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Fussball regional Blau-Weiß mit wichtigem Sieg im Kellerduell
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18:05 25.11.2019
Florian Fründt ist mit seinen bisher acht Saisontoren eine wichtige Säule im Angriff von Blau-Weiß Baabe. 
Florian Fründt ist mit seinen bisher acht Saisontoren eine wichtige Säule im Angriff von Blau-Weiß Baabe.  Quelle: Foto: Horst Schreiber
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Baabe

In der Landesliga Ost kämpfen beide Fußballteams von der Insel Rügen schon vor der Winterpause gegen den Abstieg. Mit einem 2:1 bei der SG Karlsburg/Züssow konnte sich der SV Blau-Weiß Baabe wichtige drei Punkte sichern (12. Platz/14 Punkte). Gegen den Tabellenletzten avancierte Florian Fründt mit seinem Doppelpack zum Matchwinner und schoss sein Team wieder über die Abstiegsränge.

Schlechter läuft es hingegen beim VfL Bergen (13./13). Das 0:2 gegen den VFC Anklam war bereits die dritte Niederlage in Folge. Damit fällt der VfL erstmals seit dem ersten Spieltag wieder auf einen Abstiegsrang zurück.

Fründt trifft früh zur Führung

Ein Sieg war für die Blau-Weißen aus Baabe beim Tabellenschlusslicht fast schon Pflicht, um im Rennen um die Plätze über dem Strich nicht zurückzufallen. Das Spiel begann gut für die Gäste. Nach fünf Minuten setzte Florian Fründt einen Abpraller aber nur an die Latte. Nur vier Minuten später machte er es dann aber besser: Einen Freistoß aus 18 Metern schoss er unter der Mauer der Gastgeber hindurch in die kurze Ecke zum 1:0. „Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt und müssen dann eigentlich schon höher führen“, erklärt Trainer Robert Fröhlich.

Wenige Chancen bleiben ungenutzt

Die SG brachte offensiv weiter nicht viel zu Stande, kam aber wie aus dem Nichts durch Marcus Bischoff zum Ausgleich (30.). Danach kam der Tabellenletzte besser ins Spiel, die wenigen Chancen der Partie blieben aber ab dahin ungenutzt. „Wir haben das taktisch gut gemacht. Wir wollten mit hohen Bällen spielen, weil der Gegner hinten kein Kopfballduell gewonnen hat. Das ist kein schöner Fußball, aber das Ergebnis ist erstmal wichtiger“, beschreibt Fröhlich seine Vorgabe.

Somit musste die Entscheidung in den Schlussminuten fallen. Die SG, bei der Bischoff die besten Chancen auf die Führung vergab, war weit aufgerückt, um doch noch den zweiten Saisonsieg einzufahren. Das nutzte Baabe: Ein langer Abschlag von BW-Torhüter Nico Offermann wurde vom Verteidiger verpasst und Fründt war frei durch. Der gegnerische Torwart bekam die Hände zwar noch an den Ball, der Abschluss von Fründt fand aber den Weg ins Tor (88.).

Die Defensive hält dicht

Auffällig waren in den letzten Partien besonders die wenigen Gegentore, die seine Mannschaft kassierte. Das Problem lag für den Übungsleiter dabei zuvor aber nicht an der letzten Reihe: „Die Abwehr stand schon vorher. Wir hatten kein Zugriff im Mittelfeld. Das musste angesprochen werden und funktioniert seitdem besser.“

Durch den vierten Saisonsieg verlässt Baabe erstmals seit drei Spieltagen wieder die Abstiegszone, bei Fröhlich aber noch kein Grund umzudenken: „Wir gucken einfach weiter von Spiel zu Spiel. Stralsund ist im nächsten Spiel für mich der Favorit und Siedenbollentin scheint zu Hause ja unschlagbar. Uns macht keiner Druck, das ist das Gute daran.“

VfL noch nicht im Krisenmodus

„Das Problem ist, dass wir hinten wieder zwei individuelle Fehler machen und vorn keine Tore schießen“, fasste Bergens Trainer Martin Handschug die Misere seiner Mannschaft kurz und bündig zusammen. Das 0:2 im Heimspiel gegen den VFC Anklam war bereits die dritte Niederlage in Serie und wieder waren es Einzelfehler, die den Gegner auf die Siegerstraße brachten. „Uns fehlt die Disziplin im Spielaufbau. Wenn wir schnell nach vorne spielen, dann müssen wir auch schnell zurück. Da können nicht ein oder zwei einfach stehen bleiben“, kritisiert Handschug, der gegen Anklam aber nicht vor Ort war. „Fehler sind in Ordnung, aber sie müssen uns in die richtige Richtung bringen. Wir machen aber immer die gleichen Fehler“, fährt er fort.

Auch ohne das Spiel direkt verfolgt zu haben, dürfte es ihm nicht schwer fallen, zu wissen, wie seine Mannschaft agierte. Die zeigt seit Wochen ein konstantes Bild: Viel Ballkontrolle und gute Spielzüge stehen schlechten Abschlüssen und haarsträubenden Fehlern gegenüber. „Wir wollen dann einfach zu viel. Wir spielen es zu kompliziert, in unserer Situation müssen wir so ein Spiel aber einfach mal durchdrücken“, sagt Handschug, der auch das fehlende Selbstvertrauen bei einigen Spielern bemerkt. Ein großes Problem, wenn es darum geht sich aus dem Tief zu befreien.

Rückrunde ist die Stärke

Bis zur Winterpause stehen zunächst schwere Spiele gegen den Penkuner SV und SV Hanse Neubrandenburg an, dann kommt der Inselrivale Blau-Weiß Baabe zum Rückrundenauftakt. Beunruhigt durch die Lage ist der VfL-Trainerstab noch nicht: „Wir kennen das schon und wissen, dass die Hinserie unsere schlechtere Saisonhälfte ist. Wir wollen uns aber schon jetzt im Kopf umstellen und dann mit dem Spiel gegen Baabe gut in die Rückrunde starten.“

Von Niklas Kunkel