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OZ Champions in Partylaune
Champions in Partylaune
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11:42 10.03.2019
Die Sieger der Sportlerwahl mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (3.v.l.). Quelle: Danny Gohlke
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Rostock

Ruderer Hannes Ocik lag am Sonnabend auf einer Massagebank am Lago di Varese in Norditalien und ließ sich die Schmerzen des Trainings aus den Muskeln kneten. Währenddessen feierten im Rostocker Radisson Blu Hotel mehr als 400 sportbegeisterte Politiker, Unternehmer und Athleten. Sie waren zum Festakt nach Rostock gekommen, um die Sieger und Platzierten der Sportlerwahl 2018 in MV zu feiern.

„Ich wäre sehr gern dabei, denn die Gala ist immer wieder wunderbar. Aber ich muss trainieren, um in diesem Jahr genauso erfolgreich zu werden, wie im vergangenen“, grüßte der Schlagmann aus dem Deutschland-Achter, der zum dritten Mal in Folge als „Sportler des Jahres“ ausgezeichnet wurde, via Telefon.

So wie der Welt- und -Europameister aus Schwerin, für den Trainer René Burmeister den Siegerpokal entgegennahm, mussten sich auch Triathletin Lena Meißer und die Volleyballerinnen des SSC Palmberg Schwerin, die bei der Wahl der Frauen und Mannschaften vorn lagen, entschuldigen – die Champions waren im Einsatz. Frank Heimerdinger, Trainer der 21-jährigen Ausdauersportlerin, genoss den Triumph seines Schützlings still, aber intensiv: „Das gibt uns enorm viel Motivation. Wir hatten am Triathlon-Standort Neubrandenburg nach sehr erfolgreichen Jahren zwischenzeitlich eine Durststrecke. Aber jetzt entwickelt sich wieder etwas sehr Gutes“, sagte der Coach der deutschen Meisterin. Sie hatte bei der Ostsee-Zeitung, Landessportbund und Norddeutschem Rundfunk initiierten Abstimmung die meisten Stimmen bekommen.

Insgesamt waren 28 überaus erfolgreiche Sportlerinnen, Sportlern und Mannschaften nominiert. Mehr als 3200 sportbegeisterte Menschen hatten sich im Dezember und Januar an der Wahl beteiligt.

Wie wichtig der Sport für die Gesellschaft ist, hob Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in ihrer Festrede hervor. „Im Sport erleben wir Zusammenhalt und Begeisterung, die wir uns in anderen Bereichen der Gesellschaft wünschen“, sagte die Sozialdemokratin und lobte die „hohe integrative Kraft“ des Sports. „MV ohne Sport wäre wie MV ohne Ostsee“, fügte sie hinzu.

Es waren nicht nur die markigen Sätze der „First Lady“ im Land, die die Goalballer aus Rostock in Feierlaune versetzten. Bei der Wahl der Handicap-Sportler, die erstmals separat erfolgte, waren sie bei Männern und Mannschaften nominiert – und siegten. Riesen-Jubel brandete im festlich geschmückten und dutzenden Kerzen erleuchteten Hotel-Festsaal auf, als Reno Tiede zum Handicap-Sportler ausgerufen wurde. Der Sehbehinderte, der den Goalball in Rostock und Deutschland sportlich prägt und Botschafter mit enormer Strahlkraft ist, war gerührt: „Diese Erfolge machen mich stolz und zeigen, das unsere Leistung trotz körperlichen Beeinträchtigung beachtet und gewürdigt wird“, sagte der Mannschaftskapitän. Das die Ehrung der Para-Sportler in gesonderter Kategorie erfolgt, bedauert der 28-Jährige. „Wir reden viel über Integration und Inklusion. Ich hätte mich gern mit Hannes Ocik und den anderen Männern gemessen. Und es hätte mich nicht gestört, wenn sie vor mir gelandet wären“, sagte er.

Dirk Scheer, Sportsenator von Vorpommern-Greifswald und gemeinsam mit seiner Frau Lela Stammgast der Gala, lässt sich immer wieder gern inspirieren. Er ist selbst sehr sportlich, zieht zwei Mal pro Woche ein Fitnessprogramm durch: „Vor den Leistungen unserer Top-Sportler ziehe ich den Hut. Ich finde ganz wichtig, dass sie einmal im Jahr in diesem würdigen Rahmen geehrt werden“, sagte der Greifswalder. Er freute sich besonders über den Titel von Handicap-Leichtathletin Lindy Ave, die wie er aus der Hansestadt stammt. Und er hofft, dass die Basketballer der Rostock Seawolves in den nächsten Jahren etwas abräumen: „Was dort passiert, finde ich großartig“, urteilte Scheer.

Dass Felix Koslowski zum Trainer des Jahres proklamiert wurde, löste bei Michael Timm Freude aus. „Ich arbeite mit einigen Frauen zusammen. Er führt eine ganze Volleyball-Mannschaft regelmäßig zu Siegen und Titeln. Was er schafft, finde ich großartig“, lobte der Box-Erfolgscoach seinen Kollegen. Koslowski und der SSC sind schon wieder dabei, sich für in Position zu bringen: den Pokal haben sie schon in der Vitrine, nun soll der dritten Meistertitel in Folge perfekt gemacht werden. Während die Gala-Gäste in Rostock bis Sonntagmorgen plauderten, gut aßen und ausgiebig tanzten wurde, jubelten die Schwerinerinnen schon wieder – über den Heimsieg gegen Potsdam und die Lorbeeren der Sportlerwahl.

Christian Lüsch