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Handball: Titelduell in der Oberliga

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16:30 23.01.2020
HSV-Spielmacher Gordon Wicht wird trotz des Verdachts auf einen Nasenbeinbruch gegen den SHV auflaufen. .  Quelle: foto: Soeren Carl/bilderhorizonte.de
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Stralsund

In der Handball Oberliga Ostsee-Spree steht am Sonnabend (19 Uhr) das Spitzenspiel an. Der Tabellenzweite HSV Insel Usedom (16 Spiele/29 Punkte) empfängt den Ersten Stralsunder HV (15/29) in der Ahlbecker Pommernhalle.

Bei sieben Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger macht das Duo die Meisterschaft und damit den Aufstiegsplatz zur 3. Liga unter sich aus. Das Hinspiel gewannen die Stralsunder mit 32:29. Wie die Vorzeichen vor dem Rückspiel stehen, kommentieren HSV-Trainer Nico Heidenreich und SHV-Coach Steffen Fischer.

Offensive: Im Angriff der beiden Mannschaften wirbeln die erfolgreichsten Torjäger der Liga. Zurzeit liegt Patrick Glende vom HSV an der Spitze (129 Tore). „Ein Spieler reicht natürlich nicht aus, aber wir haben Qualität und Torgefahr von allen Positionen. Er reißt die Mannschaft mit, aber wenn er mal nicht liefert, werfen andere die Tore“, ordnet Heidenreich ein und verweist auf das Umkehrspiel mit der zweiten Welle als eigene Stärke.

Auf der Gegenseite ist Benjamin Hinz der erfolgreichste Werfer (121), aber auch beim SHV muss sich die Mannschaft nicht auf seine Tore verlassen. „Unsere Außen Hinz und Johannes Trupp sind in der Torschützenliste ganz vorn dabei. Das zeigt, dass wir ein gutes Tempospiel haben. Sonst spielen wir unsere Angriffe lang aus, weil wir keinen richtigen Rückraum-Shooter haben“, meint Fischer. Mit 506 Toren (HSV) und 494 Toren (SHV) stehen die beiden weit vor dem Rest der Liga.

Fazit: Unentschieden. Beide Teams haben sowohl die Einzelspieler als auch die technischen Fähigkeiten, um das Spiel schnell zu machen und viele Tore zu erzielen.

Defensive:Die Abwehr ist wohl die Paradeabteilung beim Meister aus Stralsund. Gerade einmal 345 Gegentreffer kassierte das Team bisher. Dabei kann flexibel von einer defensiven 6-0-Abwehr auf offen­sivere Systeme umgestellt werden. „Unsere Aufgabe wird sein, Glende zu beschäftigen. Im Hinspiel haben wir offensiv agiert und waren damit erfolgreich. Ich kann aber auch einen sehr massiven Innenblock stellen“, lässt Fischer sich für das Spiel noch nicht final in die Karten blicken.

„Unsere Abwehrleistung schwankt gerade ein bisschen. Mal hopp, mal top – daher hoffe ich, dass wir uns am Wochenende anpassen und wieder eine super Leistung zeigen“, sagt Heidenreich. Ziel für ihn wird es sein, das Konterspiel der Gäste zu unterbinden: „Wir haben das im Hinspiel gesehen. Da konnten wir das bis zu den letzten zehn Minuten unterbinden. Danach sind Abwehr und Keeper in Kombination eingebrochen.“

Fazit: Vorteil für den SHV. Die vari­able Deckung mit viel Erfahrung erlaubt dem Gegner im Schnitt nur 23 Tore. Für den HSV wird es dagegen eine Mammutaufgabe, das schnelle Spiel der Stralsunder über 60 Minuten zu unterbinden.

Torhüter: Beim Stralsunder HV steht Tobias Malitz als klare Nummer eins zwischen den Pfosten. In entscheidenden Momenten kann er sein Tor vernageln. Wenn es einmal nicht läuft, springt Philipp Groth ein, er zeigte in dieser Saison schon mehrfach seine Qualität. Bei den Gastgebern gibt es mit Lech Krynski und Erik Küster hingegen ein gleichberechtigtes Duo. Wer im Spitzenspiel den Anfang macht, lässt sich Heidenreich noch offen: „Letztes Wochenende haben beide eine Hälfte gespielt. Das entscheide ich aus dem Bauch heraus. Beim Siebenmeter sind auch beide gut.“

Fazit: Unentschieden. Wie so oft wird es wohl auf beiden Seiten auf die Tagesform ankommen. Einen entscheidenden Einfluss auf das Spiel werden die Torhüter aber auf jeden Fall haben.

Kader:Der Kader war bei den Gastgebern zuletzt das Sorgenkind. Patrick Glende hatte vor einer Woche eine Rückenblockade, Spielmacher Gordon Wicht hatte beim BFC Preussen einen Schlag ins Gesicht bekommen. Heidenreich kann aber Entwarnung geben: „Alle sind in guter Verfassung. Die Blockade bei Glende hat der Physio gut gelöst. Bei Wicht gibt es den Verdacht auf einen Nasenbeinbruch – aber auch alles gut. Diesmal kann ich auf den vollen Kader zurückgreifen.“

Fischer hofft beim Gegner hingegen scherzhaft auf einen kleinen Ausfall: „Wenn Glende mit einer Rückenblockade beim BFC 14 Tore wirft, müssen wir wohl hoffen, dass der Physio, der ihn da behandelt hat, nicht wieder dabei ist.“ Der SHV-Coach kann unterdessen ebenfalls auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Kreisläufer Jakub Vanek ist unter der Woche wieder ins Training eingestiegen. „Er ist natürlich noch nicht wieder bei 100 Prozent, aber er kann wichtig werden“, blickt der 29-Jährige auf die Rolle von Vanek im Mittelblock.

Fazit:Leichter Vorteil SHV. Wenn die Stammspieler in Topform sind, spielen die Teams auf einem Niveau. Die breiter besetzte Bank könnte aber dem SHV in die Karten spielen.

Von Alexander Kruggelund Niklas Kunkel

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