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Fussball regional Stralsunder Wildcats verlieren Topspiel knapp – „Dann werden wir eben nächstes Wochenende Tabellenführer“
Sportbuzzer Fußball Fussball regional Stralsunder Wildcats verlieren Topspiel knapp – „Dann werden wir eben nächstes Wochenende Tabellenführer“
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16:04 24.11.2019
Anne Krohn (rot) von den Stralsunder Wildcats sorgte mit starken Angriffen gegen Borken mit für den Punktgewinn.  Quelle: foto: Niklas Kunkel
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Stralsund

Anne Krohn blickte im fünften Satz hoch zur Anzeigetafel in der Diesterweghalle und pustete kräftig durch – 3:11. Sie ahnte, dass der Sieg und die damit verbundene Eroberung der Tabellenführung dahin war. Das Gefühl bestätigte sich wenig später. In einem kräftezehrenden Topspiel unterlagen die Stralsunder Wildcats dem Meister und Ligaprimus Skurios Volleys Borken mit 2:3 (18:25, 25:21, 25:16, 20:25, 8:15). „Natürlich verliert man den fünften Satz ungern so deutlich. Wir sind völlig zusammengebrochen“, bilanzierte Krohn.

Die Außenangreiferin, die unter der Woche ihren 36. Geburtstag feierte und mit neuem Haarschnitt Lene Scheuschner als Kapitänin vertrat, wurde im Topduell der 2. Volleyball Bundesliga Nord oft gefordert. Krohn bekam von ihren Zuspielerinnen viele Bälle und musste ordentlich Power in ihre Angriffe legen, um die abwehrstarken Gäste ins Schwitzen zu bringen. „Wir haben das phasenweise super gut gemacht“, lobte Krohn, weiß aber auch um die Abschnitte, in denen ihre Truppe geschwächelt hat. „Diese Phasen dürfen nicht so lang sein. Wir haben zum Beispiel zu Beginn nicht so schnell in unser Spiel gefunden.“

Spiel beginnt mit Fehlern

Doch, weil auch Borken nervös begann, lagen die Teams zunächst gleichauf (3:3, 13:11). Mitte des ersten Abschnitts zogen die schlaggewaltigen Gäste vorentscheidend davon. Eine Aufschlagsserie von Pauline Gravemann brachte sieben Punkte am Stück – 19:14 Borken.

Der zweite Satz lief deutlich besser für die Wildcats, denn sie erarbeiteten sich früh einen Vorsprung, der bis zur Schlussphase hielt (6:3, 10:5, 19:14). Als Borken zum 20:20 egalisierte, brachen die Stralsunderinnen nicht ein. Zwei gute Aufschläge bescherten den Skurios Volleys Probleme bei der Annahme – 1:1 nach Sätzen.

Und die beste Phase der Wildcats stand noch bevor. Wildcats-Coach André Thiel hatte zunehmend Redebedarf mit seinen Spielerinnen. Immer wieder hielt er Rücksprache mit „Co“ Ariane Voelkner und holte sich in Aufschlagpausen und Auszeiten einzelne Spielerinnen an die Seitenlinie, um sein Team zu justieren. „Ich wusste, dass es gegen Borken wichtig ist, viel zu kommunizieren und Infos rauszuholen. Ich musste viel steuern, weil nicht alles selbstverständlich klappte“, meinte Thiel.

Und die Anweisungen fruchteten zunächst. Nach engem Beginn (7:5, 8:9, 13:12), waren die Wildcats plötzlich obenauf. Erst ließ Krohn einen Ball haargenau hinter den hohen Block – Borken gehört mit durchschnittlich 1,84 Meter Körpergröße zu den größten Teams der Liga – zum 18:15 tropfen. Darauf folgten zwei Asse von Svenja Enning, ehe Krohn im Stile eines Basketballers das Spielgerät durch den Block auf die Angriffslinie legte. Drei Aufschläge später hatten die Wildcats das Spiel gedreht und bereits einen Punkt sicher.

Borken am Ende zu stark

Die Wildcats schnupperten sogar an drei Punkten, weil sie auch im vierten Satz dranblieben (5:2, 7:10, 13:13). Das spürten auch die 515 Zuschauer, gegen die sich 15 mitgereiste Borkener Fans tapfer und lautstark wehrten. Denn als Anne Krohn eine Gäste-Abwehr direkt zurück ins Feld zum 16:15 drosch, wurde es richtig laut in der Arena. Allerdings war das der letzte große Freudenschrei, denn es war die letzte Führung für Stralsund im Spiel. Borken drehte mächtig auf. „Sie haben ab Mitte des vierten Satzes keinen Fehler mehr gemacht“, musste André Thiel anerkennen.

Auf den Satzausgleich folgte das Desaster im Tie-Break. Wirklich enttäuscht waren die Wildcats trotz der ersten Liga-Pleite seit mehr als zwei Monaten nicht. Immerhin haben sie bisher in jedem Spiel gepunktet. „Und Borken hat immer noch zwei Spiele mehr. Es ist also nichts passiert“, ergänzte Krohn. Auch ihr Trainer war durchaus zufrieden: „Wir haben im Topspiel definitiv einen Punkt gewonnen!“

Mit nun zwei Punkten Rückstand auf den Ligaprimus blickt Thiel optimistisch in das anstehende Doppelspiel-Wochenende bei RPB und VCO Berlin. „Dann werden wir eben nächstes Wochenende Tabellenführer“, sagte Thiel abschließend mit einem Augenzwinkern.

Bittere Nachrichtunter der Woche für die Wildcats: André Thiel muss mindestens bis Jahresende auf Mittelblockerin Rosa Ahrenberg verzichten, die sich gegen Leverkusen eine Knieverletzung zugezogen hatte.

Von Horst Schreiber

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