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Fussball regional Hansa-Profi Butzen: Fußball unter Auflagen ist besser als keiner
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Hansa-Profi Butzen: Fußball unter Auflagen ist besser als keiner

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15:27 23.04.2020
Hansa-Training in der Corona-Krise: hier Nils Butzen und Rasmus Pedersen (l.) beim Fußball-Tennis.
Hansa-Training in der Corona-Krise: hier Nils Butzen und Rasmus Pedersen (l.) beim Fußball-Tennis. Quelle: FC Hansa Rostock
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Rostock

Stark eingeschränktes Training, Kontaktsperren, penible Hygienevorschriften, Einschränkungen in der Freizeit: Hansa-Profis Nils Butzen versucht, aus der unnormalen Situation das Beste zu machen. Bei den Hanseaten, die im Anschluss an die Zwangspause nach Ostern wieder mit dem Training begonnen haben, ist vieles anders, als es vor der Corona-Zeit war. „Wir trainieren mittlerweile in Sechsergruppen. Vieles spielt sich im technischen Bereich ab: Flanken, Torabschlüsse – alles, was man machen kann, ohne Körperkontakt“, erzählt der 27-Jährige am Telefon.

Es gebe aber auch unter den besonderen Voraussetzungen ausreichend Möglichkeiten, um sich gut vorzubereiten, meint der Mittelfeld-Allrounder, der im vergangenen Sommer vom 1. FC Magdeburg zu Hansa wechselte und auch in der kommenden Saison bleiben wird. Auf die Frage, ob das derzeitige Training „richtiger“ Fußball sei, entgegnet Butzen schlagfertig: „Zu Hause hat mir noch keiner den Ball zurückgespielt.“ Es sei angenehm, endlich wieder rauszukommen und Sport treiben zu können. Das sei auch für den Kopf wichtig, begründet der Profi.

Nach vier Wochen in den eigenen vier Wänden, die genervt haben, seien „alle froh, wieder auf dem Platz stehen zu können.“ Butzen sagt, für ihn fühle es sich ein bisschen wie eine Belohnung an. Damit die kleine Freiheit bestehen bleibe, halte er sich an die hygienischen Vorgaben. „Ich werde mich auf keinen Fall selbst meiner Lebensfreude berauben, indem ich mich verängstigen lasse“, versichert Butzen, der sich regelmäßig die Hände wäscht und jeden entbehrlichen Kontakt vermeidet. Er habe Respekt, aber keine Angst, sagt er. Durch seine Freundin, die als Arzthelferin in einer Rostocker Praxis arbeitet, fühle er sich besonders gut informiert und sei sensibilisiert.

Alles, was Nils Butzen und seine Mannschaftskollegen derzeit machen, dient der Vorbereitung auf die mögliche Fortsetzung der Saison in der 3. Liga. Er verfolge die kontroverse Debatte zum Thema intensiv. „Es gibt ganz viele, die mit Ideen und Vorschlägen auf sich aufmerksam machen. Am Ende müssen es aber Politik, Gesundheitsbehörden und der DFB entscheiden. Ich würde mir wünschen, dass es weitergeht. So bitter es auch ist, ich spiele dann lieber in einem Stadion ohne Zuschauer als gar nicht“, positioniert sich der gebürtige Thüringer.

Eine Prognose, ob und wie die Saison weitergeht, traut sich Butzen nicht zu. „Es ist extrem schwierig, das einzuschätzen, weil so viel erzählt und geschrieben wird. Zum Glück ist es nicht meine Aufgabe, das zu entscheiden.“

Von der Kreativität der Hansa-Anhänger, die in der Krise Ideen umsetzen, um die finanziellen Folgen für den Verein einzudämmen, ist er beeindruckt. „Ich habe schon in der Vergangenheit, als ich noch nicht für Hansa spielte, mitbekommen, was die Hansa-Fans so alles auf die Beine stellen. Wenn ich diesen Einfallsreichtum in der jetzigen Situation aus nächster Nähe erlebe, ist es noch mal etwas ganz anderes.“

Von Christian Lüsch