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Julian Riedel: Hätte lieber gegen ein starkes Rostocker Team verloren

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11:46 25.06.2020
Anno 2010: Julian Riedel im Zweikampf mit Tom Trybull Quelle: Foto: imago
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Rostock

Julian Riedel hat die Seiten getauscht. Vor zehn Jahren stand der damals 18-Jährige noch als Linksverteidiger für Bayer Leverkusen im Finale um die Deutsche U-19-Meisterschaft gegen Hansa Rostock auf dem Feld. Bei den Rheinländern gehörte Riedel zu den talentiertesten U-Kickern. Heute ist er Kapitän der Kogge. Der gebürtige Leverkusener und Wahl-Rostocker erinnert sich an den schmerzhaften Abschluss der Jugendzeit.

Julian Riedel, können Sie mittlerweile über die bisher einzige Finalpleite in Ihrer Karriere schmunzeln?

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Ja, klar. Im Nachhinein bleiben die schönen Erinnerungen mit den Jungs von damals. Das Traurigste im Moment nach der Niederlage war, dass es das letzte Spiel mit diesem Team war, mit dem du zwei Jahre lang jeden Tag zusammen warst.

Haben Sie noch intensiven Kontakt zu Ihren ehemaligen Mitspielern?

Ja, zu Christoph Kramer, Patrick Koronkiewicz beispielsweise. Fabrice Vollborn ist mein bester Kumpel.

Mit Kramer, Pierre-Michel Lasogga oder Thanos Petsos standen einige Spieler im Bayer-Kader, die es zu bekannten Profi-Kickern geschafft haben. War das abzusehen?

Leverkusen ist bekannt für seine gute Jugendarbeit, auch international weit vorn. Damals wahrscheinlich noch mehr als heute. Dennoch hatte man von dieser Mannschaft nicht gesagt: Das ist ein Jahrhundertkader. Das hat sich erst im Nachhinein herauskristallisiert.

Sie hatten mit Bayer die West-Staffel gewonnen, im Halbfinale Favorit Stuttgart rausgekickt und standen vor heimischem Publikum im Finale.

Das war das erste Spiel von wirklicher Bedeutung. Das war das Größte für einen Jugendspieler!

Ist das Endergebnis ungerecht?

Ich hätte lieber gegen eine starke Rostocker Mannschaft verloren. Wir waren so dominant, hatten schon vor der Pause sechs Hochkaräter. Und dann bekommst du so ein dreimal abgefälschtes Gegentor ...

Hatten Sie nach Ihrem letzten Jugendspiel andere Optionen als Bayer?

Es gab Anfragen aus der 2. und 3. Liga. Aber für mich war klar, ich bleibe bei Bayer. Dort wurde ich 14 Jahre lang ausgebildet. Mit dem Wissen von heute hätte ich vielleicht etwas anders gemacht. Aber damals fühlte ich mich nicht als Zweitligaspieler.

Glauben Sie, Sie hätten mit Meisterpokal einen anderen Weg einschlagen können?

Von dem Titel kannst du dir im Endeffekt nicht viel kaufen.

Von Horst Schreiber

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