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Fussball regional In 16 Stunden alleine um Deutschlands größte Insel
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14:55 27.05.2019
14 Kutter nahmen beim der 70. Stralsunder Segelwoche nach einjähriger Pause an der Umrundung Hiddensees teil. Quelle: Horst Schreiber
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Stralsund

Stephan Babbel war nach über 16 Stunden auf dem Wasser und 27 Stunden ohne Schlaf noch immer nicht müde. Im Gegenteil: Der Segler hatte nach seiner Premiere bei der Regatta „Rund Rügen“ Lust auf mehr. „Ich habe meinem Kumpel, den ich hinter mir gelassen hatte, angeboten, direkt noch eine Runde um die Insel zu drehen – als Revanche“, scherzte Babbel bei der Siegerehrung zur Wettfahrt, die im Rahmen der 70. Stralsunder Segelwoche stattfand.

Babbel hatte sich, wie sieben weitere Skipper, alleine auf das Abenteuer rund um Rügen gemacht. Nach 16:19:21 Stunden kam er am Sonnabend auf der „Fram“ des Bootstyps Hiddensee als Fünfter ins Ziel. Jedoch wurde er nach Anwendung der Yardstick-Wertung, die verschiedene Bootsklasse miteinander vergleichbar macht, Sieger der 90 Seemeilen langen Wettfahrt in der Einhand-Kategorie. Damit hatte der 33-jährige Lubminer nicht gerechnet.

„Es war ein Versuch, ob ich alleine rumkomme“, kommentierte der Wahl-Rostocker seinen spontanen Einsatz. „Ich hatte die letzten Jahre immer mal geguckt, aber das Wetter hatte nie gepasst.“ Diesmal schienen die Bedingungen gut. „Ich hätte mich über noch mehr Wind gefreut. So war das erste Stück bis rauf auf den Greifswalder Bodden ziemlich zäh. Da bin ich wenig überraschend weit zurückgefallen“, so Babbel.

Dann kam die Nacht und mit ihr der erste kurze Schrecken. „Ich bin zweimal gegen Fischernetze gefahren. Das hat ganz schön gerumst“, lachte Babbel. Der Ingenieur, der erst in seiner Studentenzeit an der Stralsunder Hochschule zum Segeln kam, wurde immer wieder durch Konkurrenzboote in Sichtweite angespornt. Nebenbei konnte er die tolle Landkulisse genießen.

„Das klingt nach einer blöden Antwort aber alles an der Regatta ist schön: die beleuchteten Silhouetten von Göhren und Binz, die Kreidefelsen im Dunkeln und die Einfahrt nach Stralsund sind faszinierend“, erzählte Babbel. „Für mich ist es die interessanteste Einhand-Regatta im deutschen Ostseeraum und die schönste Segelveranstaltung, bei der ich bisher mitgemacht habe. Toll, dass es Leute gibt, die sich im Hintergrund für das Event einsetzen, an Land festsitzen und anderen beim Segeln zugucken.“

Einer von denen ist Wilhelm Petersen. Mit seinem knapp zehnköpfigen Team ist er seit vielen Jahren für die Regatten „Rund Rügen“ und „Rund Hiddensee“ verantwortlich. Zusätzlich fanden am Mittwoch zur Segelwochen-Eröffnung eine Preiswettfahrt im Rahmen der Mittwochsregatta, sowie der Deutsche Expressen Pokal und Jugendregatten am Wochenende statt – insgesamt 144 Starts bei Erwachsenen.

Nach einjähriger Pause machten sich 14 Kutter auf die Umrundung Hiddensees. Schnellster Kutter war die „Resi“ vom Teterower Seesportverein um Bootsführer Hubert Zisch. „Schön, dass gleich wieder so viele Kutter gekommen sind“, freute sich Petersen vom ausrichtenden Yachtclub Stralsund. „Beim Ablauf hat alles geklappt, aber wir brauchen Nachwuchs im Organisations-Team“, sagte der 65-jährige Petersen, der seit zwölf Jahren dabei ist.

Der jüngste im Orga-Team, Eric Werner, kümmerte sich um den Deutschen Expressen Pokal, der auf dem Strelasund ausgetragen wurde. Den gewann ausgerechnet eine schwedische Crew. Das Boot „regatta.nu“ um Steuermann Arne Larssen war in acht Wettfahrten nicht schlechter als Platz 3 und gewann so in Summe vor den Flensburger Boot „Fräulein P.“ um Jan Brink und den Lokalmatadoren der „NURMII“ von Wolfram Roehl.

Alle Ergebnisse unter: stralsunder-segelwoche.de

Nachgefragt bei Wolfram Roehl

Zum zweiten Mal wurde der inoffizielle deutsche Expressen-Meister im Rahmen der Stralsunder Segelwoche gekürt. Zwar gewann eine schwedische Crew den Deutschen Expressen Pokal (DEP), der Titel ging aber an das zweitplatzierte Flensburger Boot „Fräulein P.“ um Steuermann Jan Brink. Wolfram Roehl vom Förderverein Mittwochsregatta hat sich federführend dafür eingesetzt, dass der DEP wieder nach Stralsund kam.

Herr Roehl, wieso haben sie den DEP an den Sund geholt?

Wir haben hier in Stralsund eine aktive Regattaszene und mit 15 Albin Expressen einen guten Grundstock an teilnehmenden Booten. Der DEP hat sich in Flensburg super etabliert. Von der Klassenvereinigung war aber ursprünglich, dass der Pokal auch andere Häfen sieht. Jetzt haben wir erstmal beschlossen, dass der DEP im Zwei-Jahres-Rhythmus zwischen Stralsund und Flensburg wandert.

Sind Sie zufrieden mit den Wettfahrten?

Das Niveau war schon sehr hoch, auch dank der Schweden. Ich hätte mir noch mehr Stralsunder Boote gewünscht. Aber diesmal fielen leider viele andere Termine auf die Regattatage.

Am Sonnabend gab es einen Bootscrash. Was ist passiert?

Bei einer Bahnmarkenumrundung wollte die „Windhunter“ sich noch irgendwo durchschummeln, wo kein Platz mehr war und rammte der „Ronja von Rövensthal“ ein Loch in den Rumpf. Das ist im ersten Moment ärgerlich, klar. Aber das passiert im Regattasport immer wieder. Am Abend konnten beide Skipper schon wieder ein Bier zusammen trinken.

Wie kamen Sie zum Express-Segeln?

Ursprünglich komme ich aus dem Jollensport. Für mich ist aber wichtig, in gleicher Bootsklasse zu segeln. Ich bin kein Freund von Verrechnungsspielen, die bei der Yardstick-Wertung angewendet werden. Das gibt nur Diskussionen.

Was ist das Besondere am Bootstyp Albin Express?

Mit einer Albin Express kann man auch mal mit der Familie in den Urlaub segeln. Es ist groß genug, um vier Leute für längere Zeit zu beherbergen. Und klein genug, um es unkompliziert zu trailern und somit fix per Auto und Anhänger an einen Ort zu bringen. Außerdem ist so ein Boot recht erschwinglich. Die Klasse wächst und wächst und wächst.

Horst Schreiber

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