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Fussball regional Stralsunderin Annett Damme holt Bronze im Olympiapark
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16:34 22.08.2019
Annett Damme (TSV 1860 Stralsund) wurde Dritte bei der Masters-WM in Montreal. Quelle: foto: Michèle Grenier
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Montreal

Ein Hauch von Olympia wehte noch auf der Heberbühne, auf der sich Annett Damme und Ralf Klingschat am Montag mit den besten Gewichthebern der Welt maßen. Auf dem Gelände im kanadischen Montreal, das für die Olympischen Spiele 1976 errichtet worden war, krallte sich Damme Bronze, Kling-schat landete verletzungsbedingt auf Platz 7 bei der Weltmeisterschaft der Masters. „Mit Bronze bin ich super zufrieden“, bestätigte die Athletin des TSV 1860 Stralsund, die als Titelverteidigerin angetreten war.

Damme (Gewichtsklasse bis 64 Kilogramm) geriet beim Reißen leicht ins Hintertreffen. Sie scheiterte an der 53-Kilogramm-Marke. Zwei Konkurrentinnen aus den USA stemmten vier Kilogramm mehr. „Ich war technisch etwas unsauber“, bemerkte Damme, die mit Unterstützung beim anschließenden Stoßen zum Angriff blies: „Ralf und unser Masters-Cheftrainer Jürgen Braun meinten, ich sollte mit mehr Last als ursprünglich geplant einsteigen, um die Differenz zu Platz zwei auszugleichen.“

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Also ließ Damme statt 63 nun 65 Kilogramm auflegen – und stieß sauber aus. Doch auch die Führenden blieben bei ihren Auftakthürden fehlerfrei. So übersprang Damme die 68er-Marke und versuchte sich an 70 Kilogramm. „Das hatte ich dieses Jahr aber noch gar nicht gestoßen“, gestand die Stralsunderin. Das sollte auch in Montreal so bleiben.

Damme knickte nach erfolgreichem Umsetzen beim Ausstoßen in den Armen ein. „Ich dachte, ich hätt’s versemmelt. Doch Ralf und Jürgen kamen direkt zu mir und gratulierten zu Bronze“, erzählte Damme perplex. Denn obwohl Genice Paullay-Beazley genauso viel Gesamtgewicht packte wie die Deutsche, musste sich die Neuseeländerin mit Platz vier begnügen. „Ich hatte Losglück. Da ich vor ihr dran war, hatte ich die Last zuerst gestemmt.“ Somit gab es nur eine Bronzemedaillengewinnerin. Den Sieg in der Altersklasse 50 holte sich Michelle Picking (USA) mit insgesamt zehn Kilogramm mehr gestemmter Last als Damme.

Für Teamkollege Ralf Klingschat (AK 50, bis 81 kg) lief es nicht so gut. Er muss sich seit den Deutschen Meisterschaften im April mit muskulären Problemen rumplagen. In Montreal wurde es nicht besser. Nach einem gültigen Versuch im Reißen (78 kg) brach er den Wettkampf nach der ersten Last im Stoßen (97 kg) ab. „Ich hatte mir insgesamt 190 Kilogramm vorgenommen. Der Fünfte hat 191 Kilos geschafft...“, deutete Klingschat an, wiegelte aber ab: „Ich muss auf meinen Körper hören. Ich hätte gern besser abgeschnitten, aber es geht einfach nicht. Das ist nicht mein Jahr.“

Zudem muss sich der Stralsunder seit Kurzem mit deutlich schwereren Gegnern messen. Die International Weightlifting Federation hatte die Gewichtsklassen anders eingeteilt. War Klingschat zuvor bis 77 Kilogramm am Start, ist er in der Klasse bis 81 Kilogramm nun eher „Leichtgewicht“ – ein Nachteil für den Kraftsportler.

Nicht nur bei den eigenen Wettkämpfen gaben die beiden Stralsunder alles. Sie unterstützten auch die anderen 21 deutschen Athleten. „Wir coachen uns gegenseitig. Deshalb waren wir auch jeden Tag in der Wettkampfhalle“, sagte Klingschat. Dennoch blieb etwas Zeit, um die kanadische Metropole zu erkunden. „Montreal ist beeindruckend groß und schön“, meinte Damme.

Am Montag werden Damme und Klingschat mit Edelmetall im Gepäck wieder zurück am Sund sein.

Von Horst Schreiber