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OZ Torhüter Kolke – so wichtig ist er für den FC Hansa Rostock
Torhüter Kolke – so wichtig ist er für den FC Hansa Rostock
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14:30 30.09.2019
Emotionaler Antreiber: Markus Kolke überzeugte bei Hansas Auswärtsspiel in Mannheim. Quelle: osnapix
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Mannheim/Rostock

Dieser Mann ist ein echter Glücksgriff für den FC Hansa Rostock: Torhüter Markus Kolke. Leistungsträger, Leader, Lautsprecher. Wie wertvoll der 29-Jährige ist, bewies er zuletzt am Sonntag beim Auswärtsspiel gegen Waldhof Mannheim. Dass die Rostocker am Ende nach dem 1:1 einen Punkt mitnahmen, verdankten sie auch Kolkes zahlreichen Glanz-Paraden. „Er hat eine starke Leistung gezeigt und uns im Spiel gehalten“, würdigte Hansas Cheftrainer Jens Härtel die Leistung.

Dabei stand der Einsatz des in Erlenbach am Main geborenen Fußball-Profis auf der Kippe. Beim Abschlusstraining am vergangenen Freitag war Kolke mit Nik Omladic zusammengeprallt. „Danach hatte ich die ersten 15, 20 Minuten leichte Zweifel, ob ich überhaupt spielen kann, da mir das Knie beim Auftreten sehr wehgetan hat“, erzählt Kolke.

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Hansa-Physiotherapeut Frank Scheller behandelte den Keeper. „Er hat drei Stunden an meinem Knie herumgefummelt“, berichtet er. Danach stand Kolkes Einsatz in Mannheim nichts mehr entgegen.

Das Duell mit dem furios in die Saison gestarteten Aufsteiger – für Kolke war es ein besonderes: Zum einen, weil er vor neun Jahren gemeinsam mit den Waldhofern in der Oberliga gespielt hatte. Zum anderen, weil das Spiel in Mannheim die 220. Drittliga-Partie war, die der Hesse bestritt. Ein Rekord, den er sich mit Robert Wulnikowski (ehemals Würzburger Kickers) teilt. Kein anderer Torhüter kommt auf derart viele Drittliga-Einsätze. „Das ist eine schöne Randerscheinung, über die ich mich freue. Vor allem, weil es in Mannheim war“, sagte der 1,87 Meter große Spieler.

Dass Kolke im Sommer an die Küste wechselte – für den FC Hansa war es ein glücklicher Umstand. Der Spieler hatte in der vergangenen Saison mit dem SV Wehen Wiesbaden den Aufstieg in die 2. Bundesliga erkämpft. Sein Vertrag galt zwar noch bis 30. Juni kommenden Jahres, wurde aber überraschenderweise aufgelöst. Auf „Wunsch des Spielers“, dem man „nach reiflicher Überlegung“ entsprochen habe, hieß es Mitte Juni in einer Presse-Mitteilung der Wiesbadener.

„Die Vorgeschichte ist nicht mehr wichtig“, sagt Hansa-Torwarttrainer Dirk Orlishausen. „Wenn ein Markus Kolke auf dem Markt ist, dann muss man handeln.“ Orlishausen freut sich, mit Kolke arbeiten zu können. „Ich hatte vom ersten Tag an das Gefühl, dass Markus zu uns gehört. Er ist einer, der vorangeht und andere mitreißt. Seine Art hat es allen einfach gemacht.“ Am Sonntag hatte der Keeper – Spitzname Krake – vor allem in der ersten Halbzeit alle Hände voll zu tun. „Natürlich wünsche ich mir, dass die Jungs vor mir alles wegnehmen und ich einen ruhigen Nachmittag habe. Aber was raufkommt, muss ich dann klären. Über ein bisschen Beschäftigung freue ich mich dann doch“, meint der Profi.

Nicht nur seine beeindruckende Elfmeterbilanz hat ihm einen „super Ruf“ (Orlishausen) in der Liga eingebracht. In seinen 220 Drittliga-Spielen parierte Kolke zwölf von insgesamt 26 Elfmetern.

Dass Hansa in dieser Saison noch kein einziges Spiel ohne Gegentreffer beendet hat, wurmt Torhüter und Team gleichermaßen. Trainer Orlishausen ist überzeugt, dass Kolke trotz seines Alters über Entwicklungspotenzial verfügt. „Er ist in der Lage, noch eine Schippe draufzulegen. Die dafür notwendige Einstellung, sich im Training reinzuhängen, bringt er mit.“ Kurzum: Kolke hat Bock auf seinen Job.

Hansas bisherige Saison-Bilanz mit drei Siegen, vier Unentschieden und drei Niederlagen betrachtet die Nummer 1 mit gemischten Gefühlen. „Auf alle Fälle ist sie ausbaufähig. Jetzt geht es darum, so schnell wie möglich 45 Punkte zu holen. Dann sehen wir weiter.“

Von Christian Lüsch