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Fussball regional Hansa-Verteidiger Riedel: Wir wollen in der Rückrunde die beste Abwehr sein
Sportbuzzer Fußball Fussball regional Hansa-Verteidiger Riedel: Wir wollen in der Rückrunde die beste Abwehr sein
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18:34 16.01.2019
Er hat seinen Stammplatz auch in der neuen Formation sicher: Julian Riedel, der hier im Training nach einer Anspielstation schaut. Rechts: Kai Bülow. Quelle: Fotos: Lutz Bongarts
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Belek

Knapp zwei Wochen nach dem großen Knall in der sportlichen Führung beim FC Hansa Rostock sieht Abwehrmann Julian Riedel keinen Grund mehr für Tristesse beim Koggenklub. „Schließlich haben wir nicht den größten Mist gespielt! Da gibt es andere Mannschaften mit Ambitionen, die noch hinter uns stehen oder gerade mal ein paar Punkte vor uns“, sagt der Vize-Kapitän des Tabellenachten im Trainingslager in Belek. Sein persönliches Ziel für die am 27. Januar mit dem Spiel in Braunschweig beginnende Restrunde gefällt auch dem neuen Trainer Jens Härtel, der seit Freitag viel frischen Wind reinbringt.

„Wir haben 30 Gegentore bekommen, für mich als Abwehrspieler sind das eindeutig zu viele. Für den Rest der Rückrunde ist es mein Ziel, dass wir die beste Abwehr sind“, sagt Riedel und legt damit den Finger in die empfindlichste Wunde im Hansa-Team. „Da müssen wir uns verbessern und in Zukunft ein paar weniger Tore reinbekommen. In den letzten Spielen war das oft zu einfach für den Gegner“, findet auch Chefcoach Härtel, dem nicht viel Zeit bleibt, „Dinge zu verändern und vielleicht personell nachzulegen“.

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Die bislang größte Veränderung: Der neue Chefcoach trainiert in ­Belek intensiv eine Dreierkette und ist überzeugt, dass die Mannschaft das schnell draufhaben wird. „Ich kenne Kollegen, die die Dreierkette per Video eingeführt haben, und die Spieler haben das dann nahezu perfekt gespielt. Das war allerdings in der Bundesliga“, sagt Härtel und fügt mit Blick auf sein Team hinzu: „So, wie ich die Jungs einschätze, sollte es nicht allzu lange dauern, bis sie das umsetzen.“ Auf den äußeren Positionen in der Dreierkette sind Hüsing (rechts) und Riedel (links) „eine Bank“, wie Härtel sagt: „Bis jetzt machen sie es hervorragend.“ Wer im Zentrum spielen wird, ist dagegen noch offen. Möglich, dass Sportchef Pieckenhagen noch einen Innenverteidiger verpflichtet.

Ob mit oder ohne Verstärkung – Julian Riedel glaubt weiter an die Mannschaft. „Wir wissen, dass wir Potenzial haben, das haben wir teilweise ja auch gezeigt. Aber wir wissen auch, dass wir es öfter abrufen müssen, damit die Rückrunde besser wird als die Hinrunde.“ Jeder sollte sich in der Winterpause selbst hinterfragt haben, was er falsch gemacht hat und was er besser machen kann, meint der 27-Jährige: „Die Mannschaft ist dazu verpflichtet, Wege zu gehen und Ziele zu erreichen.“

Auch der in der Winterpause freiwillig ergraute Mittelfeldmann Mirnes Pepic („Das habe ich aus Langeweile gemacht“) hat sich in der fußballfreien Zeit seine Gedanken gemacht. Am Ende des vergangenen Jahres sei er „ein bisschen platt“ gewesen. „Ich habe mir vorgenommen, eine Schippe draufzulegen, noch mehr an mir zu arbeiten. Ich weiß, was ich drauf habe und dass ich der Mannschaft auf jeden Fall helfen kann“, erklärt der 23-Jährige, der nach dem Training gestern lange mit Härtel gesprochen hat. „Als Mannschaft wollen wir hier in Belek noch enger zusammenrücken.“ Um das ursprüngliche Ziel, den Aufstieg, vielleicht doch noch zu erreichen.

Teamintern ist das offenbar noch nicht abgehakt. „Es sind zehn Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. Wir haben noch 18 Spiele – da kann immer noch alles passieren. Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Rückrunde spielen werden“, sagt Pepic. Auch Riedel hat das Thema noch nicht zu den Akten gelegt. „Selbst wenn wir jetzt Erster wären, hätten wir zwar eine gute Ausgangsposition, aber das hieße eben nicht, dass wir auch am Ende oben stehen“, sagt der Leverkusener angesichts der Erfahrungen, die er bei Preußen Münster mal gemacht hat: „Da habe ich es erlebt, dass wir in der Winterpause oben standen, und dann waren wir in der Rückrunde die schlechteste Mannschaft und sind am Ende Achter geworden.“

Um gleich drei Jahre hat Julian Riedel im Sommer seinen Vertrag in Rostock verlängert, und das mit einem klaren Ziel. „Innerhalb dieser drei Jahre möchte ich aufsteigen“, sagt der Innenverteidiger: „Ich will mit Hansa nicht jedes Jahr Achter werden.“

Letzter Test: Im dritten Testspiel des Trainingslagers trifft Hansa heute auf den Erstligisten NK Celik Zenica aus Bosnien-Herzegowina

Sönke Fröbe