Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
OZ Hansa-Stürmer Verhoek schließt Frieden mit Fans und blüht auf

Hansa-Stürmer Verhoek schließt Frieden mit Fans und blüht auf

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:24 11.03.2020
Steht nach seinen beiden Treffern gegen Eintracht Braunschweig im Rampenlicht: Hansa-Stürmer John Verhoek. Quelle: Lutz Bongarts
Anzeige
Rostock

Wirbel wegen des Coronavirus, Flutlichtausfall kurz nach Spielbeginn nebst 20-minütiger Unterbrechung – die unglücklichen Begleitumstände des Montagsspiels gegen Eintracht Braunschweig hinterließen bei John Verhoek und seinen Mannschaftskollegen vom FC Hansa Rostock keine negativen Folgen.

„Der Trainer sagt immer, dass alles passieren kann und dass wir auf alles vorbereitet sein müssen. Das waren wir“, berichtete der 30-jährige Niederländer nach dem umjubelten 3:0-Heimsieg. Der Triumph katapultierte Hansa auf den achten Tabellenplatz und ließ den Abstand auf Rang zwei auf nur noch drei Zähler schmelzen.

Anzeige

Der Stürmer kam auf den Platz, stand sofort goldrichtig und besorgte nach knapp drei Minuten die 1:0-Führung. Es war der perfekte Auftakt eines begeisternden Fußballabends, den die Gastgeber vor 12 297 Zuschauern im Ostseestadion klar dominierten und an dem der Stürmer in der Nachspielzeit einen weiteren Treffer zum Sieg beisteuern konnte.

John Verhoek wirkt befreit. Im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt hatte der Holländer, der im Sommer 2019 nach Rostock kam, nach langer Anlaufphase seinen ersten Treffer für den FC Hansa erzielt. Im Spiel gegen Braunschweig überzeugte der 30-Jährige abermals mit einer starken Leistung und steuerte zwei Treffer zum völlig verdienten 3:0-Heimsieg bei.

Der Zwist mit den Ultra-Anhängern auf der Südtribüne, die Verhoek über einen längeren Zeitraum wegen mangelnder Torausbeute, seines angeblich hohen Gehalts und seiner Vergangenheit beim in der Hansa-Szene verhassten FC St. Pauli kritisch beäugten und sogar mit Schmäh-Bannern bedachten, ist ausgeräumt.

„Wir haben uns vor dem Spiel in Münster getroffen und uns ausgesprochen. Sie haben sich bei mir entschuldigt, und ich habe mich bei ihnen entschuldigt“, berichtet Verhoek über die Zusammenkunft in Rostock, an der auch Trainer Jens Härtel teilgenommen hat. Es habe ihn stark getroffen, von den eigenen Fans immer wieder angefeindet worden zu sein, erzählt Verhoek. „Ich bin in zwölf Jahren nie ausgepfiffen worden. Das tat mir weh. Ich fand es wichtig, mit den Fans darüber zu sprechen. Ich spiele für Hansa mit meinem ganzen Herzen. Jetzt feiere ich jedes Tor mit ihnen. Das ist das Schönste.“

Verhoek ist eine Last losgeworden. „Das sieht man doch auch auf dem Platz. Das hat was gebracht“, versichert der Mann, der in den zurückliegenden vier Spielen vier Treffer für den FC Hansa beisteuern konnte. „Es ist für mich schön, dass ich für Hansa wieder wichtig bin. Aber wichtiger ist, dass wir als Mannschaft gewonnen haben.“

Die Art und Weise, wie die Hanseaten gegen die Braunschweiger agierten, war eindrucksvoll. Trainer Härtel sprach vom bislang besten Spiel der Mannschaft, seit er im Januar vergangenen Jahres bei der Kogge an Bord ging.

Geht es nach dem Willen der Mannschaft und der Fans, darf es so oder ähnlich gern weitergehen: „Es ist wichtig, dass wir weiter punkten. Wir wollen in den verbleibenden elf Spielen alles reinwerfen und das Bestmögliche erreichen“, sagt Verhoek.

Die nächste Möglichkeit, sich ein Erfolgserlebnis zu verschaffen und in der Tabelle weiter nach oben zu rücken, hat der FCH am Sonntag. Dann treten die Härtel-Schützlinge beim abstiegsbedrohten FSV Zwickau an.

Von Christian Lüsch und Sönke Fröbe