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FC Hansa Angst vor Fan-Randale: Rapid Wien sagt Hansa-Spiel ab
Sportbuzzer FC Hansa Angst vor Fan-Randale: Rapid Wien sagt Hansa-Spiel ab
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15:32 13.06.2014
Rapid Wien sagt das Testspiel bei Hansa Rostock ab. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Rostock

Hiobsbotschaft für den FC Hansa: Knapp zwei Wochen vor dem 60-jährigen Stadionjubiläum wurde der Rostocker Drittligist mit einer unangenehmen Nachricht konfrontiert. Rapid Wien, das beim Stadiongeburtstag gegen die Hansa-Profis spielen sollte, hat seine Teilnahme kurzfristig abgesagt.

Der österreichische Rekordmeister begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken. Die Wiener befürchten gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen eigenen Anhängern und Hansa-Fans.

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Vor etwa vier Wochen war im Internet ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie mehrere, mit blau-weiß- roten Gesichtsmasken vermummte Hansa-Anhänger in Wien in einen U-Bahn-Schacht einsteigen und einen Waggon komplett mit Farbe besprühen. Es endet mit dem aufgebrachten Spruch: „Liebe Ultras, hiermit laden wir Euch & Eure Freunde in unsere „No Go Area“ zum Freundschaftsspiel ein. Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen. Gerne auch früher. Eure Hansa- Hools.“

Das Video und die „Einladung“ an die Rapid-Fans haben dazu beigetragen, dass die Führung des österreichischen Spitzenklubs sich nun zur Absage entschloss. „Nach intensiver Rücksprache mit der Wiener Polizei und deren Gefahreneinschätzung (sei) die Entscheidung getroffen worden, die Teilnahme an diesem Spiel abzusagen, da zu erwarten ist, dass eine Minderheit von Anhängern des gastgebenden Vereins Ausschreitungen provozieren werden“, heißt es auf der Rapid-Homepage. Rapid plant an dem Wochenende nunmehr ein Testspiel in Österreich. Der FC Hansa bedauert die Absage. Zugleich will der Klub „im Rahmen der bestehenden Verträge entsprechende juristische Ansprüche prüfen lassen, um den entstandenen Schaden zu regulieren“.

Als Ersatz für Rapid Wien springt nunmehr Ferencváros Budapest ein. Die Verantwortlichen des ungarischen Spitzenklubs erklärten sich spontan bereit, nach Rostock zu reisen. Somit kommt es auch zu einer Rückkehr von Thomas Doll an die Ostsee. Der gebürtige Mecklenburger ist seit Dezember 2013 Cheftrainer von Ferencváros und freut sich auf die Partie gegen seinen alten Verein, in dem er sein Debüt in der DDR-Oberliga gab.

„Für mich wird der FC Hansa Rostock immer einen besonderen Stellenwert haben. Ich bin im Ostseestadion groß geworden und es ist schön, dass ich nun mit meiner Mannschaft Teil des Stadionjubiläums sein kann."

Ferencváros ist der erfolgreichste Fußballverein Ungarns und kann eine beeindruckende Anzahl an Titel vorweisen: 28 Mal wurde der Klub Meister und 20 Mal Pokalsieger. Als bisher einziger ungarischer Verein gewann Ferencváros 1965 mit dem Messepokal — einem Vorläufer des Uefa-Pokals — einen europäischen Wettbewerb und erreichte noch 1975 das Finale im Europacup der Pokalsieger.

In der zu Ende gegangenen Saison wurde die Mannschaft Meisterschafts-Dritter und nimmt somit an der Qualifikation für die Europa League teil. Mit dem Berliner Muhamed Besic (früher HSV) und Philipp Bönig (Duisburg, Bochum) stehen auch zwei deutsche Profis im Team der Ungarn.



OZ