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FC Hansa Hansa Rostocks Litka: Stück für Stück zurück
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Hansa Rostock Maurice Litka Stück für Stück zurück

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17:16 11.02.2021
Am 16. Dezember verletzte sich Maurice Litka beim Spiel in Ingolstadt schwer am Knie. In dieser Saison wird er nicht mehr für Hansa spielen können.
Am 16. Dezember verletzte sich Maurice Litka beim Spiel in Ingolstadt schwer am Knie. In dieser Saison wird er nicht mehr für Hansa spielen können. Quelle: Lutz Bongarts
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Rostock/Hamburg

Maurice Litka kann seinen Beruf derzeit nicht ausüben. Aber auch ohne Mannschaftstraining und Punktspiele sind die Tage des Fußball-Profis ausgefüllt. „Sechs Wochen ist die Operation jetzt her. Demnächst will ich mein Bein wieder voll belasten“, berichtet der Mittelfeldspieler vom FC Hansa Rostock. Am 16. Dezember verletzte sich der Rostocker Spieler schwer. Einen Tag später bekam er die niederschmetternde Diagnose: Riss des hinteren Kreuzbandes im rechten Knie. Für den 25-Jährigen, der verheißungsvoll in seine erste Saison beim FCH gestartet war, ist diese Spielzeit beendet. Anfang des Jahres erfolgte die Operation.

Sechs Mal in der Woche geht Litka für ein bis zwei Stunden zur Physiotherapie ins Hamburger Zentrum. Zu seiner Therapie gehören zudem Lymphdrainagen, um Flüssigkeit und die Schwellung aus dem linken Knie zu bekommen. Um die Muskulatur langsam wieder aufzubauen, stehen außerdem zwei Stunden Krafttraining auf dem Programm. „Es war am Anfang krass, zu sehen, wie schnell der Körper abbaut. Da war kein Gramm Muskeln mehr am Bein“, erzählt er.

Litka schuftet zwar in seiner Heimatstadt individuell für sein Comeback. Alleingelassen fühlt er sich deshalb aber nicht. Dass in der Rostocker Mannschaft einer für den anderen da ist, hat er nach seiner Verletzung immer wieder erfahren. Beim abschließenden Spiel des Jahres gegen Zwickau hielten seine Kollegen sein Trikot in die TV-Kamera, als sie einen Treffer bejubelten. „Ich fühle mich gut aufgehoben. Wir stehen in engem Kontakt“, erzählt Litka über die Whatsapp-Gruppe der Mannschaft und den Kontakt zu Trainer und Manager, mit denen er regelmäßig telefoniere.

Das Verhältnis zu Bentley Baxter Bahn ist besonders eng. Fast täglich tauschen sich die beiden Hamburger Jungs aus. „Es ist ein sehr schönes Gefühl, in meiner Situation auf diese Weise Wertschätzung zu erfahren. Das ist nicht in jedem Team üblich und zeichnet die Rostocker Mannschaft besonders aus.“

Auf seinem Weg zurück kommt Litka Stück für Stück voran. „Die Reha läuft gut. Ich merke, dass es von Tag zu Tag besser wird und versuche, die Belastung allmählich zu steigern, um mein Knie wieder frei zu bewegen und Krücken und Schiene möglichst schnell in die Ecke stellen zu können.“

Das Pensum ist anstrengend. „Mit einem Bein zehn Kilo bewegen zu müssen, sieht für einen Außenstehenden nach einer Pipi-Aufgabe aus. Nach meiner Operation weiß ich, wie schwer das ist. Ich bin froh, wenn ich zu Hause auf der Couch liege und das Bein hochlegen kann.“ Die Decke falle ihm trotz der außergewöhnlichen Situation nicht auf den Kopf. Gemeinsam mit seiner Freundin lebt Litka derzeit im Dachgeschoss ihres Elternhauses und fühlt sich dort bestens aufgehoben.

In der freien Zeit genießt der Profi Kino-Klassiker. „Ich habe mir eine Liste gemacht, auf der etwa 30 Filmtitel stehen. Shutter Island und The Wolf of Wall Street mit Leonardo di Caprio zum Beispiel, Interstellar und die Batman-Reihe stehen darauf – alles gute Filme, die schon ein paar Jahre älter sind.“

Ein paar werden sicher noch dazukommen, ehe Litka wieder am Ball ist. Der sympathische und redegewandte Profi, der im vergangenen Sommer von Preußen Münster zu den Hanseaten wechselte, hat konkrete Vorstellungen, wie es weitergehen soll: „Ich werde die nächsten drei, vier Monate meine Reha in Hamburg fortsetzen. Mein Ziel ist es, in der kommenden Saison wieder auf dem Platz zu stehen, am besten am ersten Spieltag.“

Bis dahin stehen die Spiele des FC Hansa weit oben auf Litkas Programm. ,Ich schaue mir alles an und freue mich für die Jungs, dass es so super läuft. Es gibt nichts Schöneres, als so einen Lauf zu haben. Es hilft mir auf meinem Weg, wenn ich das sehe.“ Am Sonnabend beim Spiel gegen 1860 München wird Maurice Litka wieder dabei sein. Daheim vor dem Fernseher und im Bewusstsein seiner Mannschaftskollegen.

Von Christian Lüsch