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OZ Schumacher winkt Startelf-Debüt gegen seinen Ex-Verein

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14:26 25.08.2021
Hansa-Linksaußen Kevin Schumacher wird von Dresdens Morris Schröter beschattet.
Hansa-Linksaußen Kevin Schumacher wird von Dresdens Morris Schröter beschattet. Quelle: Bernd Wüstneck
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Rostock

Kevin Schumacher brauchte ein paar Tage, um die Niederlage gegen Dresden zu verdauen. Die freie Zeit nach dem 1:3 nutzte der Linksaußen zu einem Besuch bei seiner Familie in Niedersachsen. „Um auf andere Gedanken zu kommen. Wir haben zwar auch noch mal ein bisschen über das Spiel gesprochen, aber im Endeffekt kommt man da gut runter“, sagt der 23-Jährige, der im Ostderby seinen bislang längsten von fünf Pflichtspieleinsätzen absolvierte. Bisher stand Schumacher noch nicht in der Startelf, am Sonntag (13.30 Uhr) im Auswärtsspiel gegen Werder Bremen könnte es so weit sein. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein.

Im Spiel gegen Dresden ersetzte der Linksfuß nach zwölf Minuten Calogero Rizzuto, der einen Nasenbeinbruch erlitt und sehr wahrscheinlich auch in Bremen fehlen wird. Das könnte die Startelf-Chance für Kevin Schumacher sein. „Er kommt aus der Regionalliga, da können wir keine Wunderdinge erwarten. Aber der Junge hat Speed, er macht die Wege vor und zurück. Er hat den Willen, immer wieder loszumarschieren“, sagt Trainer Jens Härtel. Schumacher sei auf einem guten Weg, „aber wir müssen geduldig sein und weiter mit ihm arbeiten“.

Gegen Dresden bereitete die Neuverpflichtung den Ausgleich von Streli Mamba entscheidend vor, ließ später aber zwei Hochkaräter ungenutzt. Auch sein Abwehrverhalten war nicht immer so, wie Härtel es gerne hätte. „Ich bin immer noch enttäuscht darüber, dass ich die Tore nicht machen konnte. Ich brauche noch mehr Ruhe und Entschlossenheit beim Abschluss“, sagt Schumacher und hakt die Heimniederlage ab: „Jetzt schaue ich nach vorne und fokussiere mich auf Bremen. Damit wir es besser machen und dieses Mal auf jeden Fall punkten.“

Dass Kevin Schumacher schon am fünften Spieltag ein aussichtsreicher Kandidat für einen Platz in der ersten Elf sein würde, war nicht abzusehen, als Hansa ihn Anfang Juli von Drittligaaufsteiger TSV Havelse holte und ihn mit einem Zweijahresvertrag ausstattete. Obwohl er gleich zwei Ligen aufgestiegen ist, spielt Schumacher schon ein gute Rolle beim Koggenklub: „Das hat mich definitiv überrascht. Ich bin überglücklich, dass ich meine Chancen bekomme und hoffe, dass es weiterhin gut läuft.“ Den Sprung von der 4. in die 2. Liga hat er bisher gut gemeistert. „Es ist schon ein großer Unterschied. Es ist aggressiver, es ist schneller, die Intensität ist höher. Es gibt ein paar Punkte, an denen ich arbeiten muss, gerade an der Schnelligkeit vom Kopf her“, sagt Schumacher.

Einen Einsatz über die volle Distanz würde sich der Offensivmann zutrauen. „Ich bin momentan sehr gut im Saft. Wenn ich die Chance bekomme, würde ich alle daran setzen, um sie zu nutzen.“ Im Bremer Weserstadion aufzulaufen, wäre ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere, die gerade richtig Fahrt aufnimmt. „Trainiert habe ich da schon, aber noch nicht gespielt“, sagt der Neu-Rostocker, der von 2018 bis 2020 für die U 23 der Grün-Weißen auflief. „Es steht außer Frage, dass ich gerne dabei wäre. Werder ist mein Ex-Verein. Dort sind einige im Kader, mit denen ich vor ein paar Jahren selber noch zusammengespielt habe“, meint er mit Blick auf Spieler wie Manuel Mbom, Eren Dinkci oder Christian Groß.

Die Drähte an die Weser sind noch da. Groß gratulierte Schumacher zu dessen Zweitliga-Debüt gegen den Karlsruher SC. „Ich habe zwei Jahre in Bremen gespielt, die Zeit war gut für meine Entwicklung. Natürlich freue ich mich, zurückzukommen“, erklärt der Hansa-Profi. Zumal Familie und Freunde auf der Tribüne sitzen werden, um Kevin Schumacher gegen kriselnde Bremer möglichst gewinnen zu sehen. Der 23-Jährige ist zuversichtlich, dass Hansa die bisher gute Auswärtsbilanz (Sieg in Hannover, Remis in Heidenheim) weiter aufpolieren kann: „Trotz der Niederlage gegen Dresden sind wir weiterhin selbstbewusst, weil wir bisher eine gute Saison spielen. Ich fahre nirgends hin, um zu verlieren.“

Von Sönke Fröbe