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Fussball regional Kraftdreikämpfer blicken nach verlorener Saison auf das kommende Jahr
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Kraftsport: Kaum Training aber viele Ziele

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23:37 23.11.2020
Sascha Krause ist beim Herrnburger AV nicht nur als Kraftdreikämpfer, sondern auch als Trainer aktiv. 
Sascha Krause ist beim Herrnburger AV nicht nur als Kraftdreikämpfer, sondern auch als Trainer aktiv.  Quelle: Niklas Kunkel
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Bergen/Barth/Herrnburg/Greifswald

Für die Kraftdreikämpfer aus ganz Mecklenburg-Vorpommern war die Saison 2020 genauso schnell wieder zu Ende, wie sie angefangen hatte. Der erste Wettkampftag im Januar war für die Bundesliga-Sportler des Herrnburger AV, Motor Barth und die Kampfgemeinschaft Blau-Weiß Bergen/Gostorf gleichzeitig der letzte. Seitdem wurden fast alle nationalen und internationalen Wettkämpfe im Dreikampf und in den Einzeldisziplinen abgesagt.

SV Motor Barth will Trainingsproblemen trotzen

„Dieses Jahr ist wettkampfmäßig wirklich ein Jahr zum Vergessen“, konstatiert Sven Lange vom SV Motor Barth. Die Trainingsräume für die Erwachsenen sind geschlossen. Ein Training zu Hause ist für die Kraftsportler aufgrund der benötigten Geräte und Gewichte nur in Teilen möglich. „Einige haben sich Equipment mitgenommen oder hatten auch schon etwas zu Hause. Eine Wettkampfvorbereitung ist damit aber nicht wirklich möglich“, erklärt Lange.

Obwohl es noch viele Unklarheiten für die kommende Saison gibt, will der SV Motor an seine alten Erfolge in der Bundesliga anknüpfen. „Wir wollen uns weit oben platzieren und auf jeden Fall in die Finalrunde. Das Ziel ist ein Platz auf dem Treppchen“, blickt Lange in das nächste Jahr. Ob und wie die Saison startet, ist noch unklar. Nach einer Umfrage des Bundesverbandes wird der erste Wettkampftag am 16. Januar wohl ausfallen.

Greifenpower war bereit für Heim-DM

Neben dem Mannschaftswettbewerb in der Bundesliga wäre eines der Highlights des Jahres für die Kraftsportler aus MV wohl die deutsche Meisterschaft im Classic-Bankdrücken am ersten November-Wochenende in Greifswald gewesen. Ein Heimspiel für die Athleten des Greifenpower e.V., darunter auch die beiden Bundeskader-Athleten Philipp Ziemer und Christoph Scheel, die bei der DM 2019 im bayrischen Coburg ganze zwölf Meister- und drei Vize-Meistertitel abräumten.

„Ich hätte die Veranstaltung schon gerne ausgerichtet und hatte sogar schon ein Konzept ausgearbeitet, das unter anderem medizinische Luftfilteranlagen beinhaltet hätte, aber im August hat sich der Bundesverband zusammen mit den Ausrichtern dazu entschieden, sämtliche Wettbewerbe abzusagen“, berichtet Greifenpower-Chef Sandrino Herder. Das selbe Schicksal ereilte erst kürzlich die für den 5. Dezember angesetzte, offene Landesmeisterschaft im Bankdrücken, die ebenfalls hätte in Greifswald stattfinden sollen.

Eingeschränktes Training beim Herrnburger AV

Nach Aussage von Sascha Krause, Teamchef und Trainer beim Herrnburger Athletenverein, ist es aktuell möglich, gemäß der „Corona-Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommern“ als Individualsport weiter im Verein zu trainieren. Entsprechend wird wie folgt verfahren: Die Trainingsgruppe im Kindergewichtheben (unter 18 Jahre) trainiert weiter zu den normalen Zeiten als feste Gruppe. Für die über 18-jährigen Vereinsmitglieder gilt: maximal zwei Sportler dürfen sich in der Halle aufhalten und es gilt das vom Verein erstellte Hygienekonzept. Außerdem haben sich nach Darstellung von Krause einige Sportler im heimischen Keller oder Garage einen Trainingsraum aufgebaut. Nach jetzigem Stand sind die Wettkämpfe bis März 2021, so Krause, abgesagt. Den Anfang wird das neue Wettkampfjahr wahrscheinlich am 27. März mit der 1. Bundesliga-Runde machen.

Trotz der genannten Umstände ist die allgemeine Stimmung im Herrnburger Athletenverein gut. „Der Zusammenhalt ist groß – als Verein eint uns die Liebe zum Sport. Das merkt man in dieser Notlage besonders“, so Sascha Krause. Die Nationalmannschaftsathletin Emily Finnern trainiert bereits jetzt im heimischen Keller für die Chance, im kommenden Jahr an der Weltmeisterschaft in Südafrika teilnehmen zu dürfen.

Blau-Weiß Bergen blickt zur WM

Bei den Sportlern von Blau-Weiß Bergen ging der Blick mit dem Saisonabbruch ebenfalls auf die WM in Potchestroom. „Das steht momentan aber alles in den Sternen. Wir müssen das langfristig planen und dafür muss der Verband erstmal die Qualifikationsregeln festlegen“, beschreibt der Rüganer Ronny Schröder. Zurzeit ist er dank eines Trainingsraums zu Hause als einer der wenigen aus seinem Verein in der Lage zu trainieren. „Man kann 100 Kniebeugen machen, aber das bringt nichts. Da muss Gewicht rauf“, sagt Schröder und nennt die Vorbereitung für seinen Sport besonders wichtig: „Man geht mit demselben Biss ran, aber mit weniger Training. Da kann es schnell Verletzungen geben.“

Von Niklas Kunkel