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Oberliga Nord: Abbruch nach Hinrunde wird immer wahrscheinlicher

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18:07 19.11.2020
Dass die Kicker in der NOFV-Oberliga Nord in diesem Jahr noch ihre Schuhe schnüren dürfen, ist unwahrscheinlich. Quelle: www.imago-images.de
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Greifswald

Wie sehen sie aus, die Perspektiven für die Oberliga-Kicker in Mecklenburg-Vorpommern? Wenn es nach dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) geht, sollen die 34 Fünftligisten im Verbandsgebiet ihre Mannschaften nach dem Wochenende wieder trainieren lassen dürfen. Diesen Wunsch äußerte der NOFV Anfang des Monats in einem Schreiben an die Sportminister von MV, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Spätestens am 2. Dezember, so die Vorstellung des Verbands, sollen auch die Wettbewerbe nach der Corona-Zwangspause wieder starten dürfen.

Oberliga-Fortsetzung bleibt in diesem Jahr unwahrscheinlich

Das war wohlgemerkt noch vor der letzten Bund-Länder-Runde am Montag. An eine baldige Wiederaufnahme des Trainings- und Wettkampfbetriebes glaubt beim Greifswalder FC angesichts der derzeitigen politischen Signale niemand mehr. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir in diesem Jahr noch ein Spiel haben werden“, sagte Vereinspräsident Heiko Jaap gegenüber der OZ.

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Vielmehr befinde sich der Verein aktuell im „Blindflug“ durch den Lockdown light. Seit der Veröffentlichung des NOFV-Schreibens am 6. November hätten weder der Verband noch die Sportminister sich zur Fortsetzung des Spielbetriebes gegenüber den Klubs geäußert.

Abbruch nach Halbserie theoretisch möglich

Indessen versucht sich der Greifswalder FC selbst im „Blick in die Kristallkugel“, wie der Sportliche Leiter des Vereins, Daniel Gutmann, erzählt. „Eine Möglichkeit, mit der wir uns beschäftigen und die sicher immer weiter verdichtet, ist, dass die Liga nach der Hinrunde erneut abgebrochen und mittels der Quotientenregelung gewertet wird.“ Eine entsprechende Regelung für diese Option hätten die Landes- und Regionalverbände nach dem Abbruch der vergangenen Spielzeit in ihre jeweiligen Spielordnungen integriert.

Verband gerät in Zeitnot

Sowohl Jaap als auch Gutmann plädieren zwar für eine baldige Fortsetzung des Wettbewerbs, doch dass die Saison regulär zu Ende gespielt werden kann, wird unterdessen immer unwahrscheinlicher. Die meisten Teams in der Nordstaffel der Oberliga haben bisher neun Begegnungen absolviert. Wollte man im nächsten Jahr die restlichen 25 Partien bis zum regulären Saisonende am 30. Juni bestreiten, müsste der nächste Spieltag spätestens für den 9. Januar angesetzt werden – Unterbrechungen und spielfreie Wochenenden ausgeschlossen.

Diese „zeitlichen Zwänge“, die unter anderem aufgrund der nicht erfolgten Abstiege nach der vergangenen Saison zustande kommen, gesteht sich der NOFV im Schreiben an die Minister selbst ein. Um das Problem zu entschärfen, diskutierten Vertreter der Vereine und des Verbands Anfang des Monats bereits über die Möglichkeit von Doppelspieltagen zu Ostern, Pfingsten und Himmelfahrt – doch auch diese Lösung dürfte nur ein Tropfen auf den heißen Stein bedeuten.

Klubs leiden weiter unter Lockdown light

Die Probleme der Vereine häufen sich indessen. Zwar würden sich die GFC-Kicker alle individuell fit halten, das Mannschaftstraining könne dies jedoch nicht ersetzen, so Gutmann. Eine Pause von mehreren Wochen könnte ernsthafte Konsequenzen für das künftige sportliche Abschneiden bedeuten. Ebenso würden auch die wirtschaftlichen Folgen des zweiten Lockdowns für die Vereine weiter zunehmen. „Ich gehe davon aus, dass etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Oberliga-Klubs im Nordosten bereits wirtschaftliche Probleme haben und verschwinden könnten“, so der Sportliche Leiter.

Um den Entwicklungen entgegenzuwirken, sprechen sowohl er als auch Heiko Jaap sich für einen Wiederbeginn der Liga im Januar aus. Sicherheitsbedenken angesichts der Pandemie teilen beide nicht. Die ausgearbeiteten Hygiene-Konzepte würden den Schutz der Beteiligten gewähren. Einen aktuellen Stand der Dinge erhofft sich Gutmann schon bald: „Ich bin mir sicher, dass jetzt alle auf die Entscheidungen der nächsten Bund-Länder-Konferenz in der nächsten Woche warten.“

Von Alexander Kruggel