Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
OZ Schweriner Supercup-Coup: Auf der Rückfahrt floss der Schampus
Schweriner Supercup-Coup: Auf der Rückfahrt floss der Schampus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:51 21.10.2019
Glücklich und ausgelassen feierten die Spielerinnen und Betreuer des SSC Palmberg Schwerin den Gewinn des Volleyball-Supercups. +++
Glücklich und ausgelassen feierten die Spielerinnen und Betreuer des SSC Palmberg Schwerin den Gewinn des Volleyball-Supercups. +++ Quelle: dpa
Anzeige
Hannover/Schwerin

„Das war eine sehr beschwingte Rückfahrt. Wir hatten Spaß im Bus, haben ein paar Flaschen Champagner geleert, die ein Sponsor spendiert hat. Wir haben den Erfolg sehr genossen“, berichtet Lauren Barfield von der Rückfahrt des SSC Palmberg Schwerin. Die Stimmung beim Pokalsieger nach dem 3:1-Coup im Volleyball-Supercup gegen Meister Allianz MTV Stuttgart war bis nach Mitternacht ausgelassen. „Nach der Rückkehr sind einige Mädels in Schwerin noch losgezogen. Ich war so kaputt und habe mich ins Bett verabschiedet“, erzählt die Mittelblockerin Barfield, die mit starken Aktionen großen Anteil am dritten Supercup-Erfolg in Folge hatte.

Die 29-jährige US-Amerikanerin, die seit 2016 für den deutschen Rekordmeister aktiv ist, war selbst bei allen drei Supercup-Titelgewinnen dabei. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn es Dir gelingt, den Titel so oft in Folge zu holen.“

Trainer Felix Koslowski war auch am Tag nach dem ungefährdeten Sieg „einfach nur stolz und sehr zufrieden“. Der 35-Jährige erlebte sein Team „wie entfesselt. Unser Start in die Bundesliga-Saison war nicht so, wie wir ihn uns vorgestellt hatten. Gegen Stuttgart wollten alle zeigen, was sie wirklich draufhaben. Das ist eindrucksvoll gelungen“, sagte der Trainer, der überrascht war, wie deutlich seine Spielerinnen den Gegner dominierten. „Block- und Feldabwehr waren überragend. Wir hatten ein paar Dinge, wie beispielsweise unser Aufschlagspiel, umgestellt. Das hat gut geklappt und die Stuttgarterinnen offenbar überrascht“, erklärte der Coach.

Kurios war der Triumph für SSC-Neuzugang Justine Wong-Orantes. Die US-Amerikanerin war aufgrund diverser Einsätze für die Nationalmannschaft direkt zum Spiel in Hannover angereist. Es war ihr erster Arbeitstag beim SSC – und sofort gab es einen Titelgewinn zu feiern. „Sie hat uns Glück gebracht. Sie darf gern bleiben“, scherzte Koslowski.

Finanziell zahlt sich der Supercup-Coup für die Schweriner Spielerinnen nicht aus. Lediglich Kimberly Drewniok konnte sich über eine 1000-Euro-Sonderzahlung freuen, die sie für den Schlag mit der höchsten Geschwindigkeit (mehr als 90 km/h) erhielt. McKenzie Adams, mit 28 Punkten erfolgreichste SSC-Scorerin, bekam als wertvollste Akteurin einen Reisegutschein im gleichen Wert.

Für die hoch gehandelten Bundesliga-Champions vom Neckar war die Niederlage im Duell mit dem Dauerrivalen eine schwere Enttäuschung. „Das war kein guter Auftritt von uns“, sagte Geschäftsführer Aurel Irion der Stuttgarter Zeitung. „Uns wurde von einem starken Gegner schonungslos aufgedeckt, dass wir noch große Schwächen haben. Wir sind zwar auf einem ordentlichen Weg, doch gegen Schwerin reicht es eben noch nicht.“ Sportdirektorin Kim Renkema, die eine Woche zuvor nach dem 3:0-Sieg gegen Dresden erklärt hatte, ihr Team habe erst 40 Prozent seines Leistungsvermögens erreicht, spielte den Wert des Titels herunter und meinte: Diese Niederlage ist nicht schlimm.“

Für die Mecklenburgerinnen geht in dieser Woche der Bundesliga-Alltag weiter: Am Mittwoch (19 Uhr) hat der SSC Heimspiel gegen Erfurt. „Darauf freuen wir uns. Es ist schön, dass wir uns unseren Fans als Supercup-Sieger präsentieren können“, meint der SSC-Trainer.

Von Christian Lüsch