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FC Hansa Pannewitz’ Traum: Noch einmal für Hansa spielen
Sportbuzzer FC Hansa Pannewitz’ Traum: Noch einmal für Hansa spielen
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06:00 13.08.2015
Mit 18 schon Stammspieler bei den FCH-Profis: Kevin Pannewitz.
Mit 18 schon Stammspieler bei den FCH-Profis: Kevin Pannewitz. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Rostock

Kevin Pannewitz steht vor den Trümmern seiner Karriere. Dem 23-Jährigen wurde vor sechs Jahren bei seinem Profi-Debüt im Hansa-Trikot eine große Zukunft im Fußball prognostiziert. Doch heute gibt der Mittelfeldspieler sein Debüt für den Berlin-Ligisten VSG Altglienicke. Sechste Liga.

Das ist weit unter dem fußballerischen Potenzial, das Pannewitz in seinen Füßen hat. Hauptgrund für den Absturz des gebürtigen Berliners ist seine seit Jahren fehlende Disziplin beim Essen. 103 Kilogramm wiegt der 1,85 Meter große Kicker im Moment. Das sind rund 20 Kilo zu viel für einen Profi. Vor ein paar Wochen hat Pannewitz sogar noch 110 Kilogramm gewogen. Doch seit er von Goslar, wo er zuletzt in der Regionalliga Nord kickte, nach Berlin gezogen ist, hat er ein Ziel vor Augen: „Ich habe wieder richtig Lust auf Fußball. In meiner neuen Mannschaft macht es Spaß, es ist nicht ganz so ernst wie in den höheren Ligen."

37 Zweitligapartien hat Pannewitz für Hansa bestritten. Mit gerade mal 18 schon Stammspieler bei den Profis – doch den süßen Verlockungen konnte das Talent nicht widerstehen. Pannewitz ging gern feiern, dieses Bild entstand bald von ihm. Aus dem Klischee kam er nicht mehr raus – auch nicht aus der Gewichts-Falle.

Nach zwei Jahren in Goslar wollte Pannewitz, der im Oktober Vater wird, zurück nach Berlin. Er schloss sich der VSG Altglienicke an und bewarb sich bei der Berliner Stadtreinigung (die OZ berichtete). Er muss ja Geld verdienen. Seine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann hatte er abgebrochen, als er in Rostock Profi wurde.

Sein Gewicht will er noch weiter reduzieren. „Zwölf Kilo müssen noch runter“, sagt Pannewitz, der (wieder mal) seine Ernährung umgestellt hat. „Wenn ich fit bin, bin ich gut genug für die zweite Liga“, tönt er. „Vielleicht kann man von ganz unten nach ganz oben kommen. Ich träume davon, noch mal für Hansa zu spielen.“ Die Realität heißt Altglienicke.



OZ