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OZ Nino Dowe: Ich will in Bad Doberan sportlich Fuß fassen
Nino Dowe: Ich will in Bad Doberan sportlich Fuß fassen
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16:50 28.02.2019
Nino Dowe wurde im Nachwuchs von Hansa Rostock und Lok Leipzig technisch gut ausgebildet. Fortan soll der Neu­zugang die Defensive des Doberaner FC verstärken und das Aufbauspiel verbessern. Quelle: FOTO: J. Weber
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Bad Doberan

Nino Dowe hat dem Fußball jahrelang beinahe alles untergeordnet. Im Nachwuchs von Hansa Rostock und dem 1.  FC  Lokomotive Leipzig hat er von montags bis freitags trainiert. Manchmal auch samstags, wenn erst am Sonntag gespielt wurde. Die verbleibende Zeit ging überwiegend für die Schule drauf. Im vergangenen Sommer machte der 19-Jährige sein Abitur und hatte dann die Chance, seinen ersten Profi-Vertrag zu unterschreiben. Doch Dowe entschied sich gegen eine Laufbahn beim Traditionsclub 1. FC  Lok, der aktuell in der Regionalliga Nordost spielt.

„Realistisch betrachtet wäre ich über die vierte oder dritte Liga wohl nicht mehr hinausgekommen. Und dort verdienst du nicht genug Geld, um nach der Karriere davon leben zu können“, meint Dowe. Weil die Leipziger allerdings darauf bestanden, dass er sich auf den Fußball konzentriert und zu jeder Übungseinheit zur Verfügung steht, entschied sich der Mecklenburger gegen den Vertrag. Stattdessen jobbte er rund sechs Monate lang in Leipzig, unternahm viel mit Freunden und trainierte nur noch ab und an bei verschiedenen Vereinen mit, um sich fit zu halten.

„Für mich war relativ schnell klar, dass ich nach der Jugendzeit erst einmal einen ordentlichen Beruf erlernen oder studieren will. Am ­liebsten in der Heimat“, erzählt ­Nino Dowe. Im Dezember kehrte der gebürtige Rostocker zurück an die Ostsee­küste und wohnt derzeit wieder bei seinen Eltern in der Nähe der ­Hansestadt. Ab Oktober will der Blondschopf ein Studium in der Richtung Verkehrsbetrieb und Logistik an der Fachhochschule Warnemünde beginnen.

Dem Fußball wollte Nino Dowe nicht ganz den Rücken kehren. Über seinen langjährigen Kumpel Lukas Prange, den er einst als Gegenspieler kennengelernt hat, ehe er mit ihm zusammen im Hansa-Nachwuchs kickte, kam er zum Landes­ligisten Doberaner  FC. „Lukas und ich sind immer in Kontakt geblieben. Er hat mir den Verein empfohlen. Außerdem kannte ich auch Trainer Ronny Susa aus meiner Zeit beim FC  Hansa und hatte ein gutes Gefühl“, begründet der Neuzugang seine Entscheidung für den DFC. Sein erstes Ziel: „Nach meiner Zeit beim 1.  FC  Lok Leipzig will ich in der Heimat zunächst wieder sportlich Fuß fassen.“

Das gelingt bislang gut. DFC­Coach Ronny Susa ließ Nino Dowe jüngst beim 5:1-Erfolg in Schwerin als Innenverteidiger durchspielen. „Nino hat große Ruhe am Ball, wird auch unter Druck nicht hektisch, sondern spielt gute Pässe aus der Abwehr heraus und verbessert unser Aufbauspiel“, lobt der 38-jährige Susa seinen Schützling.

Dowe ist 1,94  Meter groß und hat damit Gardemaß für einen Abwehrspieler. Ausgebildet wurde er allerdings als Mittelfeldakteur. „Die letzten anderthalb Jahre in Leipzig habe ich auch schon als Innenverteidiger gespielt, war damals zufällig auf die Position gerutscht, weil wir ein paar Ausfälle hatten. Und dann war der Trainer zufrieden mit mir und hat mich dort gelassen“, sagt Nino Dowe, der 2016 in die Messestadt gewechselt war.

Das Talent stammt aus einer sportbegeisterten Familie. Papa Frank spielte in der Jugend selbst Fußball, wurde dann Boxer und kehrte später als Hansa-Nachwuchscoach zum runden Leder zurück. Mama Jana war einst als Handballerin aktiv. Bekanntestes Familienmitglied dürfte allerdings Onkel Jens ­Dowe (50) sein, der 143  Bundesliga-Partien für Hansa Rostock und 1860 München bestritten hat und heute den Verbandsligisten Rostocker  FC trainiert.

Den Sprung in die höchsten Landesspielklasse würde Nino Dowe gern mit dem Doberaner FC schaffen. „In dieser Saison wird das wohl nichts. Aber vielleicht könnte das unser Ziel für die kommende Spielzeit werden, wenn wir unser gutes Team zusammenhalten und noch verstärken können.“ Aktuell belegten die Münsterstädter mit 31  Punkten den vierten Tabellenrang in der West-Staffel. Mit einem Sieg heute (19  Uhr) beim SV  Plate (6., 30) könnten sie zumindest für eine Nacht mit der SG  Dynamo Schwerin (3., 34) gleichziehen. Nino Dowe meint optimistisch: „Wir wollen unseren positiven Trend aus der Vorbereitung und dem ersten Punktspiel fortsetzen und auch in Plate gewinnen.“

Tommy Bastian