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Grimmener Handballer hat ein schwarz-gelbes Herz

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23:17 23.12.2019
Raik Mielke präsentiert seine privates BVB-Museum – natürlich angestrichen in den Vereinsfarben von Borussia Dortmund. Quelle: Foto: Horst Schreiber
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Grimmen

Das Zimmer, in dem Raik Mielke seine Leidenschaft zum Ballsportverein Borussia 09 auslebt, ist schon jetzt rappelvoll mit schwarz-gelben Utensilien. Dabei liegt der Großteil der 3000 (!) Artikel umfassenden Sammlung noch in Kisten verpackt im Elternhaus, darunter alle Heim- und Auswärts- , sowie die meisten Sondertrikots seit 1994 und sämtliche Autogrammkarten seit 1986. Mielke, der Handball beim HSV Grimmen spielt, ist BVB-verrückt. „Ich sehe das vielleicht durch die Fanbrille, aber Dortmund unterscheidet sich einfach von anderen Vereinen“, meint er.

Borussia Dortmund sei Emotion pur. Daran habe auch Ex-Trainer Jürgen Klopp, der groß eingerahmt an Mielkes Wand hängt, enormen Anteil. „Ich habe noch nie so geheult, wie während der Pressekonferenz, bei der er seinen Abschied vom BVB verkündet hat“, verrät Mielke.

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Die Leidenschaft für den Revier-Klub begann 1994. Matthias Sammer fand er irgendwie cool, doch auf seinem ersten Trikot prangt der Name von Andreas Möller. Während in der Grundschule der Großteil der Mitschüler Hansa-Rostock-Fan war, hüllte sich Mielke mehr und mehr in schwarz-gelb und musste einiges einstecken.

Als der Reporter der OSTSEE-ZEITUNG seinen BVB erstmals live im Stadion verfolgte – in Rostock gegen den FCH – war er als einziger Gästefan umringt von Anhängern in blau-weiß. Die zwischenzeitliche 2:0-Führung des BVB konnte Mielke nur kurz im Stillen genießen, denn Hansa drehte die Partie noch (3:2). Seitdem erlebt Mielke jeden Höhe- und Tiefpunkt von Borussia Dortmund mit. So oft es geht, setzt er sich ins Auto und fiebert im Dortmunder Stadion mit. „Ich freue mich immer wie ein kleines Kind, wenn ich im Stadion bin“, sagt Mielke. Alternativ verfolgt er mit Freunden jedes Match am Fernseher. Kürzlich schloss der Grimmener ein lebenslanges Pay-TV-Abo ab, damit er kein Spiel verpassen kann. „Wenn Dortmund ein Tor schießt, weiß die ganze Nachbarschaft Bescheid“, lacht Mielke. Dann freuen sich auch sein Hund Hunter, der mit Fanschal um den Hals vor dem TV hockt, und seine Freundin mit. Mielkes BVB-Sucht ist ansteckend.

In der Region ist diese Fan-Leidenschaft für den BVB wahrscheinlich einmalig, als Borussia-Anhänger ist er aber bei Weitem nicht allein. Unter den Fußballern des Landkreises genießt der achtmalige deutsche Meister hohes Ansehen (siehe Beitrag oben).

Und das stellt Mielke eindrucksvoll zur Schau. Eines seiner größten Schätze ist die Briefmarken-Sonderedition Nummer 1 zu den glorreichen Zeiten Mitte der 1990er Jahre mit Meister- und Champions-League-Sieg. „Emotional hängt er natürlich am meisten an den Trikots. Zu jedem gibt es eine Geschichte“, sagt Mielke, der eine Saison lang das aktuelle Jersey trägt, bevor es für immer auf den Kleiderbügel kommt. Der neueste Fanartikel-Zugang liegt wohl heute Abend unter dem Weihnachtsbaum. Was dem glühenden Fan noch fehlt, ist ein Wertpapier der BVB-Aktiengesellschaft. Warum er an der Börse noch nicht zugeschlagen hat, weiß Mielke auch nicht so recht. Für eine Aktie gäbe es sicher noch ein Plätzchen im privaten Borussia-Museum.

Von Horst Schreiber