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Fussball regional Nun doch: Licht aus beim FSV Garz
Sportbuzzer Fußball Fussball regional Nun doch: Licht aus beim FSV Garz
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17:12 07.11.2019
Sebastian Peter war bis zum Schluss Torhüter des FSV Garz. Quelle: Foto: Horst Schreiber
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Garz

Lange hatte es beim FSV Garz rumort, nun herrscht Totenstille im Verein, zumindest im Herrenbereich. Denn die Landesklasse-Mannschaft hat sich nach monatelangen Querelen zurückgezogen. Nach mehreren Auffälligkeiten von (Ex-)Spielern und Anhängern außerhalb des Platzes, Trainerwechseln und zum Teil herben sportlichen Niederlage zog der Tabellenvorletzten nun einen Schlussstrich. Die Durchhalteparolen, noch mindestens bis zur Winterpause weiterzumachen, sind verpufft. Der FSV ist die erste Herrentruppe, die sich in diesem Spieljahr zurückzieht. Als Konsequenz wurde die bisherigen Partien mit Garzer Beteiligung annulliert und der FSV steht als Absteiger fest. „Mit Bedauern möchte ich Euch mitteilen, dass sich der FSV Garz mit sofortiger Wirkung aus dem Landesspielbetrieb zurückgezogen hat“, schrieb Staffelleiter Sebastian Kuhräuber.

„Mein Herz blutet logischerweise“, bedauert Martin Sikorski den Rückzug des Teams. Zuletzt hielt er die Truppe als Übungsleiter am Leben. Elf Jahre hat Sikorski bereits in den Verein investiert. Nun war auch er am Ende. „Wir hatten überlegt, ob wir noch ein Heimspiel bestreiten. Aber es bringt einfach nichts mehr. Es kostet zu viel Zeit und Kraft. Das ist bitter, aber nicht zu ändern. Das Kind ist in den Brunnen gefallen“, seufzt Sikorski.

Es ist der traurige Höhepunkt eines Chaos-Jahres. Eine Chronologie der Ereignisse: Beim Rügenpokal im Januar kam es zu Tumulten mit Hauptakteuren aus Garzer Fan- und Spielerlager. Die Beteiligten erhielten neunmonatige Vereinssperren. Im Sommer zog sich Übungsleiter Ansgar Abraham zurück. Sein Nachfolger Robert Baumann hielt es aber nur wenige Wochen auf dem Trainerstuhl. Er monierte unterschiedliche sportliche Einstellungen. So sprangen Hauptsponsor Danilo Goers und Co-Trainer Sikorski ein. Unterdessen waren die Unruhestifter zurück, in dessen Folge ein Vorstandsmitglied hinschmiss. Nebenbei brummte der Landesfußballverband dem FSV Versäumnisstrafen auf. Die ohnehin gebeutelte Landesklasse-Truppe, die oft nur in Notbesetzung antrat, konnte zudem sportlich nicht überzeugen. Nach elf Ligaspielen und mehr als 60 Gegentoren zogen die Verantwortlichen nun der Reißleine. Der Kollaps.

Für Sikorski spielten alle Faktoren eine Rolle für den Niedergang. „Nach dem Hansa-Spiel (Platzeinweihung gegen U 21 im Juli/d. Red.) ging die Trainingsbeteiligung komischerweise zurück. Wir bekamen bei Auswärtsspielen geradeso elf Mann zusammen. Dann haben uns auch Stammspieler verletzt gefehlt. Zum Schluss war die Einstellung der Mannschaft einfach nicht mehr gut.“, zählt Sikorski das sportliche Dilemma auf.

Dazu kam das Gefühl, dass nicht nur sportlich alles gegen den FSV Garz lief. „Mein Empfinden war, dass man uns nicht mehr in der Liga haben will“, deutet Sikorski auf Schiedsrichterentscheidungen und Abläufe bei Strafverfahren an. „Aber wir haben lange auf unser schlechtes Image hingearbeitet“, gesteht der 33-Jährige ein. „Durch den Wegfall von Vorstandsmitglieder war unsere interne Kommunikation nicht optimal.“

Der Klub hat nun Zeit zum Durchpusten. Zwar ist der Verein noch mit F-, E-, D-Junioren im Spielbetrieb vertreten, der Erwachsenenbereich ruht aber mindestens bis zum kommenden Sommer. Dann wollen Sikorski und Co. einen kompletten Neuanfang in der Kreisliga starten. Solange werden sich die meisten Spieler per Gastspielgenehmigung auf andere Teams der Region verteilen. Kurz nach Bekanntgabe des Rückzugs am Dienstag glühten die Telefone auf der Insel. „Nach der Saison werden wir Gespräche mit den Spielern führen. Einige kommen definitiv zurück“, weiß Sikorski. Für ihn komme es aber nicht in Frage, zumindest zeitweise woanders anzuheuern. Dafür ist ihm der FSV Garz zu sehr ans Herz gewachsen, auch wenn er gerade am Boden liegt.

Von Horst Schreiber

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