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Fussball regional Ruderin Jette Post auf Weltrekordjagd
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18:11 05.08.2019
Jette Post beim Weltrekordversuch auf dem Ergometer über 30 Minuten Quelle: foto: Horst Schreiber
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Stralsund

Jette Post hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Beste der Welt zu sein. Die Stralsunderin jagt Weltrekorde auf dem Ruderergometer. Am vergangenen Donnerstag hat sie ihre dritte Bestleistung innerhalb kürzester Zeit aufgestellt. Und die Athletin des Stralsunder Ruder-Club will mehr. Viel Zeit bleibt ihr aber nicht, denn Jette wird am 25. August 15 Jahre alt. Dann kann sie die Rekorde der Altersklasse 13/14 nicht mehr brechen und muss in der AK 15 von Neuem auf die Jagd gehen.

Bruder hat Rekorde im Blick

Begonnen hat die Lust nach dem Wetteifer auf der Rudermaschine kurz nach der Deutschen Meisterschaft auf dem Wasser. Beim Ergometer-Leistungstest über 2000 Meter verbessert Jette die weltbeste Zeit ihrer Altersklasse um 0,6 Sekunden. Gejubelt hatte sie da aber noch nicht. Denn: „Ich wusste das gar nicht. Mein Bruder hatte mich erst später drauf hingewiesen“, erzählt Jette.

Allerdings wurde der Rekord nicht anerkannt, da er nicht bei einem offiziellen Wettkampf aufgestellt wurde. So bleibt Beckie Leigh aus Neuseeland die beste 14-Jährige über zwei Kilometer. Doch Jettes Jagdfieber war entfacht. Sie nahm sich die Bestenliste vor und pickte sich Verbesserungswürdiges heraus: Marathon, vier Minuten, 100 Meter und 30 Minuten.

„Die Marathonzeit war lächerlich“, meint Jette, die die 42,195 Kilometer rund 21 Minuten schneller gerudert ist, als ihre Vorgängerin – 3:09:57 Stunden. „Aber es will auch niemand den Marathon fahren.“ Als Jette wieder bei Kräften war, verbesserte sie mal eben die geruderte Distanz über vier Minuten auf 1142 Meter. „Der Rekord wird aber nicht lange bestehen bleiben“, orakelt die Weltrekordlerin mit Blick auf die Konkurrenz der Rekordknacker.

Beim Versuch, auch den Sprint über 100 Meter zu knacken, ist Jette allerdings gescheitert. „Da war ich ganz weit entfernt. Die kurzen Strecken habe ich nicht so drauf“, gesteht sie sich ein.

Weltrekorde auf dem Ergometer AK 13/14

100 m: Imke Kitchin, 0:17:0 min

500 m: Helena Purves, 1:36:8 min

1000 m: Elizabeth Sharis, 3:26:4 min

2000 m: Beckie Leigh, 7:06:1 min

5000 m: Elizabeth Sharis, 19:08:0 min

6000 m: Elizabeth Sharis, 22:59:4 min

10 000 m: Elizabeth Sharis, 39:57:2 min

21 097 m: Lily Jedlic, 1:32:04:6 Std

42 195 m: Jette Post, 3:09:57.4 Std

1 min: Sofie Haek, 329 m

4 min: Jette Post, 1141 m

30 min: Jette Post, 7518 m (offizielle Anerkennung steht noch aus)

60 min: Emily Delleman, 15018 m

„Schon echt heftig, wie sie durchzieht“

Am Donnerstag pulverisierte Jette nun die dritte Bestleistung. Die hatte die Stuttgarterin Nora Radke erst im vergangenen Februar aufgestellt (7469 Meter). „Ich habe den Artikel über ihren Weltrekordversuch gelesen und war dann angestachelt“, sagt Jette. Also quälte sich die Stralsunderin 30 Minuten lang auf dem Ergometer, den sie mit Blick auf den Sund ins Freie aufgestellt hatte. Für den Aussicht auf Rügen und die Altstadt hatte Jette allerdings keinen Blick. Unter Beobachtung von Trainer Uwe Breitsprecher und den Anfeuerungsrufen von Teamkollegin Annemarie Berndt kämpfte Jette gegen den Zugwiderstand und die Zeit.

„Sie muss unter zwei Minuten auf 500 Meter bleiben, dann schafft sie es“, war sich Breitsprecher vor dem Start sicher. Jette hielt die große Zahl auf dem Display vor ihr konstant bei 1:59. Nur im letzten Drittel sprang die Durchschnittszeit immer mal wieder über zwei Minuten. Zudem wurde ihre Atmung immer schwerer. „Komm Jette, das schaffst du!“, fieberte Annemarie neben ihr mit. Auch der Trainer wurde mit zunehmender Rennzeit hippeliger, wippte am Rand auf Zehenspitzen hin und her: „Und schupp – schön den Oberkörper mitnehmen!“

Zehn Sekunden vor Ablauf der halben Stunden war es geschafft! Radkes Rekord aus dem Frühjahr war schon wieder Geschichte. Jette zog noch drei Mal kräftig und stoppte bei 7518 Metern. „Schon echt heftig, wie sie durchzieht“, kommentierte Annemarie erstaunt.

Als die Weltrekordlerin wieder bei Kräften war, gestand sie Überwindungsschwierigkeiten: „Der Anfang ist immer am schwersten. Nach der Hälfte kommt die Motivation. Dann kann ich auch nicht mehr aufhören.“

Einer der ersten Gratulanten war Bruder Hannes, der mit verschmitzten Lächeln ein Glückwunsch der Sorte „Geschwisterliebe“ formulierte: „Na, hast du gelitten? Sehr schön!“ Als er sich die Schlagzahl (25/min) seiner Schwester anschaute, ließ sich Hannes dann doch noch zu einem „Hast du gut gemacht“ hinreißen. Mit dem Leistungsnachweis hat der Bruder die E-Mail an den Ergometerhersteller Concept2, der die Rekorde listet, zur Anerkennung geschickt. Mit der Bestätigung rechnet Jette in den nächsten Tagen.

Die nächsten Bestzeiten im Blick

Der Rekordhunger der Schülerin ist jedoch noch nicht gestillt. In den nächsten Wochen will den Halbmarathon sowie die Fünf- und Sechs-Kilometer-Marken brechen. Das wird Jette allerdings in Rostock probieren. Zum neuen Schuljahr wechselt Ruderin an den Landesstützpunkt nach Kessin und auf die CJD Christophorusschule in Rostock.

Auf die Bestzeiten in der höheren Altersklasse hat Jette auch schon ein Auge geworfen. „Dort werde ich die 2000 Meter auf gar keinen Fall schaffen“, wiegelt die Stralsunderin ab und ergänzt hoffnungsfroh: „Aber die Marathonzeit ist nicht mal eine halbe Minute schneller...“ Man darf also auf weitere Einträge von Jette in die Rekordliste hoffen.

Horst Schreiber

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