FC Hansa Rostock 1:1 Fortuna Köln - Benyaminas Joker-Tor reicht nicht – OZ - Ostsee-Zeitung
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FC Hansa Benyaminas Joker-Tor reicht nicht
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00:00 16.03.2017
Hansa-Stürmer Soufian Benyamina zieht ab vor Kusi Kwane (r.) und trifft zum 1:0.
Hansa-Stürmer Soufian Benyamina zieht ab vor Kusi Kwane (r.) und trifft zum 1:0. Quelle: Foto: Lutz Bongarts
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Rostock

Das war wieder mal zu wenig: Im zweiten Spiel der englischen Woche kam der FC Hansa gestern Abend gegen Fortuna Köln nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit ohne Torchance erzielte der eingewechselte Soufian Benyamina zwar das Führungstor (56.), doch das reichte den Rostockern vor 9300 Zuschauern im Ostseestadion nicht zum Sieg. Cimo Röcker glich für die in den Schlussminuten durch eine Rote Karte dezimierten Gäste aus (77.). „Ja, wir sind enttäuscht, aber die Mannschaft wollte den Sieg unbedingt. Leider hat es nicht gereicht“, sagte Hansa- Trainer Christian Brand.

Der Siegeswille der Rostocker war allerdings erst nach dem Seitenwechsel erkennbar. Mit dem Halbzeitpfiff machten die Zuschauer ihrem Frust Luft. Ein Pfeifkonzert begleitete die Hansa-Profis in die Kabine. Statt des angekündigten mutigen Auftritts präsentierten sich die Rostocker verunsichert. Ohne Leidenschaft, Mut und Tempo blieb das Team vier Tage nach der 0:2-Pleite in Lotte gegen Köln vieles schuldig. Torchancen waren gegen die biedere Fortuna Fehlanzeige, es blieb bei vereinzelten harmlosen Versuchen von Quiring (13.) und Henn (17.). „Uns hat die Zielstrebigkeit gefehlt“, räumte Brand ein.

Trotz des weitgehend blutleeren Auftritts vor der Pause schickten die Zuschauer ihr Team mit einem aufmunternden Applaus in den zweiten Durchgang. Und tatsächlich zeigten die Gastgeber plötzlich mehr Biss und Tempo. Der eingewechselte Benyamina belebte als zweite Sturmspitze das schwache Offensivspiel und sorgte gleich mit seiner zweiten gelungenen Aktion für Jubel im Ostseestadion, als er zwei Kölner stehen ließ, aus zwölf Metern abzog und zum 1:0 traf (56.).

Die Rheinländer waren geschockt, Hansa wollte nachlegen: Fünf Minuten später umkurvte Andrist den am Boden liegenden Fortuna-Keeper Poggenborg, doch seinen Schuss konnte Kwame abblocken. Endlich war Leben im Spiel, denn auch die Kölner mussten jetzt aktiver werden. Bei einem abgefälschten Bender-Schuss konnte sich Torwart Schuhen erstmals auszeichnen (63.). Die kurze Rostocker Drangperiode war damit vorerst wieder vorbei, jetzt drängte Köln auf den Ausgleich. In der 77. Minute war es soweit: Röcker zog aus 16 Metern ab und ließ Schuhen keine Abwehrchance – 1:1.

Wenig später brachte Brand erstmals nach dessen Verletztungspause Timo Gebhart, und in der Schlussphase wurde es noch einmal dramatisch. Nach einem Foul an Holthaus sah Kölns Torschütze Röcker Rot (87.), und Hansa warf noch mal alles nach vorne. Andrist hatte das Siegtor auf dem Fuß, doch sein Schuss wurde von einem Kölner auf der Linie abgeblockt (90.). „Es war fast ein Wunder, dass der Ball nicht den Weg ins Tor gefunden hat“, atmete Kölns Trainer Uwe Kosachinat nach dem Abpfiff ganz tief durch. Am Ende blieb es beim 1:1, und die Hansa-Profis verließen enttäuscht den Rasen. Immerhin:

Zum Schluss gab es Applaus von den Zuschauern, die durch die Leidenschaft und den Siegeswillen im zweiten Durchgang mit ihrem Team versöhnt wurden.

Kurios: Obwohl Hansa erneut den Heimsieg verpasst hat, ist das Punktepolster der Rostocker auf die Abstiegszone um einen auf sechs Zähler gewachsen.

Statistik

Rostock: Schuhen - Ahlschwede, Henn, Hoffmann, Holthaus - Grupe (46. Benyamina), Erdmann – Quiring (79. Gebhart), Bischoff (83. Stevanovic), Andrist - Väyrynen.

Köln: Poggenborg - Flottmann, Schneider (70. Röcker), Mimbala, Kwame - Pazurek, Theisen - Bender (83. Engelmann), Kessel (64.

Oliveira Souza) - J. Rahn, Dahmani.

Tore: 1:0 Benyamina (57.), 1:1 Röcker (77.).

Schiedsrichter: Fritsch (Bruchsal).

Zuschauer: 9300.

Gelbe Karten: Hoffmann / Theisen, Kessel, J. Rahn, Schneider. Rote Karte:

Röcker (87., grobes Foulspiel).

Quiring verzettelt sich zu oft

Hansa in der Einzelkritik:

Marcel Schuhen: Starke Parade gegen Bender (63.). Hat Glück, als er rauskommt, aber nicht den Ball erreicht (55.). Note: 3,5

Maximilian Ahlschwede: Agierte oft zu zögerlich und ungenau am Ball. Steigerte sich in der Offensive, und war in der Defensive präsent. 3,5

Matthias Henn: Stolperte zweimal über die eigenen Beine. Wirkte unsicher. Im Spielaufbau fehlten ihm oft die Anspielstationen.   4

Marcus Hoffmann: Ließ hinten nichts anbrennen. Nach vorne fehlte ihm oft die Passhärte. 4

Fabian Holthaus: Mit Licht und Schatten, bügelte seine leichten Fehler aber oft selbst aus. 3

Tommy Grupe: Überfordert und mit leichten Ballverlusten. 5

Dennis Erdmann: Verbessert am Ball. Seine Pässe kamen meist an. Defensiv gewohnt lauf- und zweikampfstark.   2,5

Stephan Andrist: Uneffektiv. Muss den Ball quer spielen (61.). Arbeitete diesmal defensiv besser mit.   4

Amaury Bischoff: In der ersten Hälfte kaum zu sehen. Steigerte sich nach der Pause.   4

Christopher Quiring: Bemüht, aber der Neuzugang verzettelt sich wie zuletzt sehr oft.   5

Tim Väyrynen: Viel unterwegs. Sicherte oft den Ball. Kann öfter den Weg nach vorne suchen.   3,5

Soufian Benyamina: Brachte Schwung ins Spiel und krönte seinen guten Auftritt mit der starken Einzelleistung zum 1:0.   2,5

Timo Gebhart, Alexander Stevanovic: ohne Bewertung tb

Sönke Fröbe

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