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Fussball regional Stralsunder HV gibt Aufstieg aus der eigenen Hand
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19:32 30.05.2019
Freud und Leid lagen in der Schlussphase nah beieinander. Oben wirft Stralsunds Florian Zemlin freistehend über den Kasten, unten feiern die Vinnhorster nach Abpfiff den Aufstieg. Quelle: fotos: Sören Carl
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Stralsund

Es sollte die große Feier zum Aufstieg in die dritte Liga werden, doch am Ende wurde es in der Vogelsanghalle plötzlich ganz leise. Der Stralsunder HV hat mit der 26:29 (12:12)-Heimniederlage gegen TuS Vinnhorst die Chance auf den Gang in die dritte Liga womöglich verspielt. „Es fühlt sich nicht an, als ob uns Vinnhorst geschlagen hat. Wir haben uns selbst geschlagen“, ärgerte sich SHV-Coach Steffen Fischer.

In einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie waren die Gäste am Ende abgezockter und feierten den Aufstieg. Der SHV kann jetzt nur noch auf den Gegner hoffen. Daran konnte nach kräfteraubenden 60 Minuten aber noch keiner denken. „Das ist schon brutal. In drei Spielen in der Relegation spielst du fast unentschieden, kämpfst dich nach Fünf- und Acht-Tore-Rückständen wieder ran. Damit hatten wir uns die Chance verdient, es hier in der eigenen Halle perfekt zu machen“, versuchte Linksaußen Benjamin Hinz Worte für die Niederlage zu finden. Mit 13 Toren war Hinz der herausragende Akteur bei den Stralsundern. Er versenkte dabei alle seine neun Versuche von der Siebenmeterlinie.

Die Tore waren auch notwendig, denn die Vinnhorster zeigten sich von Beginn an körperlich sehr stark. Die Hannoveraner ließen kaum einfache Torwürfe zu. Kreisläufer Jakub Vanek ließen sie zwar an den Ball kommen, zum Abschluss kam er aber nicht. Doch die Hausherren hielten dagegen. Bei 4:2 hatten sie erstmals einen kleinen Vorsprung und die Halle kochte. „Wir wollten das Spiel mit Dampf und Druck angehen, weil das die Achillesferse von Vinnhorst ist. Aber wir haben das Spiel in Überzahl verloren, dort teilweise kopflos den Ball einfach weggeworfen. Wenn es um alles geht, reicht das dann einfach nicht“, monierte Trainer Fischer.

Davon ließ sich der TuS aber nicht aus der Ruhe bringen. Die Rückraumspieler Tim Otto und Hendrik Pollex kamen zwar zunächst selten zum Abschluss, mit starken Anspielen auf Kreisläufer Borgmann sorgten sie trotzdem für viel Gefahr.

Beim Stand von 12:12 ging es in die Kabinen – eine identische zweite Hälfte hätte der Mannschaft von Steffen Fischer zum Aufstieg gereicht. Aber das konnte das Team nicht umsetzen. „In der zweiten Halbzeit haben wir zu viele einfache Fehler gemacht. Die nutzen die anderen eiskalt aus. Das ist es, was heute einfach den Unterschied gemacht hat“, haderte SHV-Kapitän Martin Brandt. Der Anführer ging wieder voran, warf in wichtigen Momenten Tore.

Es sah auch zunächst gut aus. Jakub Vanek erzielte das erste Tor nach Wiederanpfiff. Doch ab dem 15:15 häuften sich die Fehler, Pollex und Otto trafen aus dem Rückraum nach Belieben. Daran änderte auch der Wechsel im Tor von Tobias Malitz zu Oliver Mayer nichts. Von da an lief der SHV einem Rückstand hinterher. Erst beim 19:20 gab es wieder die Chance auf den Ausgleich, die nicht genutzt wurde.

In der hektischen Partie zeigten sich die Gäste abgezockter und mit dem nötigen Quäntchen Glück. Beim 21:24 waren es erstmals drei Tore Rückstand. Fischer stellte sein Team auf eine offensive Deckung um. Das half aber nur kurzzeitig. Die Schiedsrichter taten ihr übriges. Statt Otto für ein Fußspiel mit zwei Minuten zu bestrafen, musste Vanek vom Feld, der sich lautstark beschwerte. „Da habe ich immer noch an ein Remis geglaubt. Aber als Jakub die Zeitstrafe bekommen hatte... Es gab viele fragliche Schiedsrichterentscheidungen. Das trug sicherlich mit zur Niederlage bei“, zeigte sich Fischer nach dem Spiel frustriert.

Am Ende wurde es so nicht noch einmal spannend. Die Gäste spielten souverän bis zum Ende und feierten den Aufstieg. „Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Wir haben die ganze Saison zusammen gekämpft. Davon geht Stralsund nicht unter!“, lobte Stralsunds Bürgermeister Alexander Badrow.

Komplett abgehakt ist der Aufstieg noch nicht. Sollte der TuS Vinnhorst morgen im Heimspiel gegen Aurich mit mindestens vier Toren gewinnen, hätte der SHV Glück im Unglück. TuS Vinnhorsts Spieler Tim Otto versprach, dass sein Team trotz des bereits sicheren Aufstiegs nicht abschenken wird: „Wir spielen volle Pulle, volle Kraft. Wir geben nochmal alles!“

Sollte es trotzdem nicht reichen, müssten die Stralsunder in einer weiteren Runde mit dem Verlierer aus dem Süden noch den Nachrückplatz ausspielen. Für den Fall eines Rückzugs oder Zwangsabstiegs aus den höheren Ligen, würde dieser zum Aufstieg berechtigen.

Niklas Kunkel

Johannes Ziebarth (25) ist beim Fußball-Kreisoberligisten FSV Testorf Upahl das „Mädchen für Alles“. Er ist Vizepräsident, Trainer und Spieler, betreut den Fanshop und bespielt für den Verein die sozialen Medien.

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