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OZ HC Empor Rostock begeistert mit starker Leistung
HC Empor Rostock begeistert mit starker Leistung
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19:39 08.09.2019
Nick Witte erzielte im Spiel gegen die HSG Ostsee zehn Treffer für den HC Empor Rostock. Quelle: Sebastian Heger
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Rostock

Janos Steidtmann ballte die Faust, feuerte sich und die Zuschauer noch einmal an, vollen Einsatz zu zeigen. Als der Rechtsaußen diese Geste zeigte, was das Spiel des HC Empor Rostock gegen die HSG Ostsee Neustadt/Grömitz längst entschieden. Am Ende bejubelten Steidtmann und seine Teamgefährten einen nie gefährdeten 38:22 (20:10)-Sieg. Der dritte Sieg im dritten Saisonspiel lieferte dem 23-Jährigen einen weiteren Grund, sich ein Bier zu gönnen – er hatte am Sonntag Geburtstag. Den Kasten Flensburger hatten seine Freundin und die Familienmitglieder, die aus der Fördestadt angereist waren, selbstverständlich dabei.

„Das hat Spaß gemacht. Wir haben das souverän gemacht und zu keinem Zeitpunkt nachgelassen“, sagte Steidtmann, der fünf Tore zum Triumph des alten und neuen Drittliga-Tabellenführers beisteuerte.

Rostocks Trainer Till Wiechers, normalerweise für seine Zurückhaltung bei der öffentlichen Einschätzung der Mannschaftsleistung bekannt, sagte, was er fühlte: „Ich hatte mich nach der vergangenen Saison sehr auf den Urlaub gefreut. Heute weiß ich, was mir gefehlt hat“, lobte die „fantastische Unterstützung“ der 750 Zuschauer in der proppevollen Ospa-Arena und die „riesige Leistung“ seines Schützlinge.

Die Gastgeber sorgten gegen die Ostholsteiner von Beginn an für klare Verhältnisse. Im Angriff wurfgewaltig und treffsicher, in der Abwehr kompakt und leidenschaftlich legten die Rostocker von Beginn an couragiert und zielstrebig los.

Torhüter Leon Mehler hatte einen starken Tag: Die ersten drei Siebenmeter der HSG vereitelte er mit starken Paraden. „Wir sind gut gestartet und haben einfach nicht nachgelassen. Ich bin zufrieden, dass ich meinen Anteil leisten konnte“, sagte der Schlussmann, der im Duell mit der HSG besondere Verantwortung trug. Weil Robert Wetzel wegen einer Leistenverletzung nicht zum Einsatz kommen konnte, hing vieles von Mehler ab. „Robert hat auf der Bank gesessen, mich gepusht. Das war gut und hat mir geholfen“, berichtete der Junioren-Nationaltorhüter.

Die Zuschauer waren von seinen Paraden, der starken Abwehrleistung und der Durchschlagskraft der Angreifer beeindruckt. So stark und homogen hatten sie die Mannschaft in dieser Saison noch nicht erlebt.

Und die Wiechers-Schützlinge schraubten ihren Vorsprung kontinuierlich in die Höhe. Der Gegner wirkte zunehmend überfordert und genervt: Alexander Mendle sah nach einer rüden Attacke und erst 15 Minuten Spielzeit Rot. Empor führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 9:4.

Aus einem starken Rostocker Team ragte Nick Witte in der ersten Halbzeit noch heraus. Er steuerte zur 20:10-Halbzeitführung acht Treffer bei. Witte wirkte extrem heiß. Nachdem er seinen Tempogegenstoß mit dem 15:7 gekrönt hatte, ballte er die Fäuste, brüllte seine Freude in Richtung Gäste-Torwart Max Folchert heraus. Wittes Körpersprache verdeutlichte: „Ihr holt hier gar nichts!“ Der Holsteiner regte sich auf, musste vom Unparteiischen beruhigt werden. Und Witte legte gleich nach. Beim nächsten Angriff drehte er den Ball von der Außenposition gekonnt am HSG-Schlussmann vorbei ins Tor: 18:8 (27.) Die Empor-Fans standen und feierten den Spieler für seinen Kunstwurf.

Wer glaubte, die Rostocker würden es nach der Pause gemächlicher angehen lassen, konnte sich freuen. Die Demonstration der Stärke war noch lange nicht zu Ende. „Es ist unser Anspruch bis zur letzen Minute alles zu geben“, erklärte Witte, mit zehn Treffern erfolgreichster Torschütze des HC Empor.

Als Einstimmung auf das mit Spannung erwartete Landesderby gegen die Mecklenburger Stiere am kommenden Wochenende wollte er den bravourösen Auftritt nicht verstanden wissen. „Das wird ein neues und ein anderes Spiel. Aber ich hoffe, wir können wieder so eine geschlossene und gute Leistung zeigen.“

Von Christian Lüsch