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OZ Nartey will seinen Träumen bei Hansa näherkommen
Nartey will seinen Träumen bei Hansa näherkommen
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17:02 12.09.2019
Nikolas Nartey (19) absolvierte sein ersten Training bei Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock. Quelle: Foto: Paul Titze/Hansa Rostock
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Rostock

Hansas Sportvorstand Martin Pieckenhagen und Cheftrainer Jens Härtel dürfte gefallen haben, was sie am Donnerstag beim Training des FC Hansa Rostock gesehen haben. Der Auftakt der unmittelbaren Vorbereitung des Auswärtsspiels bei Eintracht Braunschweig (Sonntag, 14 Uhr) war geprägt von rassigen Laufduellen, verbissen geführten Zweikämpfen und großem Drang, Tore zu erzielen – bei Hansa ist neues Feuer drin.

Das liegt insbesondere daran, dass seit Donnerstag alle kurz vor Ende der Transferperiode verpflichteten Spieler dabei sind. Mit Nikolas Nartey stieg der letzte der vier Ende August engagierten Profis ins Mannschaftstraining ein. „Ich bin sehr gespannt und freue mich darauf, die Mannschaft kennenzulernen“, sagte der 19-jährige Mittelfeldspieler, der gegen Mittag mit seinem dunkelblauen BMW vor dem Stadion geparkt hatte.

Der einzige, den der junge Däne im Team der Hanseaten kennt, ist Sven Sonnenberg. Die beiden spielten in der Regionalliga-Mannschaft des 1. FC Köln zusammen.

Dort hatte U-21-Nationalspieler Nartey für sich keine Perspektive mehr gesehen. Zwar wollten die Kölner den Spieler halten und seinen Vertrag verlängern. Die Vorstellungen beider Seiten, zu welchem der Kölner Teams Nartey gehören würde, ließen sich aber nicht auf einen Nenner bringen. Der junge Mann mit ghanaischen Wurzeln ließ sich an den VfB Stuttgart verkaufen, wo er einen Vierjahresvertrag unterschrieb. „Es war vereinbart, dass ich sofort ausgeliehen werde“, erzählt Nartey.

Dass er beim FC Hansa landete, lag nicht nur am Engagement von Hansa-Sportvorstand Pieckenhagen sondern auch an Spielerberater Thomas Rasmussen. Der mittlerweile 42-Jährige spielte von 2003 bis 2005 selbst für die Hanseaten in der Bundesliga. Ex-Profi Rasmussen, der während seiner Zeit in Rostock seinen Namen Schultz ablegte, gehörte zu Hansas Publikumslieblingen. Kein Wunder, dass er nur positive Erinnerungen an seine Zeit beim FCH hat. „Er liebt diesen Verein und hat mir geraten, dass ich das Angebot unbedingt annehmen soll“, berichtet Jungprofi Nartey.

Der Wechsel passt in seinen Karriereplan: „Ich habe bisher vor allem in der 4. Liga gespielt. Jetzt versuche ich, mich in der 3. Liga durchzusetzen. Dann geht es weiter.“

Wenn es nach den Vorstellungen des Skandinaviers mit den neongelben Fußballschuhen geht, dann soll ihn seine Karriere noch sehr weit führen. „Wie jeder junge Fußballer träume ich davon, eines Tages bei der Weltmeisterschaft zu spielen und die Champions League zu gewinnen“, sagt er mit schwärmerischem Lächeln. Doch zunächst warten Gegner wie Braunschweig, Zwickau und Mannheim auf den Jungspund.

Sportvorstand Pieckenhagen redet im Zusammenhang mit Nartey zwar nicht über Weltturniere oder Pokale. Nichtsdestotrotz traut der 47-Jährige dem Spieler eine Menge zu: „Er hat sehr gute Anlagen. Aus ihm kann ein richtig Guter werden.“

Wenn es nach dem Willen von Nartey geht, kann es sofort losgehen. Er ist fit, hat beim 1.FC Köln die komplette Saisonvorbereitung bestritten und in dieser Woche mit den dänischen Junioren Rumänien in der EM-Qualifikation mit 2:1 bezwungen. Seinem ersten Einsatz bei einem Hansa-Heimspiel fiebert Nartey besonders entgegen. „Meine Familie lebt in Kopenhagen. Das ist so schön dicht. Sie werden alle kommen, wenn ich hier spiele.“

Von Christian Lüsch