Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Fussball regional Hansa-Keeper Kolke: Auf Fans zu verzichten, ist hart
Sportbuzzer Fußball Fussball regional

Hansa-Keeper Kolke: Auf Fans zu verzichten, ist hart

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:58 26.05.2020
Leistungsträger und Führungspersönlichkeit im Hansa-Tor: Markus Kolke.
Leistungsträger und Führungspersönlichkeit im Hansa-Tor: Markus Kolke. Quelle: Lutz Bongarts
Anzeige
Rostock

Der FC Hansa Rostock tritt am Sonnabend (14 Uhr) zum Re-Start der 3. Liga beim FSV Zwickau an. Die OZ interviewte Hansa-Torhüter Markus Kolke. Der 29-Jährige spricht über die restlichen Saisonspiele, den Anspruch der Mannschaft und das Gefühl, nicht auf die Unterstützung der Fans bauen zu können.

Es wird am Sonnabend 82 Tage her sein, dass Sie mit dem FC Hansa ein Drittliga-Spiel bestritten haben (3:0 gegen Braunschweig/d. Red.). Wie fühlt es sich an, dass es nach so langer Zeit wieder losgeht?

Markus Kolke: Am Anfang war die neue Situation mit dem Corona-Virus schwer zu fassen. Jetzt herrscht bei uns allen pure Vorfreude. Wir sind erleichtert, dass es wieder losgeht.

Hansa hat als einer der ersten Klubs der Liga mit dem Training wieder losgelegt. Ein Vorteil?

Ich bin froh und dankbar, dass Hansas sportliche Leitung sofort alles versucht hat, um uns so schnell wie möglich die Rückkehr ins Training zu ermöglichen. Das war nicht selbstverständlich, wie wir bei anderen Vereinen sehen konnten. Ob das ein Vorteil für uns ist, werden wir in den kommenden Wochen sehen.

Was ist beim Training anders gelaufen als in Zeiten ohne Corona?

Das Mannschaftstraining läuft jetzt wieder völlig normal ab. Anders ist nur, dass es regelmäßige Tests gibt und wir uns in getrennten Kabinen umziehen.

In der Vorbereitung waren keine Testspiele erlaubt. Haben sie Ihnen gefehlt?

Wir nehmen die Situation so an, wie sie ist. Damit müssen alle Drittligisten klarkommen. Insofern herrscht Gleichheit.

Wie fit fühlen Sie sich?

Bei mir ist alles im grünen Bereich: Ich fühle mich fit. Wenn es anders wäre, müsste ich mit dem Fußball aufhören.

Für Hansa ist in den verbleibenden elf Spielen sogar noch der Aufstieg in die 2. Bundesliga drin. Mit welchem Anspruch starten Sie?

Wir fahren am Sonnabend nach Zwickau und wollen mit drei Punkten wieder nach Hause kommen. An meiner Sicht auf den Fußball hat sich nichts geändert: Wir schauen auch weiterhin von Spiel zu Spiel und sehen dann, was möglich ist.

Seit Sonntag sind Sie mit Hansa im Quarantäne-Hotel in Warnemünde. Ist es nach mehr als elf Wochen zu Hause auch mal wieder schön, einen Tapetenwechsel zu erleben?

Ich bin immer sehr gern zu Hause bei meiner Familie und schlafe am liebsten in meinem eigenen Bett. Jetzt ist es für alle Mannschaften der Liga Vorschrift, für eine Woche in ein Hotel zu ziehen. Es fühlt sich an wie im Trainingslager. Ich nehme es, wie es ist – und fertig.

Werden Ihnen die Fans bei den Spielen fehlen? Hat Sie der Trainer schon auf die besonderen äußeren Umstände vorbereitet?

Unsere Fans werden uns natürlich fehlen. Sie im Rücken zu haben – egal, ob bei Heim- oder Auswärtsspielen – ist immer etwas Besonderes, was uns pusht und uns ein paar Prozente mehr bringt. Ich versuche mich auf die Zeit zu besinnen, als ich mit dem Fußball angefangen habe. Da habe ich gespielt, weil ich den Sport geliebt habe. Ich freue mich, wenn wir bald wieder in vollen Stadien mit unseren Fans zusammen sein und den Fußball gemeinsam genießen können.

Von Christian Lüsch