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Stralsunder HV siegt dank guter zweiter Halbzeit

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12:48 02.03.2020
Kreisläufer Ole Prüter setzt sich mit aller Kraft gegen drei Gegenspieler durch. Prüter gewann mit dem SHV das Heimspiel gegen die SG OSF Berlin mit 29:23. Quelle: fotos (2): Soeren Carl
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Stralsund

So einen Spielbeginn haben die Fans des Stralsunder HV in der Vogelsanghalle schon lange nicht mehr gesehen: Die Handballer lagen in der Oberligapartie gegen die SG OSF Berlin nach 6:30 Minuten mit 0:3 zurück. Bis zur Halbzeit hatten sich die Hausherren aber wieder gefangen. Im zweiten Spielabschnitt wurde der ungefährdete 29:23-Heimsieg eingefahren.

SHV kommt nicht ins Spiel

Bis dahin war es aber ein weiter Weg, denn bei den ersten fünf Angriffen wurde der Ball leichtfertig verloren. „Die ersten zehn Minuten waren echt schwierig für uns, da sind wir hinter unseren eigenen Erwartungen hergelaufen“, ärgerte sich SHV-Trainer Steffen Fischer. In der unruhigen Anfangsphase mit vielen Fehlern auf beiden Seiten übernahm Kapitän Martin Brandt die Verantwortung.

Er erzielte die ersten beiden Tore und brachte sein Team so wieder ­heran. Im ersten Durchgang traf er vier Mal ins Netz und legte damit den Grundstein für die 11:9-Halbzeitführung. „In den Momenten liegt die Verantwortung bei mir. Wenn ich den Ball habe und eine ­Lücke sehe, dann muss ich da auch reingehen. Zum Glück habe ich die Würfe dann auch reingemacht“, sagt Kapitän Brandt.

Gäste sind zufrieden mit Auftritt

„Wir wollten das schnelle Spiel der Stralsunder verhindern, das ist uns eigentlich auch ganz gut gelungen. Ganz abstellen kann man das aber einfach nicht“, analysierte Gästetrainer Sven Liesegang. Der OSF-Coach ärgerte sich nicht wirklich über die Niederlage, sondern sprach von einem „super Erlebnis für die Jungs, in so einer Halle zu spielen“.

Tore nur aus dem Tempo

Die guten, schnellen Angriffe hielten den SHV im Spiel, denn aus dem normalen System gelang fast nichts. Das 10:9 durch Johannes Trupp, der mit sechs Toren der erfolgreichste Werfer beim SHV war, markierte nach über 25 Minuten den ersten erspielten Treffer. „Das Problem war nicht, was, sondern wie wir es gespielt haben. Egal, was du spielst, du musst druckvoll agieren. Und wir haben zu viele Fehler gemacht. Das habe ich in der Kabine auch ganz klar gesagt“, berichtete Brandt. Die Ansage scheint gefruchtet zu haben, denn mit ein paar Umstellungen und starken zehn Minuten von Tobias Malitz im Tor wurde die Partie innerhalb weniger Minuten entschieden. Mit einem 6:0-Lauf zum 17:10 setzte sich die Fischer-Sieben ab. Die Gegenwehr der Berliner war damit weitestgehend gebrochen. Die Gäste kamen nicht mehr näher als auf vier Tore heran.

Entwicklung zur Vorwoche zu sehen

So konnte Fischer, der auf Kay Landwehrs und Florian Zemlin verzichten musste, trotz der holprigen Anfangsphase positive Erkenntnisse aus dem Spiel mitnehmen: „Martin Brandt hat viel Verantwortung übernommen. Corvin Obst hat erstmals von Anfang an gespielt, hat Verantwortung übernommen und das war in Ordnung. Insgesamt habe ich eine Entwicklung vom letzten zu diesem Spiel gesehen.“ Von der Siebenmeterlinie konnte Fynn-Martin Tippelt erneut überzeugen. Er versenkte souverän alle seine vier Versuche. Damit scheint das Siebenmeter-Dilemma, das die Stralsunder zwischenzeitlich immer wieder in die Bredoullie gebracht hatte, überwunden.

Derby vor Augen

Am kommenden Wochenende geht es für die Sund-Handballer zum ­Lokalderby gegen die SG Uni Greifswald/Loitz. Die SG war nach einem guten Saisonstart zuletzt in der Tabelle abgerutscht. Gegen den BFC Preussen (24:25) gab es am Wochenende bereits die zehnte Saisonniederlage. Die Stralsunder sind aber gewarnt, denn in der Vorsaison konnte Kreisläufer Jakub Vanek mit seinem Tor wenige Sekunden vor Schluss nur noch für ein Unentschieden sorgen – der erste Punktverlust des späteren Meisters.

HSV rettet Sieg knapp ins Ziel

Unterdessen wäre der Tabellenführer HSV Insel Usedom beinahe erneut ins Stolpern geraten. Die Insulaner gewannen das Auswärtsspiel beim SV Brandenburg-West nur mit 27:26.

Acht Minuten vor dem Schlusspfiff hatte die Mannschaft von Nico Heidenreich noch einen komfortablen Vorsprung von sieben Toren (26:19), knickte dann aber komplett ein. Erst das 27:25 35 Sekunden vor dem Ende retteten dem SHV-Konkurrenten um die Meisterschaft die zwei Punkte.

Von Niklas Kunkel

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