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Fussball regional „ECKsen“ warten weiter auf Rugia-Hoe-Triumph
Sportbuzzer Fußball Fussball regional „ECKsen“ warten weiter auf Rugia-Hoe-Triumph
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17:49 12.08.2019
Das Team des „ECKsen ECKspress“ beim 5. Rugia-Hoe-Festival musste sich bei allen vier Etappen der Konkurrenz geschlagen geben. Quelle: fotos (3): Horst Schreiber
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Sellin

Mit kräftigen Schlägen gleiten die „Beast Boys“ auf den Strand von Sellin zu. Dann springt Gunnar Labs aus dem Boot und sprintet durch das Wasser und den Sand und schlägt die Zielglocke an. Die Magdeburger Kanu-Crew hat am Sonnabend die zweite Etappe des Rugia-Hoe-Festivals gewonnen und so etwas Boden gutgemacht auf das Führungsboot des SC Berlin Grünau, das das rund 50-Kilometer-Auftaktrennen am Freitag nach Thiessow, Vilm und zurück gewann. „Wir sind mit sieben Minuten Rückstand in den zweiten Tag gestartet. Deswegen geben wir mit jedem Schlag Vollgas“, meinte Labs, der das Offshore-Paddel-Rennen vor Rügen bereits vor zwei Jahren gewann. „Der Anspruch ist nicht niedriger geworden. Aber dieses Jahr wird es sehr schwer“, ahnte Labs. Zu schwer. Denn auch ein Sieg auf der Abschlussstrecke reichte für die „Beast Boys“ nicht zum Gesamterfolg, zu groß waren die Rückstände als Drittplatzierter der ersten und dritten Etappe. So jubelten die Berliner nach einmal 50 und dreimal 15 Kilometern im Ausleger-Kanu auf der Ostsee in insgesamt 7:38:20 Stunden. Zwischen die „Beast Boys“ und die Hauptstädter paddelte das Neubrandenburger „Team Pollo“, das auf allen Etappen Zweiter wurde.

Der SC Berlin Grünau und Vorjahressieger „Team Pollo“ starteten als Favoriten in die fünfte Auflage von Rugia Hoe. „Die Teams fighten richtig“, bewundert Organisator Falk Offer vom ausrichtenden PSV Neubrandenburg. „Der sportliche Ehrgeiz der Teams bei diesem Event wird immer größer.“

Rugia-Hoe-Maskottchen aus Eckernförde

Nicht ganz so verbissen, dafür mit viel Enthusiasmus ist die Crew „ECKsen ECKspress“, dessen Anfangsbuchstaben auf die Eckernförder Herkunft des Teamkerns verweist, gestartet. Das große Ziel: Einmal vor einem anderen Boot die Zielglocke läuten. „Dann würden sie uns wie Majestix auf dem Schild durchs Dorf tragen“, feixt Katharina Jonas. Der Triumphzug muss allerdings noch warten. Der „ECKsen ECKpress“ musste sich auf allen vier Etappen in der Mixed-Wertung geschlagen geben. Dennoch: „Wir sind schneller geworden im Laufe der Jahre“, behauptet Jonas und munkelt: „Vor 20 Jahren wären wir hier vielleicht auch vorn dabei gewesen.“

Die Mannschaft aus Schleswig-Holsteinern, Mecklenburgern, Berliner und Sachsen ist die älteste aller 13 Teams – im Durchschnitt 57 Jahre. Vier Mal gingen die Paddler bereits beim Rugia Hoe an den Start, nur die Premiere haben sie verpasst. „Wir haben uns als Maskottchen etabliert“, sagt Jonas. Heiko Sielski legt nach: „Wir sind die mit dem meisten Spaß.“ Dabei sind weder Wind noch Wellen der größte Konkurrent während der vier Touren auf der Ostsee. „Das ist man selbst. Du musst deinen Schweinehund überwinden“, weiß Sielski.

Wie auch „Beast Boy“ Gunnar Labs sind die „ECKsen“ eigentlich im Drachenboot zuhause. Vor Kurzem wurde ein Teil der Crew bei der Klub-Europameisterschaft im spanischen Sevilla Fünfter. Deutsche und Weltmeisterschaften stehen ebenso im Rennkalender wie Extrem-Events wie der 135 Kilometer lange Wesermarathon im 50(!)-Mann-Boot oder der 710-Kilometer-Kanten auf der Elbe von Prag nach Hamburg in 92 Stunden. „Wir sind schon verrückt“, gesteht Sielski mit einem Lachen, der wie Jonas aus Riesa (Sachsen) stammt.

Zwei Londoner Boote auf der Ostsee

Verrückt sind auch einige Engländer, die mehr als 1000 Kilometer von London nach Sellin zurückgelegt haben, um beim Offshore-Rennen dabei zu sein. Das Team „Paddlesport Mixed London“ nahm die Reise schon im vergangenen Jahr auf sich und landete in diesem Jahr mit insgesamt 39:10 Minuten Vorsprung vor den „ECKsen“ auf Rang sechs. Die Mixed-Wertung gewann die „1. OCC team Kanu Connection“ aus Berlin. Zudem sorgten Paddlerinnen des „Royal Canoe Club London“ für das erste reine Frauenboot in der Geschichte von Rugia Hoe.

So gingen von Freitag bis Sonntag mit 13 Booten fünf mehr als noch 2018 an den Start. „Wir sind wieder gewachsen. Die Kurverwaltung Sellin macht’s möglich. Aber es gibt noch viele 6er-Outrigger in Deutschland, die noch nicht zu uns an die Küste kommen. Es wird interessant, zu sehen, wie das Event wächst. Bei 25 Booten müssen wir gucken, wie wir das logistisch machen“, sagt Falk Offer. Denn der Platz zum Starten am Fuße der Selliner Seebrücke ist begrenzt.

Eine Option wäre der Start auf offener Ostsee. Aber den Landstart, bei dem ein Teammitglied vom Strand aus zu seinen fünf Paddelkollegen im seichten Wasser liegenden Boot sprintet, wollen die Organisatoren gern beibehalten. „Das gehört zum Flair von Rugia Hoe“, bestätigt Offer.

Diese Atmosphäre zieht auch die Kanuten des „ECKsen ECKspress“ jedes Jahr wieder nach Rügen. „Das Event ist so schön familiär, unkompliziert. Das schätzen wir“, versichert Katharina Jonas. Und vielleicht klappt es für die „ECKsen“ bei der kommenden Rugia-Hoe-Auflage mit dem Siegeszug wie bei den Galliern Asterix und Obelix.

Von Horst Schreiber

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