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OZ Empor-Trainer Wiechers: Generell zufrieden und dennoch genervt
Empor-Trainer Wiechers: Generell zufrieden und dennoch genervt
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17:26 24.10.2019
Per Oke Kohnagel (r.) bei seiner Vorstellung in Rostock gemeinsam mit den Mitspielern Jaris Tobeler, Jonas Ottsen, Tim Völzke (v.l.) und Empor-Trainer Till Wiechers (M.). Quelle: Stefan Ehlers
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Rostock

Neun Spiele, sechs Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage. Handball-Drittligist HC Empor Rostock liegt nach knapp einem Drittel der Saison als Tabellendritter in Reichweite von Spitzenreiter Dessau-Roßlauer HV. „Wenn man all unsere Ergebnisse zusammen sieht, dann ist eigentlich alles in Ordnung. Genervt bin ich aber trotzdem“, sagt Till Wiechers und lacht angesichts des offensichtlichen Widerspruchs. Der Rostocker Trainer, der mit seiner Mannschaft zum zweiten Mal in Folge in der Liga ganz oben mitspielen will, hadert: „Wir haben von den vergangenen vier Spielen drei nicht gewonnen. Ich weiß, dass wir mehr können.“

Nach der jüngsten 26:30-Auswärtsniederlage bei Eintracht Hildesheim, „die mal passieren kann“ (Wiechers), will der amtierende Handball-Nordmeister der 3. Liga am Sonntag im Heimspiel gegen den Oranienburger HC (16.30 Uhr, Ospa Arena) seine Erfolgsbilanz verbessern. Empor-Spielmacher Per Oke Kohnagel trifft dabei auf den Verein, für den er in den beiden zurückliegenden Jahren aktiv war. „Ich habe zwar nach meinem Wechsel nach Rostock schon bei Tests und im Pokal gegen den OHC gespielt. Es wird dennoch was Besonderes, weil ich zu einigen Spielern immer noch Kontakt habe“, erzählt der 25-Jährige.

Kohnagel war Wiechers’ Wunschkandidat. Beide kennen sich aus vier gemeinsamen Jahren bei der SG Flensburg-Handewitt. „Per ist ein Typ, der an sich selbst und seine Mitspieler sehr hohe Ansprüche stellt. Er reißt andere mit und macht seine Nebenleute besser. Außerdem passt er auch menschlich hervorragend zu uns“, lobt Wiechers den Neuzugang. „Während ich in Oranienburg spielte, hat Till sich immer mal wieder gemeldet. Er hat den Kontakt nie abreißen lassen“, berichtet Kohnagel, der Medienmanagement studiert, und damit liebäugelt, eines Tages in der Werbewirtschaft zu arbeiten.

Der HCE-Coach glaubt, dass die Oranienburger besser sind, als es ihr aktueller siebter Tabellenplatz vermuten lässt. „Sie sind abwehrstark, haben ein gutes Tempospiel und sind im Angriff sehr variabel. Ich kann mich an kein Spiel gegen Oranienburg erinnern, das keine Abwehrschlacht war“, meint Wiechers. Er geht davon aus, dass die „Entscheidung über Sieg oder Niederlage erst in den letzten fünf Minuten des Spiels fallen“ wird.

„Für mich war es wichtig, dass ich mich in einer neuen Mannschaft als relativ junger Spieler zurechtfinde“, sagt Per Oke Kohnagel zu seiner Zeit bei den Oranienburgern. „Im persönlichen Bereich hat mich das sehr viel weitergebracht. Es war das erste Mal, dass ich – aus Flensburg weg – auf mich allein gestellt war und in einer Männermannschaft gespielt habe.“

Sportlich hingegen erfüllten sich die Wünsche des 25-Jährigen nicht in vollem Umfang. „Es war nicht so, dass ich zwei Jahre lang schlecht gespielt habe. Auf mich und das gesamte Team bezogen, sage ich aber dennoch, dass wir nicht an das Maximum von dem gekommen sind, was möglich gewesen wäre.“

Bei den Ostseestädtern will er sich sportlich weiterentwickeln. „Ich kenne viele Spieler aus der Jugend in Flensburg. Insofern war es unproblematisch, mich in Rostock einzuleben. Wir verstehen uns sehr gut. Ich fühle mich wohl.“

Der gebürtige Flensburger hat klare Vorstellungen von seiner Zukunft: „Ich möchte mit Empor weiterkommen. Der Aufstieg ist auf jeden Fall eines meiner Ziele. Den würde ich gern schaffen, bevor ich mein Studium beende“, erzählt Kohnagel. Das nächste Ziel ist das Heimspiel am Sonntag: Mit seinem neuen Klub will er seine Oranienburger Ex-Kollegen bezwingen.

Von Christian Lüsch