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OZ SSC Palmberg Schwerin will Etat um bis zu 30 Prozent kürzen

SSC Palmberg Schwerin will Etat um bis zu 30 Prozent kürzen

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18:25 16.04.2020
So früh wie noch nie: SSC-Trainer Felix Koslowski und das Management des Schweriner Volleyball-Bundesligisten sind dabei, den Kader für die kommende Saison zusammenzustellen.
So früh wie noch nie: SSC-Trainer Felix Koslowski und das Management des Schweriner Volleyball-Bundesligisten sind dabei, den Kader für die kommende Saison zusammenzustellen. Quelle: Wüstneck/dpa
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Schwerin

Das neue Team von Volleyball-Rekordmeister SSC Palmberg Schwerin nimmt langsam Gestalt an. Nachdem die Schwerinerinnen in der Osterwoche Lina Alsmeier vom USC Münster verpflichtet haben und Greta Szakmáry, Marie Schölzel und Lauren Barfield ihre Verträge verlängerten, stehen aktuell sieben Spielerinnen für die im Herbst beginnende neue Bundesliga-Saison unter Vertrag. Weitere werden zeitnah folgen, ist Cheftrainer Felix Koslowski überzeugt.

Gern würde der SSC mit Nationalspielerin Denis Hanke verlängern. Die 30-jährige Zuspielerin hatte schon über ihr Karriereende nachgedacht. Doch der Saisonabbruch ohne Meisterschaftsentscheidung war auch für die SSC-Kapitänin ein herber Schlag. So möchte Hanke ihre Laufbahn nicht beenden. „Wir möchten mit ihr verlängern, sind in Gesprächen und werden sicher zu einem ordentlichen Abschluss kommen“, ist Koslowski zuversichtlich.

Klar ist schon, dass der Mecklenburger Klub sparen wird. „Unser Budget wird 25 bis 30 Prozent unter dem der vergangenen Saison liegen“, erklärt der Coach. In der wegen der Corona-Pandemie noch während der Vorrunde im März abgebrochenen Saison 2019/20 standen dem SSC schätzungsweise anderthalb Millionen Euro für sein Bundesliga-Team zur Verfügung. In ein Wettbieten um Spielerinnen kann und will der SSC nicht einsteigen. „Die italienischen Klubs sind schon brutal aktiv. Da werden Summen aufgerufen, die alles andere als gesund sind. Ich bin gespannt, ob das so aufgehen wird“, sagt Koslowski.

Mit Kimberly Drewniok und McKenzie Adams haben zwei Leistungsträgerinnen den SSC bereits verlassen. Beide wollen in die italienische Serie A1 wechseln.

Beim SSC sollen zunächst zehn Spielerinnen unter Vertrag genommen werden. „Wir sind in diesem Jahr mit dem Kaderaufbau so früh dran, wie noch nie. Wir setzen auf eine gute Mischung aus erfahrenen und talentierten Spielerinnen, die wir bei uns entwickeln können“, beschreibt der Cheftrainer. Ein bis zwei Transfers will sich der SSC noch offen lassen. „Ich bin überzeugt, dass sich auf dem Spielermarkt in den kommenden Monaten noch einiges bewegen wird.“

Daran, dass er und seine Mannschaft Mitte April in den vergangenen Jahren stets um den Gewinn des deutschen Meistertitels gekämpft haben und auch jetzt eigentlich im Meisterrennen wären, denkt der Erfolgstrainer kaum. „Es passiert selten, dass ich daran denke wo und gegen wen wir wohl jetzt spielen würden. Dennoch finde ich es immer noch schade und traurig, dass die Saison so endete. Aber es gibt Wichtigeres.“

Felix Koslowski, der im Februar zum vierten Mal Vater geworden ist, kann der Sportpause auch Positives abgewinnen. „In den vergangenen fünf, sechs Jahren bin ich nie so viel zu Hause gewesen, wie im Moment. Wir verbringen und genießen diese besondere Zeit als Familie gemeinsam.“

Trainiert wird beim SSC aber dennoch. „Da wir derzeit nicht als Mannschaft zusammen sein können, planem wir ein Onlinetraining. Jeder arbeitet dabei zwar individuell, aber wir werden uns dabei gegenseitig sehen. Das wird das Gemeinschaftsgefühl stärken“, meint der Trainer. Er hofft, noch im April wieder in kleinen Gruppen arbeiten zu können.

Von Christian Lüsch