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Fussball regional Till Kramp hievt sich auf’s Meistertreppchen
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18:00 14.07.2019
Till Kramp jubelt kurz vor dem Ziel über unverhofftes Bronze. Quelle: Foto: Jan Rockahr
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Stralsund

Wenn Till Kramp beiläufig von seinem aktuellem Trainingsprogramm erzählt, nennt er das „Pause”. Jeder andere Sportler denkt da wohl eher an unmittelbare Vorbereitung für den größten Wettkampf der Karriere. „Im Moment trainiere ich nur sechs- bis siebenmal pro Woche“, redet der Triathlet seinen „reduzierten“ Plan klein. Für den 16-jährigen Stralsunder sind nämlich 14 Einheiten in sieben Tagen normal. Und die Plagerei hat sich für den Sportler des SC Neubrandenburg jüngst ausgezahlt. Bei den Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften in Grimma Anfang Juli schnappte sich Kramp sensationell Bronze und wurde damit bester Triathlon-Talent aus Mecklenburg-Vorpommern.

„Hammer-Anstiege und mega heiß“

Die Freude über die unverhofft starke Platzierung schrie Kramp schon kurz vor der Ziellinie in der sächsischen Kleinstadt raus. „Ich hatte absolut nicht damit gerechnet“, bestätigt der Schüler. Denn die Vorzeichen standen schlecht – Kramp ging gesundheitlich angeschlagen in die Titelkämpfe – und auch der Schwimmstart verlief alles andere als optimal. „Die Top-15 der deutschen Rangliste starteten vor allen anderen ins Wasser, da zählte ich nicht zu. So war ich mitten im Gedränge. Und wenn 70 Leute als erstes um eine Boje wollen, gibt es viel Prügel“, erzählt Kramp, wie es auf der 750 Meter langen Strecke zuging.

Noch nass vom Muldenwasser ging’s für den SCN-Starter in den Sattel. „Das war das härteste Radrennen, das ich jemals hatte“, staunte Kramp. „Die Strecke ist berüchtigt, technisch anspruchsvoll, weil da ein paar Hammer-Anstiege dabei sind. Zudem war es mega heiß und meine Gruppe, an die ich mich beim Radfahren eigentlich heften wollte, war nach dem Schwimmen schon außer Sichtweite.“

Beim 16-Jährigen kamen Zweifel auf, ob der Start bei den Meisterschaften die richtige Entscheidung gewesen sei. „Ich dachte: Das war’s, ich höre auf!“ gestand Kramp. Doch er blieb im Sattel und vernahm den Hinweis seines Trainers Frank Heimerdinger, dass der Rückstand auf die Spitzengruppe schrumpfte. Und tatsächlich war Kramp dank der schnellsten Radfahrzeit über die 20 Kilometer plötzlich wieder im Rennen. „Meine Stärke ist die Kombination aus Rad und Laufen“, behauptet der gebürtige Stralsunder. Und das bewies er in Grimma. Kramp lief die finalen fünf Kilometer ins Spitzenfeld und holte sich im Schlussspurt die Bronzemedaille der Jugend A.

„Durch seine Krankheit konnte Till im Vorfeld nur wenig trainieren. Ich wollte ihm aber trotzdem die Möglichkeit geben, an einer Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Das hätte also auch in die Hose gehen können. Umso erfreulicher ist das Ergebnis“, sagt Heimerdinger und orakelt: „Wäre er topfit gewesen, wäre wohl eine noch bessere Platzierung drin gewesen.“

Doch schon die Bronzemedaille ist der vorläufige Höhepunkt einer anfangs harten und immer noch jungen Triathlonkarriere.

Alleine durch Stralsund

2014 packte Kramp die Faszination für den Mehrkampfsport. Damals stand er am Streckenrand des Binzer Ironman und fieberte mit seinem Vater Ronny Kramp mit. Eineinhalb Jahre später riefen sie in Neubrandenburg an und vereinbarten eine Schnupperwoche. „Ich bin da als kompletter Anfänger hingefahren“, erinnerte sich Kramp und bekam die niederschmetternde Quittung: „Das haben mir die Trainer dort auch gesagt.“ Es wurde nichts aus Leistungssport und Sportschule. Zunächst. Doch eine ehemalige Welt- und Europameisterin im Triathlon erkannte das Talent.

Ines Estedt, damals Übungsleiterin beim SCN, versorgte den Stralsunder mit Trainingsplänen für zuhause. In der Hansestadt quälte sich der Schüler vom Goethegymnasium alleine entlang des Thälmann-Ufers. Trainingsgruppe? Fehlanzeige! Nur ab und zu reiste er mit zu Trainingslagern des Neubrandenburger Teams. „Das war eins der einsamsten Sportjahre für mich“, bedauert Kramp. Kramp musste Triathlon-Traum und normales Schulpensum unter einen Hut bekommen.

Dann die Erlösung: 2016 – Einschulung am Sportgymnasium Neubrandenburg und Aufnahme in die Leistungsgruppe des SCN. „Das ist das geilste an Neubrandenburg – wir sind eine super Truppe von rund 30 jungen Leuten“, sagt der Internatler, der nach den Sommerferien in die Oberstufe startet.

Vorbild: Jan Frodeno

In der Vier-Tore-Stadt kann er sich täglich mit Top-Athleten wie die deutsche Meisterin von 2016 und Sportlerin des Jahres von MV, Lena Meißner, messen. Mittlerweile gehört Kramp zum Bundeskader, nimmt an internationalen Wettkämpfen und für die TG triZack Rostock an der 2. Bundesliga teil. Im Frühjahr krallte er sich den Nachwuchs-Meistertitel im Duathlon (Radfahren und Laufen). Die Ziele sind nach oben offen: Welt- und Europameisterschaften, Olympia 2024 in Paris.

„Das soll schon Richtung Profitum gehen. Das wäre ein Sportlerleben, was man sich wünscht“, träumt Kramp. Dann würde er dem großen Vorbild Olympiasieger, Weltrekordhalter und Ironman-Hawaii-Sieger Jan Frodeno nacheifern. „Der hat schon alles erreicht, krass!“

Der Weg dahin ist lang, hart und teuer. Zwar unterstützt der Triathlon-Verband MV die Sportler bei Reisen wie demnächst zum Europarennen nach Riga (Lettland), ein Rennrad muss Familie Kramp aber aus eigener Tasche finanzieren. Erst kürzlich durfte Till sein neues Gefährt einfahren. Da fließen schnell mal 6000 Euro in die Ausbildung des Athleten. Absolute Spitzengeräte sind doppelt so teuer. „Deshalb bin ich gerade auf Sponsorensuche“, erzählt der 16-Jährige.

Ohne Unterstützer wird er seine Ziele nicht erreichen können. Die ersten sportlichen Schritte hat Kramp bereits gemacht. Nun will das ehrgeizige Talent nachlegen. Dafür steigert er nun auch wieder die Trainingsintensität auf für ihn normale zwei bis drei Einheiten – pro Tag.

Horst Schreiber

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