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OZ Hansa Rostock: Darum geht es bei der Mitgliederversammlung

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12:47 03.09.2021
Hansa-Aufsichtsratschef Rainer Lemmer (48) stellt sich am Sonntag bei der Mitgliederversammlung zur Wiederwahl.
Hansa-Aufsichtsratschef Rainer Lemmer (48) stellt sich am Sonntag bei der Mitgliederversammlung zur Wiederwahl. Quelle: Lutz Bongarts
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Rostock

Hansa im Hoch: Mehr als 17 000 Mitglieder gehören dem Zweitligaaufsteiger mittlerweile an, ein vermutlich relativ kleiner Teil davon wählt am Sonntag den neuen Aufsichtsrat des Koggenklubs: Dabei bewerben sich 14 Kandidaten um sieben Mandate. Ein weiterer wichtiger von insgesamt 18 Tagesordnungspunkten ist der geplante Verkauf des Ostseestadions an die Hansestadt Rostock. Der Kaufpreis wird aber wohl geringer sein als der, der Anfang des Jahres im Gespräch war.

Wie ist die Stimmung im Verein?

In der Vergangenheit ging es oft hoch her bei den Mitgliederversammlungen des Koggenklubs. Das ist beim Treffen am Sonntag im Ostseestadion nicht zu erwarten. Nach vielen krisenhaften Jahren hat sich der Verein in allen Bereichen beruhigt und stabilisiert bzw. ist auf Wachstumskurs. Auch sportlich steht der Verein so gut da wie lange nicht: Nach fast einem Jahrzehnt ist im Sommer die ersehnte Rückkehr in die 2. Bundesliga gelungen. Große Kontoversen sind für die von 13 bis 19 Uhr angesetzte Veranstaltung nicht in Sicht, beim Thema Ostseestadion könnte es allerdings noch mal emotional werden. Allerdings: Eine endgültige Entscheidung über den Verkauf steht noch nicht an.

Was ist das Besondere an dieser Mitgliederversammlung?

Ursprünglich sollte sie im November 2020 stattfinden und dann im Frühjahr dieses Jahres nachgeholt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Mitgliederversammlung auf den 5. September verschoben werden. Das heißt, bei der Veranstaltung am Sonntag stellt der Vorstand die Zahlen des Geschäftsjahres 2019/20 vor. Um die Aufstiegssaison, die zweite Spielzeit in Folge unter Corona-Bedingungen, geht es erst bei der nächsten Mitgliederversammlung. Sie soll noch in diesem Jahr einberufen werden – voraussichtlich im November.

Wer will in den Aufsichtsrat?

Zwei Frauen und zwölf Männer bewerben sich um ein Mandat im siebenköpfigen Kontrollgremium, dessen Chef seit gut einem Jahr Rainer Lemmer ist. Im Juli 2020 hatte der Gastronom den Vorsitz von Günter Fett übernommen, als dieser in den Vereinsvorstand wechselte. Lemmer bewirbt sich erneut um ein Mandat, ebenso wie seine amtierenden Aufsichtsratskollegen Henryk Bogdanov (Bauingenieur), Sebastian Eggert (Angestellter), Martin Ohde (Versicherungsexperte), Frank Schollenberger (Kaufmann) und Christian Stapel (Vertriebsdirektor einer Bausparkasse). Lediglich Torsten Jakob (Gastronom), der als Nachrücker in den Aufsichtsrat gekommen war, tritt nicht noch mal an. Neu ins Gremium streben Anne Schäfer (Anwältin), Melanie Schmidt (Angestellte), Mayk Borchardt (Strandkorbvermieter) Michael Brügmann (Vertrieb von Solaranlagen), Immanuel Fuhrmann (Steuerberater), Stephan Meyer (Vizelandrat des Landkreises Rostock), Sven Moschner (Geschäftsführer einer Computer- und Software-Firma) und Hannes Russnak (Verwaltungsangestellter).

Entscheiden die Mitglieder am Sonntag über einen möglichen Verkauf des Stadions?

Nein. In Punkt 16 der Tagesordnung geht es zwar um den geplanten Verkauf des Ostseestadions an die Hansestadt Rostock. Zur Abstimmung steht aber nur ein Richtungsentscheid des Vorstandes, wonach dieser von der Mitgliederversammlung beauftragt wird, die Gespräche zum Verkauf der vereinseigenen Arena an die Stadt fortzusetzen. „Die Bedingungen des Verkaufs sollen mit der Hansestadt Rostock abschließend verhandelt werden“, heißt es in dem Beschluss. Ziel sei es, dass die derzeit mehr als 17 000 Hansa-Mitglieder bei der nächsten Mitgliederversammlung - wohl im November – über den Verkauf beschließen können. Zum Thema Stadionverkauf soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die sich aus Mitgliedern des Aufsichtsrates, des Mitgliederbeirates und der Fanszene Rostock zusammensetzt.

Warum will Hansa das Ostseestadion verkaufen?

20 Jahre nach der Einweihung des neuen Ostseestadions gibt es erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf in der Arena. Unter anderem muss die Flutlichtanlage erneuert werden. Diese Kosten sowie den Stadionkredit kann der verschuldete Verein, der die Arena Ende der neunziger Jahre für den symbolischen Preis von einem Euro erwarb, nicht stemmen. Der Plan: Die Sanierungskosten würde das Land mit 14 Millionen Euro fördern, Käufer soll die Hansestadt Rostock sein. Als Kaufpreis sind derzeit gut zwölf Millionen Euro im Gespräch – Anfang des Jahres war von 15 Millionen Euro die Rede. Nach OZ-Informationen soll Hansa als Mieter, unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit, jährlich 700 000 Euro zahlen. Wenn die Rostocker Bürgerschaft und die Hansa-Mitglieder zustimmen, könnte der Verkauf möglicherweise noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

Ist die Mannschaft dabei?

Ja. Nach der Testspielniederlage gegen Pogon Stettin (0:1) am Donnerstag hat Jens Härtel seinen Spielern zwei Tage freigegeben. „Damit der Kopf frei wird und die Jungs mal durchschnaufen können. Es war zuletzt doch alles ganz schön stressig“, sagt der Trainer. Zur Mitgliederversammlung am Sonntag würden dann aber alle wieder da sein. Die Vorbereitung auf das Heimspiel eine Woche später gegen Darmstadt 98 beginnt für das Härtel-Team am Montag.

Von Sönke Fröbe