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FC Hansa Im 15. Anlauf: Hansa besiegt Heimfluch gegen Bielefeld
Sportbuzzer FC Hansa Im 15. Anlauf: Hansa besiegt Heimfluch gegen Bielefeld
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06:36 22.09.2014
FC Hansa Rostock - Arminia Bielefeld: Denis Weidlich läuft vorbei an Torhüter Alexander Schwolow und macht das 4:2. Quelle: Lutz Bongarts
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Rostock

Anders als auf dem Platz stand der Matchwinner vor den Mikrofonen neben sich. „Mir fehlen so ein bisschen die Worte, was nicht oft der Fall ist. Weil einfach so viele Emotionen hochkommen. Uns ist eine Riesenlast abgefallen“, gestand Hansa Rostocks Innenverteidiger Steven Ruprecht am Samstagnachmittag nach dem spektakulären 4:2 (2:0)-Sieg über Arminia Bielefeld. 280 Tage mit insgesamt 15 Pflichtspielen hatten die Hanseaten auf diesen Augenblick warten müssen. Der erste Heimsieg seit dem 14. Dezember 2013 verhinderte den Absturz auf einen Abstiegsplatz in der 3. Fußball-Liga.

Ruprecht hatte maßgeblichen Anteil an dem so langersehnten Befreiungsschlag. Der baumlange Innenverteidiger ging zum Punkt und verwandelte den ersten Foulelfmeter in der 26. Minute zur umjubelten Führung. Zwei Minuten später stand er an gleicher Stelle und schoss erneut eiskalt ein. „Der Trainer will, dass ich Verantwortung übernehme. Und wenn ansteht, dass Ruprecht die Elfmeter schießt, dann muss Ruprecht auch zum zweiten Mal hingehen und das nicht einfach wegschieben“, beschrieb der 27 Jahre alte Defensivmann seine Motivation für den Doppelschlag.

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Ruprechts Devise war die der ganzen Mannschaft an diesem ereignisreichen Nachmittag. „Der Trainer hatte uns sehr gut eingestellt“, sagte Christian Bickel, einer der Aktivposten in einem trotz einiger Ausfälle homogenen Team. Beim starken Debüt des erst tags zuvor verpflichteten Mittelfeldspielers Aleksandar Stevanovic präsentierten sich die ersatzgeschwächten Gastgeber spielerisch enorm verbessert gegenüber den vorangegangenen Partien.

Nach dem 3:0 durch ein unglückliches Eigentor des Bielefelders Sebastian Schuppan (66.) meinte vielleicht der eine oder andere, den angesichts der monatelangen Misere schon überlagerten Sekt aus dem Kühlschrank holen zu können. Das wäre aber zu früh gewesen. Unter tatkräftiger Mithilfe der Rostocker Defensive machten es Fabian Klos (72.) und Pascal Testroet (77.) mit ihren Toren noch einmal spannend.

Anders als so häufig an gleicher Stelle hatten die Hanseaten diesmal aber die passende Antwort parat. Der eingewechselte Denis-Danso Weidlich beendete das Bangen nach einem Sololauf mit sehenswertem Abschluss in der 85. Minute. „Heute haben wir endlich mal in einer Phase, in der es eng wurde, das entscheidende Tor gesetzt“, befand Trainer Peter Vollmann und strahlte wie ein Honigkuchen: „Wir freuen uns alle, weil wir auch einen Riesenfight abgeliefert haben. Da ist die Freude doppelt groß.“

Zu ausgiebig ausgelebt werden durfte sie aber nicht. „Wir haben keinen Grund, auf den Tischen zu tanzen, sondern konzentrieren uns jetzt auf das Spiel in Köln. Das wird wieder eine schwere Aufgabe, bei der Kleinigkeiten entscheiden“, sagte Vollmann vor dem zweiten Spiel der englischen Woche am kommenden Mittwoch bei Aufsteiger Fortuna Köln. Matchwinner Ruprecht wird dann aber keine Elfmeter schießen. Der Abwehrrecke hat zum fünften Mal Gelb gesehen und muss einmal zuschauen.



OZ