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Fussball regional Cato Nickel mischt Lizenzfahrer beim Rügenpokal auf
Sportbuzzer Fußball Fussball regional Cato Nickel mischt Lizenzfahrer beim Rügenpokal auf
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13:56 22.10.2019
Der 14-jährige Cato Nickel startete beim 7. Rügenpokal in der Lizenzklasse und stand am Ende ganz oben auf dem Siegerpodest. 
Der 14-jährige Cato Nickel startete beim 7. Rügenpokal in der Lizenzklasse und stand am Ende ganz oben auf dem Siegerpodest.  Quelle: fotos (2) Fiete Ehrhardt
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Bergen

Der laute Motorensound auf dem Ring am Rugard ist noch weit zu hören, der Sand fliegt bis auf die Zuschauerränge und es gibt spannende Kämpfe um die entscheidenden Platzierungen. Das ist das Element von Cato Nickel.

Das 14-jährige Nachwuchstalent startete als einer der Favoriten beim 7. Rügenpokal vom MSC Bergen und musste sich in zwei Wertungsläufen gegen seine starke Konkurrenz der Lizenzklasse behaupten, die beim diesjährigen Rügenpokal die schnellsten Rundenzeiten aller Klassen machte. Im ersten Rennen konnte sich der Nachwuchsfahrer deutlich durchsetzen und zeigte dem starken Dan Kirchenstein und Björn Feldt mit einer halben Minute Vorsprung, wo der Hammer hängt. „Der erste Lauf hat wirklich viel Spaß gemacht. Ich bin sehr schnell ins Rennen gekommen und dazu liegt mir die Strecke hier auf Rügen sehr gut. Ich freue mich schon auf den zweiten Durchgang, der bestimmt noch mal richtig spannend wird“, erzählte Cato Nickel.

Mit seiner Vorhersage lag der Schüler goldrichtig, denn nachdem der Startschuss gefallen war, zeichnete sich schnell ein hartes Duell an der Spitze zwischen Cato und seinen zwei Konkurrenten ab. Nickel fuhr lange an der dritten Position und konnte sich in der zweiten Hälfte des Rennens an Dan Kirchenstein vorbei auf den zweiten Rang vorarbeiten und diese Position auch bis zum Zielsprung beibehalten. Der Nachwuchsfahrer sicherte sich so den Gesamtsieg der Lizenzklasse. „Ich freue mich, dass ich jetzt auf dem Podium ganz oben stehe, aber es war harte Arbeit“, so Cato Nickel der bereits mit vier Jahren mit dem Motocross anfing.

Familie brachte ihn auf die Rennstrecke

„Ich bin damals durch meinen Vater zum Motorradfahren gekommen und habe schnell meinen Spaß an diesem Sport gefunden“, berichtete der Schüler zu seinen Anfängen. „Außer meinen Freunden, die mich auch unterstützen in der Schule auf dem aktuellen Stand zu bleiben, wenn ich vom Unterricht für Wettkämpfe freigestellt werde, können viele gar nicht einschätzen, was es heißt, auf hohem Niveau Motocross zu fahren. Mich fasziniert vor allem, wie kompliziert Motocross ist, denn es gehört sehr viel Technik dazu, um schnelle Runden fahren zu können. Und eine starke Ausdauer ist entscheidend, wenn man 20 Minuten dauerhaft im Duell mit anderen Fahrern steht und alles aus sich rausholen muss“, resümierte Cato, der wöchentlich auf seiner 125er Zwei-Takt-Maschine sitzt und täglich mit Laufeinheiten und Radfahren seine Kondition verbessert.

Und das harte Training zahlte sich für den Neustrelitzer schon oft aus. In der 85-ccm-Klasse wurde er Deutscher Meister, fuhr zu vielen Landesmeistertiteln und mischte sogar bei der EM mit. „Ich habe dieses Jahr viele Erfahrungen gesammelt, obwohl ich wegen unglücklicher Stürze keine wirklich großen Erfolge hatte. Ich werde im nächsten Jahr von meiner kleinen Zwei-Takter auf eine größere Vier-Takt-Maschine umsteigen und denke, dass ich die gesammelten Erfahrungen dann gut nutzen kann“, so Cato der den 19 Lizenzfahrern beim Rügenpokal das Leben schwer machte.

Fiebing auf zwei und vier Rädern nicht zu stoppen

Der beste Allrounder beim 7. Rügenpokal war der Lokalmatador Karsten Fiebing. Er raste bei den Senioren mit zwei Siegen aus beiden Läufen souverän zum Gesamtsieg und zeigte auch auf dem Quad keine Schwäche, womit er auch auf vier Rädern ganz oben auf dem Podium stand. „Es war für mich ein toller Wettkampf und ein gelungener Saisonabschluss. Ich hatte keine Stürze und auch die Technik von Quad und Motorrad hat gehalten“, so Fiebing. „Im Fahrerfeld bin ich der Einzige, der mit zwei und vier Rädern an den Start geht, da es eine Umstellung ist, gleich nach dem Seniorenrennen vom Motorrad auf das Quad zu springen. Das Fahrverhalten ist natürlich ganz anders und auch finanziell ist das Quad deutlich intensiver. Beim Quad bekommt man mehr Schläge ab und es ist für mich insgesamt noch anstrengender als Motocross, aber macht mir zurzeit auch mehr Spaß“, sagte der Allrounder. „Jetzt in der Rennpause wird die Technik erneuert und überholt, Langeweile wird also nicht aufkommen“, resümierte der Rüganer abschließend.

Mitglieder retten Strecke vor dem Regenchaos

Für die Veranstalter war es ebenfalls ein sehr gelungener Wettkampf, wie Organisator Michael Kröplin berichtete. „Auch in diesem Jahr war das K&S BUD Racing Team als Schirmherr des Rügenpokals sehr zufrieden mit der Durchführung der Veranstaltung“, so Kröplin, welcher selbst in bei den Senioren an den Start ging. „Mittlerweile können wir sagen, dass der Rügenpokal eine kleine Tradition wird und jährlich neben vielen Hobbyfahrern auch die Hochkaräter aus dem ganzen Land anzieht“, sagte der Organisator vom MSC Rügen stolz.

„Möglich war das Ganze nur durch die vielen Mitglieder des MSC. Denn schon vor einigen Wochen fingen die Vorbereitungen an. Die Strecke wurde komplett überholt und musste wegen des schlechten Wetters immer wieder entwässert werden, damit die Traktoren und Radlader vor dem Rennen auf die Strecke konnten“, erklärte Michael Kröplin zu den Vorbereitungen. Die Zeichen vor dem Wettkampftag standen zunächst sehr schlecht, doch das Team um Kröplin packte an und präparierte die Strecke rechtzeitig. „Umso überwältigender waren wir von der Teilnahme, denn 140 Fahrer trotzten den Bedingungen und füllten die Klassen bis auf den letzten Startplatz aus“, so Kröplin zufrieden und fügte abschließend hinzu: „Im Rennen gaben alle ihr Bestes und wir blieben zum Glück bis auf kleine Blessuren verletzungsfrei.“

Den Abschluss des Rügenpokals machte das Mechanikerrennen. Hier mussten die Schrauber ihr Können auf der Maschine beweisen und die Fahrer können sich mit „guten Ratschlägen“ von der Seite einbringen. Für Kröplin ist das jedes Jahr das Highlight zum Saisonende.

Von Fiete Ehrhardt