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FC Hansa Rostock: Härtel hat noch Hoffnung

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16:20 24.06.2020
Hansa dominierte erst in der zweiten Halbzeit, musste aber stets auf der Hut sein. Hier versucht Kaiserslautern-Profi Manfred Starke (l.), dem Rostocker Nils Butzen den Ball abzujagen. Quelle: Lutz Bongarts
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Rostock

Hansa-Trainer Jens Härtel stand am Dienstagabend nach Schlusspfiff noch einige Zeit auf dem Rasen. Den Kopf gesenkt, seine Hände in den Hosentaschen vergraben sprach der Trainer des FC Hansa Rostock minutenlang mit Nils Butzen.

Keine Frage: Angesichts der deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit, der zahlreichen Torgelegenheiten und der mangelnden Ausbeute waren beide mit dem 1:1 (0:1)-Unentschieden gegen den 1. FC Kaiserslautern unzufrieden.

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„Es ist zu wenig“, konstatierte der 51-jährige Fußballlehrer, der vor allem mit der Leistung in der ersten Halbzeit haderte. „Da war Kaiserslautern die bessere Mannschaft“, gestand Härtel. „Da war ich überrascht. Wir hatten einen anderen Plan, wollten intensiver pressen. Aber die Grundordnung hat nicht gepasst.“

Härtel stellte seine Formation in der Halbzeit zwar dreimal um. Erfolgreich war hingegen der Gegner. Mohamed Morabet hatte die Gäste vom Betzenberg aus abseitsverdächtiger Position in Führung gebracht (39.). Zuvor hatte die Ros­tocker Abwehr nicht entschlossen genug attackiert.

Hansa dominierte das Duell gegen die Pfälzer erst in der zweiten Halbzeit klar. „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie in der zweiten Halbzeit aufgetreten ist und wie sie alles versucht hat“, lobte Härtel „gefühlt 80 Prozent Ballbesitz“ und die „ganz andere Intensität“.

Die Rostocker investierten nun deutlich mehr und drängten auf den Ausgleich, den Maximilian Ahlschwede nach einem Foul an Daniel Hanslik in der 74. Minute per Elfmeter besorgte.

Die Tatsache, dass sein Team aus einer Vielzahl von Chancen – wie zuvor schon in Duisburg – zu wenig Kapital schlug, kostete Hansa den so wichtigen Heimsieg.

„Wir haben ganz viele Sachen schlecht gemacht und nicht unser wahres Gesicht gezeigt“, ärgerte sich Mittelfeldspieler Nils Butzen über die beiden verlorenen Punkte.

Besonders bitter: Die Rostocker Mannschaft ist zwar seit nunmehr sechs Spielen in Folge unbesiegt. Leider genügten vier Siege und zwei Unentschieden nicht, um sich in der Tabelle auf einen der Aufstiegsplätze zu verbessern oder den Relegationsrang zu behaupten.

In den drei Spielen bis zum Saisonende – am Sonnabend in Würzburg, am Mittwoch daheim gegen Uerdingen und am folgenden Sonnabend in Chemnitz – besteht für die Hanseaten weiter die Chance, die Saison mit dem Aufstieg zu krönen oder zwei Relegationsspiele zu erzwingen. Die Rechnung ist einfach: Gewinnt Hansa alle drei Spiele, ist die Wahrscheinlichkeit am größten, einen der ersten drei Tabellenplätze zu erreichen. Selbst mit dieser Serie wäre das Team darauf angewiesen, dass Braunschweig und Würzburg Punkte liegen lassen.

Doch so weit schaut Jens Härtel noch nicht. Ihm machte die Steigerung seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit des Duells gegen Kaiserslautern Mut für die nächste Aufgabe: „Das macht mich ein bisschen optimistisch für das Spiel am Sonnabend.“ Bis dahin gehe es darum, gut zu regenerieren, sagte der Coach, der sich über einen Tag zusätzliche Pause freute.

Das Aufeinandertreffen mit den Kickers am Sonnabend (14 Uhr) – für Hansa hat es Final-Charakter: „Es wäre ein großes Endspiel, wenn wir gegen Kaiserslautern gewonnen hätten. So ist es nur ein kleines Endspiel. Wir müssen gewinnen, sonst können wir Würzburg nicht mehr greifen“, rechnet Härtel vor.

Von Christian Lüsch

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