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OZ Überragender Wetzel gibt Empor Rostock die nötige Sicherheit
Überragender Wetzel gibt Empor Rostock die nötige Sicherheit
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20:55 25.08.2019
Starker Rückhalt: Empor-Torhüter Robert Wetzel jubelt nach einer Parade. Quelle: Foto: Sebastian Heger
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Rostock

Mit einem gefühlvollen Pass setzt Per Oke Kohnagel Rechtsaußen Janos Steidtmann in Szene. Der Linkshänder fängt den Ball im Sprung und versenkt ihn im Netz. Die Zuschauer sind begeistert und feiern ihre Lieblinge. Rostocks ­neuer Oberbürgermeister Claus ­Ruhe Madsen macht ein Selfie mit den Handballern des HC Empor und klatscht mit Trainer Till Wiechers ab. Der Nord-Staffelsieger der Vorsaison ist mit einem standesgemäßen 27:20 (15:10)-Erfolg über Aufsteiger HG Hamburg-Barmbek in die Drittliga-Saison gestartet.

Madsen brachte am Sonntag den Spielball aufs Feld. „Es war eine starke Leistung im vergangenen Spieljahr. Dieses Mal machen wir es noch ein kleines Stückchen besser“, sagte der Däne.

Die 2413 Zuschauer in der Stadthalle sahen ein typisches Saison-Auftaktspiel. Zwar waren die Abwehr und Torhüter Robert Wetzel von Beginn an hellwach, doch im Angriff lief noch nicht alles rund. Selbst Torjäger Nick Witte hatte Anlaufschwierigkeiten.

Nach gut einer Viertelstunde spielte sich Empor frei. Aufbauend auf den starken 6:0-Abwehrriegel kamen die Rostocker zu Ballgewinnen, zogen ihr Tempospiel auf und erzielten mehrere sehenswerte Treffer. Zu den spielerischen Höhepunkten der ersten Halbzeit gehörten die Tore von Janos Steidtmann (Heber zum 3:2), Dennis Mehler und Nick Witte, die Tempogegenstöße konsequent abschlossen. Ein starkes Pflichtspiel-Debüt feierte Jaris Tobeler. Der U-19-Vizeweltmeister war kaum auf dem Feld, da vollstreckte er zum 10:6 (24.).

Nach der Pause taten sich die Einheimischen zunächst erneut schwer. Die Gäste verkürzten auf 14:16. Doch Robert Wetzel gab seinem Team die nötige Sicherheit. „Er hat nicht nur viele Bälle gehalten, sondern war immer da, wenn wir ihn brauchten. Das war wichtig für uns“, lobte Per Oke Kohnagel den überragend haltenden Schlussmann. Der Spielmacher selbst glänzte nicht nur als Vorbereiter und siebenfacher Torschütze, sondern verbuchte einen familieninternen Erfolg. Sein älterer Bruder Lasse (32) spielt bei der HG. „Ich habe versucht, das auszublenden. Wir verstehen uns sehr gut“, meinte der Empor-Neuzugang. Lasse Kohnagel nahm die Niederlage im Familienduell sportlich: „Das war ja abzusehen, wenn der Vorjahresmeister gegen den Aufsteiger spielt.“

Mit einem wunderschönen Kontertor durch Jonas Ottsen, der eine Ballstafette über Tim Völzke und Nick Witte zum 17:14 abschloss und einem sehenswerten Angriff, den Kreisläufer Maximilian Schütze zum 18:14 versenkte, verschafften sich die Gastgeber wieder Luft. Auch das System mit dem siebten Feldspieler ging auf. Spektakulär, wie der zurückeilende Wetzel einen Fernwurf aufs verwaiste Tor abwehrte.

„Unterm Strich geht der Sieg von Rostock in Ordnung“, anerkannte HG-Trainer Tobias Skerka. „Wir haben Lehrgeld zahlen müssen. Sieben Tore waren wir nicht schlechter“, fügte er hinzu.

Till Wiechers war indes glücklich. „Für ein erstes Saisonspiel bin ich sehr zufrieden“, meinte der 36 Jahre alte Coach. Er ist überzeugt: „Wir haben viel Potenzial und werden uns noch steigern.“ Die Fans wird es freuen.

Von Stefan Ehlers