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Fussball regional Hansa Rostock: Die Enttäuschung ist riesig
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FC Hansa Rostock Die Enttäuschung ist riesig

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15:03 28.06.2020
Trainer Jens Härtel und die Spieler des FC Hansa Rostock nach der 1:3-Niederlage in Würzburg. Quelle: Lutz Bongarts
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Würzburg/Rostock

Sie hatten sich so viel vorgenommen, einen klaren Matchplan zurechtgelegt und gingen am Ende doch leer aus. Eine abermals unbefriedigende Leistung zu Beginn und der frühe 0:2-Rückstand bei den Würzburger Kickers haben den FC Hansa die Chance auf den direkten Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga gekostet. Am Ende eines schwarzen Sonnabends mussten die Rostocker eine 1:3 (0:2)-Niederlage verdauen.

Trainer Jens Härtel und Sportchef Martin Pieckenhagen diskutierten am Spielfeldrand. Nils Butzen vergrub sein Gesicht unter seinem Trikot. Niemand sollte sehen, wie groß seine Enttäuschung ist. Kai Bülow saß geknickt abseits seiner Mitspieler auf einer Eisbox und ließ den Kopf hängen.

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„Wir hatten die große Chance, oben heranzurücken. Jetzt ist die Enttäuschung über die Niederlage riesig“, beschrieb der 34-Jährige ein paar Minuten später seine Emotionen.

Als die Rostocker Mannschaft nach einer halben Stunde Spielzeit in der Würzburger Flyeralarm-Arena endlich aufwachte, war die Partie schon so gut wie entschieden: Daniel Hägele (19.) und Luca Pfeiffer (31.) hatten die Gastgeber in Führung geschossen.

„Die erste halbe Stunde hat den Ausschlag gegeben. Wir waren zu Beginn zu unruhig, zu wackelig und haben oft die falsche Entscheidung getroffen“, haderte Härtel. Sein Team war nicht so präsent, wie er es sich gewünscht hatte. „Insgesamt war das zu wenig“, urteilte der 51-Jährige.

Die Frage, warum sein Team erst zwei Gegentreffer kassieren musste, um befreiter aufzuspielen, konnte sich Härtel nicht beantworten. Wie schon im Heimspiel gegen Kaiserslautern (1:1) kam Hansa zunächst überhaupt nicht in Tritt.

Der Coach hatte vier Wechsel in der Startformation vorgenommen. Schmerzlich vermisst wurde vor allem der pfeilschnelle Aaron Opoku, der wegen einer Fußprellung in Rostock geblieben war. „Seine Qualität hat uns gefehlt.“

Lukas Scherff, der die Position des ausgeliehenen Hamburgers übernahm, vergab im Angriff Chancen und und machte in der Defensive Fehler. „Er war ein bisschen die tragische Figur“, urteilte der Chefcoach.

Es stand bereits 0:2, als sich die Ostseestädter Chancen auf den Anschlusstreffer erspielten. Scherff traf den Ball nicht richtig (32.) und Nico Neidhart bei seinem Freistoß nur den Pfosten (36.) des Würzburger Kastens.

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatten es die Rostocker erst dem Glück und dann der Klasse von Torhüter Markus Kolke zu verdanken, dass Würzburg nicht erhöhte. Erst krachte ein Distanzschuss an den Pfosten (46.). Dann rettete Kolke zweimal überragend gegen Kickers-Stürmer Pfeiffer (48.).

Für Hansa war immer noch der Anschluss drin. Doch wieder scheiterte Scherff nach Breier-Hereingabe an Keeper Vincent Müller (60.).

Hansa war jetzt besser. Die Würzburger ließen aber nicht nach, blieben abgebrühter und brutal effizient. Pfeiffer narrte Scherff und erhöhte auf 3:0 (70.) – Kolke war chancenlos. „Würzburg hat seine Chancen eiskalt genutzt“, sagte Pascal Breier. Der Hansa-Stürmer hatte mit einem wütenden Solo den Ehrentreffer erzielt (87.) – Ergebniskosmetik.

Während Würzburg für die 2. Liga planen kann, rechnen sich die Rostocker noch Chancen auf die Aufstiegsrelegation aus. Dazu braucht es Siege gegen Uerdingen und Chemnitz und Patzer von Ingolstadt und Duisburg.

Von Christian Lüsch