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Fussball regional Silvio Zippan läuft „in einer anderen Welt“
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Silvio Zippan gewinnt Fischland-Darß-Zingst-Ultramarathon

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18:35 15.06.2020
Silvio Zippan kämpft sich den Strandabschnitt bei Dierhagen hinauf. Seine Durchschnittszeit: 4:52 Minuten pro Kilometer Quelle: Foto: privat
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Ribnitz-Damgarten

Im Ziel angekommen konnte sich Silvio Zippan nicht einmal an sein Alter erinnern. Der Körper war nach 115 Kilometern in Laufschuhen komplett leergepumpt. „Zum Glück kam meine Frau zur Hilfe und antworte für mich.“ Zwei Tage nachdem der 47-Jährige den Fischland-Darß-Zingst-Ultramarathon (FDZU) in Rekordzeit gewonnen hatte, war der Barther aber schon fast vollständig regeneriert. 9:19:00 Stunden war Zippan auf den mehr als 100 Kilometern von Ribnitz-Damgarten über Barth und die Halbinsel unterwegs. Damit pulverisierte er seinen Rekord aus dem Vorjahr um 13 Minuten! „Er läuft in einer anderen Welt“, staunte Chef-Organisator Henry Fiddike vom PSV Ribnitz-Damgarten. Schnellste Frau wurde Antje Knobloch (13:37:00). Beste Fünfer-Staffel wurde der SC Trebbin (9:38:00). Bike-and-Run-Sieger wurden René Vaegler und Peter Hoffmann (11:13:00).

Samstagnacht, um 4:23 Uhr: Silvio Zippan verließ unter tosendem Applaus die Startlinie im Stadion am Bodden. Coronabedingt wurden die insgesamt 29 Laufverrückten im Minutentakt auf die Strecke geschickt. Zippans Hoffnung, einige Kilometer mit einem Mitstreiter gemeinsam absolvieren zu können, erfüllte sich nicht. Bereits nach 15 Kilometern hatte der Athlet des TC Fiko Rostock den Erstgestarteten eingeholt.

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Unterstützung auf der Strecke erhielt er dennoch. „Ich hatte meinen Vater gefragt, ob er früh aufstehen möchte, um mit mir die Strecke rund um Barth zu laufen“, erzählt Zippan, der unterwegs noch Luft für Smalltalk und Selfies mit Streckenhelfern hatte. „Ich bin einfach dankbar, dass die Helfer so lange durchhalten, nur damit wir diesen Lauf absolvieren können“, lacht Zippan.

2018 startete der Auto-Händler erstmals beim FDZU und gewann prompt. „Danach hatte ich gesagt: Nie wieder!“ Doch Zippan kam nicht los von dem Ultralauf. Für die Auflage 2019 bereitete er sich akribisch vor, plante sogar Versorgungsstopps während des Rennens, um die Bestzeit zu knacken. Geschafft. „Silvio hatte uns mächtig ins Schwitzen gebracht. Wir kamen kaum zu den verabredeten Versorgungspunkten hinterher“, erinnert sich Henry Fiddike. Und am vergangenen Wochenende setzte Zippan noch einen drauf. „Diesmal waren wir aber auf seine Schnelligkeit vorbereitet“, lacht Fiddike.

Zippan lebt für die ganz harten Laufkanten. Vor einem Monat lief er beim Wings for Life World Run in 3:39:00 Stunden (55,07 km) die Top 20 der Welt. „Ich kann mich derzeit voll auf die wenigen Läufe konzentrieren und dort richtig auspowern.“

Der FDZU lief wie geschmiert. „Die Strecke entlang der Boddenküste ist echt schön. Hart wird es aber ab Kilometer 93. Da läuft man ein paar Abschnitte am Strand“, erzählt Zippan. „Wer an der Küste läuft, soll auch Strandsand unter den Füßen spüren“, begründet Fiddike die Streckenführung.

Eigene Gel-Pakete, Salzstangen und Elektrolyt-Lösungen, die „wie der Zaubertrank bei Asterix wirkten“, halfen Zippan durch die fordernden Abschnitte. Die Versorgung der Sportler war knifflig. Aufgrund der Corona-Bestimmungen durfte der Veranstalter keine Verpflegung stellen. Die Sportler mussten vorher ihr Proviant selbst zusammenstellen. Fiddike und sein Team lieferten diese dann an abgemachte Orte. „Ohne Helfer geht gar nichts! Die vielen privaten Helfer, das DRK und die Hotels und Restaurants an der Strecke haben einen top Job gemacht“, lobte Fiddike.Alle Ergebnisse unter: fdzu.eu

Von Horst Schreiber

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