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FC Hansa Demonstration der Stärke: SSC zieht ins Halbfinale ein
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Nerven- und spielstark: SSC Palmberg Schwerin schlägt Suhl und erreicht Halbfinale

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19:39 21.03.2021
Bejubelten am Wochenende zwei Siege gegen Suhl und stehen im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft: die Spielerinnen des SSC Palmberg Schwerin.
Bejubelten am Wochenende zwei Siege gegen Suhl und stehen im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft: die Spielerinnen des SSC Palmberg Schwerin. Quelle: Cornelius Kettler
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Schwerin

Nach dem Rückstand die Nerven behalten, am Sonnabend mit einem Sieg das Entscheidungsspiel erzwungen und 26 Stunden danach den Gegner nach Belieben dominiert: Der SSC Palmberg Schwerin hat das Halbfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft erreicht. Am Sonntag bezwang das Team den VfB Suhl mit 3:0 (25:16, 25:13, 25:) Damit gewann der SSC die Serie „best of three“ mit 2:1.

„Das war ein Adrenalintrip. Ich bin froh und glücklich, wie die Mannschaft das gemacht hat“, freute sich SSC-Chefcoach Felix Koslowski, Sein Team habe sich das Halbfinale mit großer Entschlossenheit, Durchschlagskraft und Kreativität verdient, sagte der 37-Järhige. Am kommenden Sonnabend haben die Schwerinerinnen gegen Allianz MTV Stuttgart zunächst Heimrecht, ehe es in der Osterwoche ein oder zwei weitere Spiele gegen den Dauerrivalen geben wird.

Gegen Suhl standen die Mecklenburgerinnen am Wochenende nach der Auswärtspleite vom vergangenen Mittwoch vor dem zweiten Aufeinandertreffen unter gehörigem Druck – und sie hielten Stand. Zwar verlor der SSC am Sonnabend den ersten Satz, doch am Ende bejubelten Spielerinnen und Betreuer ein 3:1- (23:25, 25:15, 25:16, 25:18) Erfolg.

„Wenn wir am Sonntag ins Halbfinale einziehen, fragt niemand mehr, wie das zustande gekommen ist“, hatte SSC-Zuspielerin Denise Imoudu nach dem dominanten Auftritt ihres Team erklärt. Koslowski sagte vor dem K.o.-Duell am Sonnabend, sein Team werde gut regenerieren. Es werde sich den zweiten Sieg in Folge und die Halbfinal-Teilnahme nicht nehmen lassen.

Und so legten die Gastgeberinnen am Sonntagabend auch los. Imoudu machte mit einem As den ersten Punkt. Nicht nur auf dem Spielfeld ging es hitzig zu: Suhls Trainer Laszlo Hollosy kommentierte und gestikulierte nach jeder Schiedsrichterentscheidung, die ihm nicht gefiel – und davon gab es einige. Der Ungar hatte am Sonnabend aus dem VIP-Bereich der Palmberg Arena zuschauen müssen nachdem er beim Heimspiel aus der Rolle gefallen war und die Rote Karte gesehen hatte.

Die Schwerinerinnen beeindruckte das alles nicht. Nach einem grandiosen Block von Barfield, Spelman und Szakmáry erhöhten sie im Entscheidungsspiel auf 10:5. Und es wurde nicht mehr eng. Mit drei starken Aufschlägen setzte die eingewechselte Patricia Nestler die Suhler Abwehr unter Druck und besiegelte so den ersten Satzgewinn.

Mit sechs Punkten war Greta Szakmáry am Sonntag gut gestartet. Die SSC-Kapitänin hatte im ersten Duell mit Suhl einen Schmetterball aufs Auge bekommen, musste im Krankenhaus behandelt werden, meldete sich aber rechtzeitig zu den entscheidenden Spielen zurück.

Der SSC machte konzentriert und mit seinem sehr variablen Spiel weiter. Der Favorit dominierte das Spiel, der Außenseiter fand nur selten eine Lösung. Angefeuert von sechs Helfern des Vereins, die ihre Trommeln mitgebracht hatten und für Heimspiel-Atmosphäre sorgten, holten sich die gelb-blauen Schmetterlinge den zweiten Satz souverän. „So hatten wir es uns vorgestellt. Unser Plan ist aufgegangen“, sagte der zufriedenen Coach.

Es war sicher ein psychologischer Vorteil, dass die Gastgerinnen in dieser Saison schon einmal mehrere Spiele in unmittelbarer Folge absolviert hatten. Beim Champions League-Turnier Anfang Februar hatte der SSC an drei Tagen in Folge drei Spiele hingelegt. Konditionell waren die Mecklenburgerinnen weiter voll auf der Höhe. Mit einer Demonstration der Stärke zeigten sie dem Suhler Team seine Grenzen auf. „Jetzt atmen wir durch und freuen uns dann auf das Halbfinale gegen Stuttgart“, meinte Felix Koslowski.

Von Christian Lüsch