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OZ 3:2-Zittersieg – Schwerin wackelt, fällt aber nicht
3:2-Zittersieg – Schwerin wackelt, fällt aber nicht
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22:50 11.04.2019
Im ersten Play-off-Halbfinale gegen Potsdam mussten Beta Dumancic, Anna Pogany und McKanzie Adams (v.l.) mit ihrem Teamkolleginnen vom SSC Palmberg Schwerin gegen den SC Potsdam Schwerstarbeit verrichten. Quelle: FOTO DIETMAR ALBRECHT
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Schwerin

Zitterspiel, Nervenschlacht, Drama, Happy End – alles Beschreibungen, die auf das erste Halbfinale der Volleyball-Bundesliga zwischen dem SSC Palmberg Schwerin und dem SC Potsdam zutreffen. Am Ende des Spiels, das fast zweieinhalb Stunden dauerte, bejubelte der SSC einen 3:2 (21:25, 25:22, 23:25, 25:19, 17:15)-Erfolg.

„Ich bin vor allem froh, dass wir gewonnen haben. Wie sich die Mannschaft aus dem Tief befreit hat, war stark“, hob Schwerins Trainer Felix Koslowski das Positive hervor.

Die erfolgsverwöhnten 2000 Zuschauer in der ausverkauften Palmberg Arena – der SSC hatte zuvor 20 von 22 Bundesliga-Partien für sich entschieden – trauten zunächst ihren Augen nicht: Die favorisierten Gastgeberinnen hatten gegen den mutigen und unbeschwerten Gegner Probleme, die passende Abstimmung zu finden. Spielerisch lief im ersten Satz bei den Mecklenburgerinnen wenig zusammen. Während der SSC seinen Rhythmus suchte, dominierten die Brandenburgerinnen,die erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in einem Meisterschaft-Halbfinale spielten.

Und wie: Der SCP machte mit seinen Aufschlägen Druck, war zu Beginn in der Annahme und im Zuspiel präziser und punktete ein ums andere Mal. Zwar verkürzte der SSC mit viel Kampf einen zwischenzeitlichen Acht-Punkte-Rückstand und wehrte zwei Satzbälle ab. Den dritten verwandelten die Potsdamerinnen aber nach 25 Minuten zum 25:21 und zur 1:0-Satzführung.

Nach dem ersten Seitenwechsel sah es so als, als würde der Meister das Kommando übernehmen. Das Team verringerte die Fehlerquote und hatte sich beim Stand 14:10 einen Vorsprung verdient. Doch die Gegnerinnen steckten nicht auf. und glichen zum 17:17 aus. Koslowski wechselte seine Zuspielerin aus: Denise Hanke machte Platz für Britt Bongaerts. Ein Schachzug, der sich auszahlte. Die Blau-Gelben holten sich die Führung zurück und ließen sich nicht mehr überrumpeln. Der zweite Satzball saß.

Es blieb ein Zitter- und Geduldsspiel, weil der Satzausgleich bei den Gästen keinerlei negative Wirkung zeigte. Der SSC wurde immer dann gefährlich, wenn er das Spiel schnell machte. Diese waffe nutzte er jedoch zu selten. Wie der zwölffache Titelträger 1:7- und 6:12-Rückstände wegsteckte, war zwar erstaunlich, aber insgesamt zu wenig. Obwohl die Norddeutschen bis auf 21:22 heranrückten – zum Erfolg reichte es im dritten Durchgang nicht. „Potsdam war der erwartet starke Gegner. Am Ende zählt nur der Sieg“, wollte sich McKenzie Adams auf keine Diskussion über die spielerische Qualität einlassen.

Der Druck für den SSC stieg. Und er überzeugte weiterhin vor allem mit Kampfgeist. Kleinigkeiten gaben den Ausschlag im vierten Satz – zum Glück zugunsten des SSC, der im Tie-Break vom Publikum getragen wurde und den fünften Matchball verwandelte. Am Ende waren Team, Betreuer und Fans vor allem erleichtert und glücklich.

Bereits am Sonnabend steigt das zweite Duell bei den Potsdamerinnen (16.10 Uhr/live bei Sport1). Die Mannschaft, die zuerst drei Siege erreicht hat, spielt im Finale um den Meistertitel. Am Donnerstag vor Ostern hat der SSC wieder Heimrecht.

Im zweiten Halbfinale standen sich der Allianz MTV Stuttgart und die Ladies in Black Aachen gegenüber. Stuttgart gewann 3:0 (25:19, 25:14, 25:21). SSC Palmberg Schwerin: Pogany, Hanke, Geerties, Barfield, Adams, Dumancic, Drewniok, Bongaerts.

Christian Lüsch