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Fussball regional Endlich raus: Oscar Swanér darf in Südafrika wieder kicken
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Endlich darf Oscar Swanér wieder kicken.

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12:26 09.05.2020
Oscar Swanér (Bildmitte) versucht hier im Trikot von Ajax Cape Town seinem Gegenspieler den Ball abzuluchsen. Der 17-Jährige weilt derzeit zum Auslandsjahr in Südafrika. Quelle: Privat
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Kapstadt/Rostock

Auf diesen Moment hatte Oscar Swanér schon lange sehnsüchtig gewartet. Nach über fünf Wochen strikter Ausgangssperre durfte der Fußballer, der derzeit ein Auslandsjahr Südafrikas Metropole Kapstadt absolviert, wieder ins Freie. Kicken, Joggen, Radfahren – Dinge, die der Spieler des FC Förderkader unendlich vermisst hatte, sind wieder – alleine – möglich. Allerdings beschränkt sich die Ausgeherlaubnis noch auf die Zeit zwischen sechs und neun Uhr morgens. Dennoch ist Swanér erleichtert.

„Es war eine wirklich harte Zeit. Wir durften nur für existenzielle Besorgungen vor die Tür. Ansonsten musste man in den Wohnungen bleiben. Das hat mich schon sehr mitgenommen. Training war überhaupt nicht möglich. Aber das neue Zeitfenster nutze ich natürlich aus“, sagt der Rostocker, der vor anderthalb Jahren mit seinen Eltern Jan-Hendrik Brincker und Camilla Swanér ans Kap der guten Hoffnungen reiste. Dort wollte die Familie eine Auszeit vom Alltag nehmen und die andere Seite der Weltkugel entdecken.

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Nach einem Jahr kehrten Swanérs Eltern zurück in die Hansestadt, der Kicker selbst blieb in Südafrika. „Ich hatte vor, das Land noch weiter kennenzulernen. Deswegen bin ich länger geblieben. Ich habe hier bei Freunden gefragt, ob ich noch bleiben kann und das hat geklappt“, erzählt Swanér, der nun bei seinen Kumpels Mats und Carlotta Walker unterkam.

Dass sich seine Reise in den letzten beiden Monaten wie ein Aufenthalt im Gefängnis anfühlte, ahnte der Jugendliche nicht. „Es gab eine strenge Kontaktsperre. Und an Sport, außer vielleicht etwas Home-Training, war nicht zu denken“, erzählt der Schüler.

Das Fußballspielen hat der Aufbauspieler schwer vermisst. Vor dem Lockdown in der afrikanischen Metropole spielte der 17-Jährige für das Schulteam der Deutschen Internationalen Schule in Kapstadt. Davor war Swanér sogar bei Ajax Cape Town aktiv, ein Kooperationsteam des 34-maligen niederländischen Rekordmeisters Ajax Amsterdam.

„Dort wird ein ganz anderer Fußball gespielt als zu Hause. In Deutschland geht es um Taktik, Technik und viel Ballbesitz. In Südafrika wird sehr häufig mit langen Bällen agiert“, lernte der Blondschopf schnell, der vor allem wegen seines anderen Spieltypus für die Trainer interessant war. Dauerhaft bei Ajax bleiben konnte der Führungsspieler aber nicht. „Letztlich ging die Schule meistens so lange, dass ich es nicht immer rechtzeitig zum Training geschafft habe. Manchmal saß ich zum Start der Einheiten noch in der Klasse. Das hat dann wenig Sinn gemacht“, erklärt der Reisende, der wegen der Ausgangssperren vermutlich nicht mehr zum Schulteam zurückkehren wird.

In den kommenden Tagen hat sich Swanér aber vorgenommen, so viel wie möglich mit dem Ball zu arbeiten, um bei seiner geplanten Rückkehr Mitte Juni wieder fit zu sein.

Denn wenn er wieder in Deutschland ist, plant der angehende A-Jugendliche wieder beim FC Förderkader gegen das runde Leder zu treten. Dort trifft er auf seine Kumpels, die er teilweise schon neun Jahre kennt. Schon im Winter war der defensive Mittelfeldspieler zu Besuch in Deutschland, spielte sogar bei zwei B-Jugend-Turnieren mit. „Ich vermisse auf jeden Fall das Fußballspielen in der Heimat und freue mich schon, wieder mit meinen Teamkameraden auf dem Platz zu stehen. Hoffentlich ohne neue Lockdowns“, blickt Swanér voraus.

Von René Warning

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