten Erfolg im Ostseestadion gab’s Anfang April gegen Duisburg (1:0).

Um den Bock umzustoßen, fehlt den Rostockern einfach die Durchschlagskraft. Dabei sah ihr Spiel vor 9700 Zuschauern recht ansehnlich aus, auch Einsatz- und Laufbereitschaft waren ihnen nicht abzusprechen. Sie arbeiteten sich zudem gute Tormöglichkeiten heraus. Etwa bei Hennings Weitschuss (41.) oder den Versuchen von Alibaz (41., 56.) und Hilßner (73.), die jedoch Werder-Keeper Eric Oelschlägel stark parierte. „Wenn wir eine Spitzenmannschaft wären, hätten wir die reingemacht“, stellte Willi Evseev fest. Richtig zwingende Chancen waren allerdings nicht dabei.

„Uns fehlen die Erfahrung und die Cleverness“, räumte Hansa- Trainer Pavel Dotchev ein, der vor dem Spiel noch einen unerwarteten Ausfall zu verkraften hatte. Kapitän Amaury Bischoff musste sein Comeback nach der Rot-Sperre verschieben. Im Abschlusstraining am Freitag hatte er sich eine leichte Oberschenkel-Zerrung zugezogen, die nicht mehr rechtzeitig behoben werden konnte. Ob der Routinier morgen gegen Zwickau auflaufen kann, soll sich heute bei einer MRT-Untersuchung entscheiden.

„Seine Impulse haben uns gefehlt“, konstatierte Dotchev, dessen Mannschaft in den vier Heimspielen dieser Saison erst magere zwei Tore und drei Punkte zustande gebracht hat. Dabei sollte unter dem neuen Coach zu Hause alles besser werden. Der nicht kompensierte Langzeit-Ausfall von Torjäger Marcel Ziemer (Kreuzbandriss und Knorpelschaden), den die Profis beim Warmmachen mit speziellen T-Shirts aufmunterten („Ich komme wieder“), fällt bei den Rostockern immer mehr ins Gewicht.

„Wir haben unheimlich viel Aufwand betrieben, aber uns nicht belohnt“, meinte Dotchev. Ähnlich sah es Julian Riedel. „Wir hatten vielleicht 80 Prozent Ballbesitz. Aber Ballbesitz schießt keine Tore“, stellte der Innenverteidiger treffend fest. „Und dann fangen wir uns in der 93. fast noch einen Konter – das geht gar nicht.“

Denn als die Rostocker in der Nachspielzeit alles nach vorn warfen, hätte der eingewechselte Niklas Schmidt Hansa fast noch den Todesstoß versetzt. Zum Glück rutschte dem Bremer Angreifer der Ball beim Torschuss ab. Zuvor hatte FCH-Keeper Janis Blaswich bereits drei Mal erstklassig gegen Manneh (47.), Young (76.) und Schmidt (89.) pariert.

„Zum Schluss war die Mannschaft schon etwas naiv. Ich konnte da gar nicht mehr richtig eingreifen, sie wollte unbedingt gewinnen“, schilderte Dotchev die turbulente Endphase.

Hansa verpasste mit dem Sieg auch die Chance, in Reichweite der Top-Teams zu kommen. Den Coach überrascht das nicht. „Uns fehlt schon noch einiges. Wir wissen, wo unsere Defizite sind. Wir sind noch keine Spitzenmannschaft und werden auch keinen Durchmarsch durch die Liga machen“, stellte der Deutsch-Bulgare nach sieben Saisonspielen sachlich fest: „Wir müssen jeden Punkt mitnehmen.“

Der wäre ihm schon morgen (19.00 Uhr) gegen den FSV Zwickau aber zu wenig. Es ist der nächste Versuch, die Heimmisere endlich zu beenden. „Diese Serie nervt uns alle“, muss auch Dotchev zugeben, „ein Sieg würde uns so guttun...“

Kai Rehberg

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