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Fussball regional Der Stralsunder HV feiert die Meisterschaft im falschen Jahr
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16:28 06.06.2019
Die Stralsunder Leistungsträger Martin Hoffmann, Benjamin Hinz, Kay Landwehrs, Jakub Vanek und Martin Brandt (v.l.) konnten sich nach dem verpassten Aufstieg in der Relegation nur noch bei den Fans für die Unterstützung bedanken.  Quelle: foto: Niklas Kunkel
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Stralsund

Das letzte Aufstiegsrelegationsspiel zur 3. Handball-Liga zwischen dem Stralsunder HV und MTV Rheinwacht Dinslaken wird gelost statt ausgespielt (OZ berichtete). Dadurch verkommt das sowieso nur in der Theorie bedeutungsvolle Duell endgültig zur unwichtigsten Randerscheinung eines am Ende verkorksten Meisterjahres. Spieler, Trainer und Verantwortliche können nun ihre Wunden lecken, die sie schon am 27. April – also vor über einem Monat – nach dem letzten Oberliga-Spiel gegen Spandau hätten lecken wollen. Viele Spieler schleppten sich mit Wehwehchen in die vier Zugaben um den Aufstieg. Der Medizinkoffer wurde kaum noch zugemacht. „Was ist das für eine Belastung! Jetzt sollen wir noch zwei Spiele machen, um festzulegen, wer theoretisch nachrücken darf. So ein Schwachsinn“, hatte Steffen Fischer nach der entscheidenden Niederlage gegen TuS Vinnhorst kopfschüttelnd gestöhnt. Dazu kommt es im Einvernehmen der beiden betroffenen Teams nun doch nicht.

Der Losentscheid am Montag im Rahmen der Frauen-Relegation scheint daher die vernünftigste Lösung, um die Aktiven nicht noch weiter zu verheizen. Zudem ersparen sich die Stralsunder eine rund 1300 Kilometer lange Auswärtsfahrt in den Ruhrpott und zurück. Egal, wen das Zufallsprinzip als Sieger auserwählt, die starke Oberliga-Saison des SHV wird auf der Zielgeraden nicht belohnt. Stralsund wurde zum falschen Zeitpunkt Meister.

Unter der Verkleinerung der 2. Bundesliga von 20 auf 18 Teams haben vor allem die Meister der 3. und 4. Ligen zu leiden. Auch die vier Sieger der 3. Liga mussten eine Relegation spielen, um die drei Startplätze in der oberen Liga auszufechten. Als einziges Team schaute der HC Empor Rostock nach einer 2000 Kilometer langen Reise nach Konstanz in die Röhre. Dass sich der Stralsunder HV dieses Leid wenigstens mit dem MTV Rheinwacht Dinslaken teilen kann, ist kein Trost. Zehn Teams haben den Sprung geschafft, der SHV nicht – trotz umjubelten Meisterpokals und einer dominanten Saison.

„Der Modus ist eine absolut schwachsinnige Regelung. Ganz große Kritik an den DHB! Das sieht man mal, dass die Verantwortlichen ganz weit weg sind“, ächzte ein sichtlich emotionaler SHV-Coach Fischer direkt nach dem Vinnhorst-Duell. „Hätte man die 2. Liga nicht schrittweise verkleinern können?“

„Meister müssen aufsteigen“ ist eine Slogan, der seit Jahren auch im Fußball für Unmut bei Viertligisten sorgt. Hier müssen aus fünf Regionalligen vier Aufsteiger ermittelt werden. An einer befriedigenden Lösung für alle Seiten sind die involvierten Verbände bislang gescheitert.

Trotz allen Monierens über den (unnötigen) Aufstiegsmodus der Handballer, das beim Unterlegenen natürlich größer ist als bei Teams, die es trotz Mehrbelastung geschafft haben, muss sich der SHV ankreiden lassen, sportlich gegen potenzielle Drittligakonkurrenten nicht gewonnen zu haben. Stets waren die Sundstädter nah dran, gereicht hat es trotzdem nicht. Das musste auch der Stralsunder Übungsleiter nach dem letzten Spiel der überlangen Saison eingestehen: „Es war ein alles-oder-nichts-Spiel und wenn es um alles geht, reicht das, was wir angeboten haben, nicht. Wir haben uns selbst geschlagen.“

Gegen die HG Hamburg-Barmbek hatten die Stralsunder zweimal kurz vor Schluss im Ballbesitz die Möglichkeit, die Partie für sich zu entscheiden. Beide Male kamen sie nicht zum Abschluss. In Aurich hielten sie mit einem Wahnsinns-Comeback die Aufstiegshoffnungen am Leben, die nach dem Vinnhorst-Spiel zu Grabe getragen wurden. Die Beteuerungen der Hannoveraner, gegen Aurich Schützenhilfe zu leisten, erwiesen sich als heiße Luft. „Welche Motivation haben die (Vinnhorster/d. Red.) denn noch, sich gegen Aurich anzustrengen?“, ahnte Fischer bereits, als der Gegner in der Vogelsanghalle im Jubelkreis den Aufstieg betanzte.

Was bleibt ist, eine überragende Oberliga-Spielzeit des SHV, der vor allem im ersten Halbjahr erfrischend mitreißend war – und, dass die einzige Heimniederlage der Saison den Stralsundern die Rückkehr in die Drittklassigkeit verwehrte.

Horst Schreiber

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